klebrig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung kleb-rig
Wortzerlegung Kleber-ig
Wortbildung  mit ›klebrig‹ als Erstglied: ↗Klebrigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

voll Klebstoff, mit etwas Zähflüssigem behaftet
Beispiele:
klebrige Hände, Finger
das Kind holt sich [Dativ] klebrige Bonbons aus der Tüte
sein Haar fühlt sich feucht und klebrig an
Die Kastanienbäume ... hatten aus braunen, klebrigen Knospen zarte grüne Händchen gestreckt [ G. Hauptm.Ketzer4,95]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kleben · kleiben · Kleiber · Kleber · klebrig · Klebstoff
kleben Vb. ‘mit Klebstoff befestigen, haften machen, haften, festhängen, klebrig sein’. Das schwache Verb ahd. klebēn (9. Jh.; anaklebēn, 8. Jh.), mhd. kleben ‘kleben, heften, festsitzen’ ist wie anders gebildetes asächs. kliƀon, aengl. cleofian, clifian, engl. to cleave, mnl. clēven, nl. kleven eine Durativbildung zum starken Verb ahd. klīban (8. Jh.), mhd. klīben ‘festsitzen, anhängen’, asächs. klīнan ‘Wurzel fassen, haften’, aengl. clīfan ‘anhaften, kleben’, anord. klīfa ‘klettern’. Sie führen mit den slaw. Verwandten aslaw. uglьběti ‘steckenbleiben, versinken’, serbokr. glȋb ‘Kot’ auf ie. *gleibh-, *gleip-, eine Labialerweiterung von ie. *glei- ‘kleben, schmieren’, wozu auch unter ↗Kleid (s. d.) dargestelltes Klei und griech. glía (γλία) ‘Leim’, gloiós (γλοιός) ‘dickes Öl, Harz, klebrige Feuchtigkeit’, lat. glūten ‘Leim’, lit. gliẽti ‘bestreichen, beschmieren, verkleben’, russ. (landschaftlich) glej (глей) ‘Ton, Lehm’ sowie das alte Nasalpräsens ahd. klenan ‘kleben, schmieren’ (9./10. Jh.), mhd. klenen gehören. Ie. *glei- ist seinerseits eine der zahlreichen Erweiterungen der verbreiteten Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. ↗Klafter, ↗Kleie, ↗klamm, ↗Klammer, ↗klettern, ↗klimmen, ↗Kloß, ↗Knäuel, ↗Kolben). Eine Kausativbildung zu ahd. klīban, mhd. klīben (s. oben) ist das heute nur noch im Obd. gebrauchte kleiben Vb. ‘kleben, kleistern, mit Lehm ausfüllen’, ahd. mhd. kleiben ‘anhaften, befestigen’, eigentlich ‘anhaften, kleben machen’, wozu Kleiber m. zu den Spechtmeisen gehörender kleiner Klettervogel (16. Jh.); der Name läßt sich daraus erklären, daß der Vogel die Öffnung seines Nestes bis auf ein kleines Flugloch mit Lehm und Speichel verklebt; doch ist auch eine Anknüpfung an die intransitive Bedeutung ‘festkleben, sich anklammern’ (vgl. anord. klīfa ‘klettern’) denkbar, so daß Kleiber als ‘Kletterer’ gedeutet werden kann; vgl. obd. (mundartlich) Kleiber ‘Lehmarbeiter, Maurer’, mhd. kleiber ‘wer eine Lehmwand macht, mit Lehm verstreicht’. Kleber m. ‘Klebstoff’ (19. Jh.), speziell ‘der bei der Stärkeherstellung aus Weizenmehl zurückbleibende klebrige Stoff’, mhd. kleber ‘Gummi, Baumharz, Schleim’. klebrig Adj. ‘klebend, zäh haftend, mit Klebstoff, Zähflüssigem, Feuchtem behaftet’, mhd. kleberic, zu mhd. kleber, ahd. klebar ‘klebrig, klebend’. Klebstoff m. ‘Paste oder zähe Flüssigkeit zum Kleben’, auch Kleb(e)mittel (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dickflüssig · klebrig · ↗schwerflüssig · ↗zäh · ↗zähflüssig  ●  ↗pappig  ugs. · ↗pastos  fachspr. · ↗pastös  fachspr. · ↗viskos  fachspr. · ↗viskös  fachspr., selten
Assoziationen
Synonymgruppe
harzig · klebrig

Typische Verbindungen zu ›klebrig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klebrig‹.

Verwendungsbeispiele für ›klebrig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Öl sei extrem klebrig, und die gestrandeten Tiere seien kaum zu retten, hieß es.
Der Tagesspiegel, 15.12.1999
Es gibt kein Suchen nach Sirup, kein klebriges Mischen mehr.
Bild, 17.03.1998
Und jetzt - jetzt scholl wieder dieses klebrige Lachen - ringsumher aus den Ecken.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 343
Kalt wie der Tod ist das Moor, eine zähe, klebrige schwarze Masse.
Preußler, Otfried: Krabat, Stuttgart: Thienemann o.J. [1995] [1971], S. 172
Alle seine Bewegungen kommen ihm klebrig und entsetzlich langsam vor.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 16
Zitationshilfe
„klebrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klebrig>, abgerufen am 29.11.2020.

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