Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

kleckern

Grammatik Verb · kleckert, kleckerte, hat/ist gekleckert
Aussprache 
Worttrennung kle-ckern
Wortbildung  mit ›kleckern‹ als Erstglied: Kleckerbetrag · Kleckerburg · Kleckerei · Kleckerfritze · kleckerweise
 ·  mit ›kleckern‹ als Letztglied: ankleckern · bekleckern · hinterherkleckern · verkleckern · vollkleckern
 ·  mit ›kleckern‹ als Binnenglied: Kleinkleckersdorf

Bedeutungsübersicht+

  1. [umgangssprachlich] ...
    1. 1. ⟨jmd. kleckert (etw. auf etw.)⟩ jmd. macht mit einer (breiartigen) Flüssigkeit Flecke auf etw.
    2. 2. ⟨etw. kleckert auf, in etw.⟩ etw. fällt tropfenweise auf, in etw.
    3. 3. ⟨etw. kleckert⟩ etw. geht nur langsam, mühsam voran
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
jmd. kleckert (etw. auf etw.)jmd. macht mit einer (breiartigen) Flüssigkeit Flecke auf etw.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Kind kleckert
das Kind hat die Suppe auf das Tischtuch gekleckert
Farbe auf den Boden kleckern
auf die Decke kleckern
pass auf, dass du nicht kleckerst!
2.
etw. kleckert auf, in etw.etw. fällt tropfenweise auf, in etw.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Farbe ist auf den Boden gekleckert
die Schlacke aus dem Hochofen kleckert in große Bottiche
3.
etw. kleckertetw. geht nur langsam, mühsam voran
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
»wie geht das Geschäft?« »Es kleckert so«
die Arbeit kleckert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kleckern · klecken · Klack · klack · klacks · Klacks · klacken · erklecklich · Klecks · klecksen
kleckern Vb. ‘tropfenweise fallen, Kleckse, Flecke machen’, übertragen ‘langsam, mühsam vorwärtsgehen, vorankommen’, Iterativbildung (17. Jh.) zu heute nur noch mundartlichem klecken Vb. ‘(von Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen, Flecke machen, schmieren’, übertragen ‘gut vonstatten gehen, gut ausgehen, ausreichen’, ahd. (9. Jh.), mhd. klecken ‘platzen, krachen, bersten, (sich) spalten, klecksen, klatschen, schallend schlagen’, übertragen ‘ausreichen, genügen, wirksam sein’. Verwandt sind Klack m. ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’, ahd. (11. Jh.), mhd. klac (Genitiv klackes) ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’. Entsprechend klack Interjektion schallnachahmend für einen knackenden, klatschenden Ton (beim Brechen, beim Reißen, beim Aufprall einer breiigen, tropfenden Masse), auch (zumal in der Doppelung klack klack) für einen kurzen, harten Ton. Expressiv erweitert klacks Interjektion Dazu Klacks m. ‘kleiner Fleck, eine kleine Menge dickflüssiger Substanz (wie Marmelade, Senf), Geringfügigkeit’ (18. Jh., doch wohl älter) sowie klacken Vb. ‘platzen, klatschen, schlagen, Flecke machen’ (17. Jh.), iterativ klackern (18. Jh.), engl. to clack ‘klappern, rasseln’, anord. klaka ‘zwitschern, gackern’, vielleicht auch griech. glázein (γλάζειν) ‘einen Gesang erklingen lassen’. Diese offensichtlich schallnachahmenden Bildungen führen auf ie. *glag-, eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’, die sich auch in anord. kalla ‘nennen, sagen, rufen’ (woraus wohl engl. to call ‘rufen’), aslaw. glagolъ ‘Wort’, glagolati ‘reden, sprechen’, russ. (älter) gologólit’ (гологолить) ‘schwatzen, plappern’, mir. gall ‘Ruhm’ sowie (über andere Erweiterungen) in Klage, klingen (s. d.) fortsetzt. erklecklich Adj. ‘ausreichend, beträchtlich, erheblich’ (17. Jh.), zu dem im 19. Jh. untergegangenen Präfixverb erklecken ‘genügen, helfen, nützen’ (16. Jh.), vielleicht schon (zweifelhaft belegtes) mhd. erklecken. Klecks m. ‘(Farb-, Tinten)fleck, Klümpchen’ (18. Jh.), älter Kleck (16. Jh.), aus klecken rückgebildet. klecksen Vb. ‘Kleckse machen, schlecht malen, schreiben, Zähflüssiges worauf fallen lassen’ (18. Jh.), zu Klecks bzw. Iterativbildung zu klecken.

Typische Verbindungen zu ›kleckern‹ (berechnet)

Hunziker gedanklich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kleckern‹.

Verwendungsbeispiele für ›kleckern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit den 24 Millionen für gute Taten kleckern die Minister nun im Land herum. [Bild, 29.01.2000]
Da kleckert man nicht, da nimmt man, was man kriegen kann. [Der Tagesspiegel, 13.10.2002]
Aber jetzt könnte und sollte man dann getrost kleckern, auch um des Durchhaltens willen. [Die Zeit, 18.08.1978, Nr. 34]
Wir geben laute keckernde Töne von uns und sind von Kopf bis Fuß voll gekleckert. [Süddeutsche Zeitung, 06.07.2002]
Drei Behinderte kleckern, sabbern, lallen laut, benehmen sich – nun – gründlich daneben. [Die Welt, 15.11.2000]
Zitationshilfe
„kleckern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kleckern>.

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