klecksen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkleck-sen
Wortbildung mit ›klecksen‹ als Erstglied: ↗Kleckserei  ·  mit ›klecksen‹ als Letztglied: ↗verklecksen · ↗vollklecksen  ·  mit ›klecksen‹ als Grundform: ↗beklecksen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., jmd. kleckstetw., jmd. macht Kleckse
Beispiele:
die Feder kleckst
umgangssprachlichmein Füller kleckst
der Junge hat ins Heft gekleckst
sie hat mit der Suppe auf die Tischdecke gekleckst
pass auf, dass du nicht kleckst!
umgangssprachlich, abwertendder Maler hat gekleckst (= schlecht gemalt)
2.
jmd. kleckst etw. auf etw.jmd. lässt etw. Zähflüssiges auf etw. fallen
Beispiele:
sie kleckst Farbe auf das Papier
umgangssprachlichdu kleckst (= streichst sehr dick) die Marmelade aufs Brot
[sie] kleckste Senf auf Pappe [BöllWort12]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kleckern · klecken · Klack · klack · klacks · Klacks · klacken · erklecklich · Klecks · klecksen
kleckern Vb. ‘tropfenweise fallen, Kleckse, Flecke machen’, übertragen ‘langsam, mühsam vorwärtsgehen, vorankommen’, Iterativbildung (17. Jh.) zu heute nur noch mundartlichem klecken Vb. ‘(von Flüssigkeiten) geräuschvoll fallen, Flecke machen, schmieren’, übertragen ‘gut vonstatten gehen, gut ausgehen, ausreichen’, ahd. (9. Jh.), mhd. klecken ‘platzen, krachen, bersten, (sich) spalten, klecksen, klatschen, schallend schlagen’, übertragen ‘ausreichen, genügen, wirksam sein’. Verwandt sind Klack m. ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’, ahd. (11. Jh.), mhd. klac (Genitiv klackes) ‘Riß, Spalt, Knall, Krach, Klecks, Fleck’. Entsprechend klack Interjektion schallnachahmend für einen knackenden, klatschenden Ton (beim Brechen, beim Reißen, beim Aufprall einer breiigen, tropfenden Masse), auch (zumal in der Doppelung klack klack) für einen kurzen, harten Ton. Expressiv erweitert klacks Interjektion Dazu Klacks m. ‘kleiner Fleck, eine kleine Menge dickflüssiger Substanz (wie Marmelade, Senf), Geringfügigkeit’ (18. Jh., doch wohl älter) sowie klacken Vb. ‘platzen, klatschen, schlagen, Flecke machen’ (17. Jh.), iterativ klackern (18. Jh.), engl. to clack ‘klappern, rasseln’, anord. klaka ‘zwitschern, gackern’, vielleicht auch griech. glázein (γλάζειν) ‘einen Gesang erklingen lassen’. Diese offensichtlich schallnachahmenden Bildungen führen auf ie. *glag-, eine Erweiterung der Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’, die sich auch in anord. kalla ‘nennen, sagen, rufen’ (woraus wohl engl. to call ‘rufen’), aslaw. glagolъ ‘Wort’, glagolati ‘reden, sprechen’, russ. (älter) gologólit’ (гологолить) ‘schwatzen, plappern’, mir. gall ‘Ruhm’ sowie (über andere Erweiterungen) in ↗Klage, ↗klingen (s. d.) fortsetzt. erklecklich Adj. ‘ausreichend, beträchtlich, erheblich’ (17. Jh.), zu dem im 19. Jh. untergegangenen Präfixverb erklecken ‘genügen, helfen, nützen’ (16. Jh.), vielleicht schon (zweifelhaft belegtes) mhd. erklecken. Klecks m. ‘(Farb-, Tinten)fleck, Klümpchen’ (18. Jh.), älter Kleck (16. Jh.), aus klecken rückgebildet. klecksen Vb. ‘Kleckse machen, schlecht malen, schreiben, Zähflüssiges worauf fallen lassen’ (18. Jh.), zu Klecks bzw. Iterativbildung zu klecken.

Typische Verbindungen zu ›klecksen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Farbe Leinwand

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klecksen‹.

Verwendungsbeispiele für ›klecksen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er erzählte und bestaunte, kritisierte und moralisierte, kritzelte und kleckste.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 421
Ich kann mich auch freuen über eine Wand, die ich angestrichen habe, ohne dabei zu klecksen.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2001
Bei Monitorberührung wächst da noch ein bißchen Blau, und dort kleckst ein Rot ins Gewebe.
Die Zeit, 15.02.1993, Nr. 07
Ich kleckste mir Rhabarbermus auf die Haferflocken und sagte nichts.
Lenz, Siegfried: Deutschstunde, Hamburg: Hoffmann u. Campe 1997 [1968], S. 101
Er kleckste bei einem Sponsorentermin mit ein paar Regenbogenfarben auf einer Leinwand herum.
Die Welt, 23.07.2005
Zitationshilfe
„klecksen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klecksen>, abgerufen am 26.02.2020.

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