Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

kleiden

Grammatik Verb · kleidet, kleidete, hat gekleidet
Aussprache 
Worttrennung klei-den
Wortbildung  mit ›kleiden‹ als Erstglied: kleidsam  ·  mit ›kleiden‹ als Letztglied: ankleiden · auskleiden · bekleiden · einkleiden · umkleiden · verkleiden · überkleiden
 ·  mit ›kleiden‹ als Grundform: entkleiden
eWDG

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. mit Kleidung versehen, für jmds. Bekleidung sorgen
Beispiele:
sie kleidet sich hübsch, sportlich, modern
sich auffallend, zu jugendlich kleiden
sich einfach, aber geschmackvoll kleiden
sie wusste sich geschickt zu kleiden
der junge Mann erschien immer sorgfältig und korrekt gekleidet
sie hat sich in Samt und Seide, in Weiß, Trauer gekleidet
sie kleidet sich nach der neuesten Mode
meine Tochter … gut zu kleiden und ihr das Leben so schön wie möglich zu machen [ SeghersErster Schritt122]
übertragen
Beispiele:
der Wald, die Wiese kleidet sich in neues Grün (= begrünt sich)
über Nacht hat sich die Landschaft in ein strahlendes Weiß gekleidet (= es hat geschneit)
2.
Gedanken in einer besonderen Form ausdrücken
Beispiele:
seine Gedanken, Gefühle in Worte kleiden
er bemühte sich, seine Ansprache in eine gute sprachliche Form zu kleiden
das in Paragraphen gekleidete Gesetz
3.
etw. kleidet jmdn.etw. passt zu jmdm., steht jmdm. gut
Beispiele:
der Stoff, Mantel, die Farbe kleidet dich
das neue Kostüm kleidet die junge Dame sehr gut
dieses Benehmen kleidet dich nicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleid · Klei · kleiden · kleidsam · Kleidung · Beinkleid
Kleid n. ‘Frauengewand’, im Plur. auch ‘Gesamtheit der auf dem Körper getragenen Kleidungsstücke’, mhd. kleit, mnd. klēt ‘Kleid, Kleidungsstück, Bekleidung’, mnl. cleet ‘Kleid, Kleidungsstück, Lappen, Tuch’, nl. kleed, aengl. clāþ ‘Tuch, Kleid, Segel’, engl. cloth ‘Tuch, Gewebe, Stoff’, clothes Plur. ‘Kleider, Kleidung, Wäsche’, anord. klæði ‘Kleidung’, schwed. kläde ‘Tuch’, afries. klāth, klād, klēth. Anzuschließen ist wohl an aengl. ætclīþan ‘festkleben, anhangen’, (schwundstufig) cliþa ‘Wundpflaster’ und an die unter klettern und Klette (s. d.) dargestellten Wortformen, so daß sich eine Verbindung zu ie. *gleit- herstellen läßt, eine Dentalerweiterung des unter kleben (s. d.) angeführten ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’. Die t-Ableitung könnte partizipialen Sinn haben, Kleid würde danach das beim Walken mit fettem Ton (Walkerde) behandelte Wollgewebe, ‘das gekleite Tuch’ bedeuten und sich zu dem mit kleben (s. d.) verwandten nd. Klei f. m. n. ‘fette Tonerde, schwerer Lehmboden’, asächs. klei, mnd. kley, kleye ‘Lehmboden, fetter, schwerer, fruchtbarer Boden’, mnl. clei, nl. klei, aengl. clǣg, engl. clay ‘Ton, Lehm’ stellen. – kleiden Vb. ‘Kleidung anlegen, für Bekleidung sorgen, gut stehen, passen’, mhd. kleiden; dazu ankleiden, auskleiden (beide 15. Jh.), bekleiden (mhd. bekleiden), einkleiden (15. Jh.), entkleiden (mhd. en-, entkleiden), umkleiden (15. Jh.). kleidsam Adj. (18. Jh.). Kleidung f. spätmhd. kleidunge. Beinkleid n. (oft im Plur.) ‘Hose’ (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) stehen · (jemandes) Vorzüge betonen  ●  (jemandem) schmeicheln  geh. · (jemanden) kleiden  geh., veraltend · kleidsam (sein)  geh., veraltend · toll aussehen (in / mit / bei)  ugs., variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
(elegant / schlecht / warm) angezogen sein · (irgendwie) gekleidet sein · (sich irgendwie) gekleidet haben · (sich) (schick / nach der neuesten Mode / leger / ...) kleiden · angezogen haben (Kleidung) · bekleidet sein (mit)  ●  (etwas) tragen (Kleidung)  Hauptform · (in / mit etwas) herumlaufen  ugs., salopp · (in einen Hausanzug / in Ordenstracht / schlicht ...) gewandet (sein)  geh. · (sich) (auffällig / ganz in Schwarz / ...) gewanden  geh. · anhaben (Kleidung)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›kleiden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kleiden‹.

Verwendungsbeispiele für ›kleiden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit 40 Jahren sollten Sie anders gekleidet sein als der Twen. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 176]
In diesem Fall dürften Sie sich, so gut gekleidet, noch passender eingliedern. [Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 154]
Hier ist man bemüht, den neuen Inhalt in traditionelle Form zu kleiden. [Mohrmann, Chr.: Altchristliche Dichtung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 6135]
Schon damals hätte sie sich für kein Geld der Welt so gekleidet. [Die Zeit, 01.10.1998, Nr. 41]
Die islamistischen Terroristen hätten sich afghanisch gekleidet, auch Frauen seien beteiligt gewesen. [Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37]
Zitationshilfe
„kleiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kleiden>.

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