kleiden

GrammatikVerb · kleidet, kleidete, hat gekleidet
Aussprache
Worttrennungklei-den
Wortbildung mit ›kleiden‹ als Erstglied: ↗kleidsam  ·  mit ›kleiden‹ als Letztglied: ↗ankleiden · ↗auskleiden · ↗bekleiden · ↗einkleiden · ↗umkleiden · ↗verkleiden · ↗überkleiden
 ·  mit ›kleiden‹ als Grundform: ↗entkleiden  ·  formal verwandt mit: ↗gutgekleidet · ↗hellgekleidet · ↗leichtgekleidet · ↗schwarzgekleidet · ↗weißgekleidet
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. mit Kleidung versehen, für jmds. Bekleidung sorgen
Beispiele:
sie kleidet sich hübsch, sportlich, modern
sich auffallend, zu jugendlich kleiden
sich einfach, aber geschmackvoll kleiden
sie wusste sich geschickt zu kleiden
der junge Mann erschien immer sorgfältig und korrekt gekleidet
sie hat sich in Samt und Seide, in Weiß, Trauer gekleidet
sie kleidet sich nach der neuesten Mode
meine Tochter ... gut zu kleiden und ihr das Leben so schön wie möglich zu machen [SeghersErster Schritt122]
übertragen
Beispiele:
der Wald, die Wiese kleidet sich in neues Grün (= begrünt sich)
über Nacht hat sich die Landschaft in ein strahlendes Weiß gekleidet (= es hat geschneit)
2.
Gedanken in einer besonderen Form ausdrücken
Beispiele:
seine Gedanken, Gefühle in Worte kleiden
er bemühte sich, seine Ansprache in eine gute sprachliche Form zu kleiden
das in Paragraphen gekleidete Gesetz
3.
etw. kleidet jmdn.etw. passt zu jmdm., steht jmdm. gut
Beispiele:
der Stoff, Mantel, die Farbe kleidet dich
das neue Kostüm kleidet die junge Dame sehr gut
dieses Benehmen kleidet dich nicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleid · Klei · kleiden · kleidsam · Kleidung · Beinkleid
Kleid n. ‘Frauengewand’, im Plur. auch ‘Gesamtheit der auf dem Körper getragenen Kleidungsstücke’, mhd. kleit, mnd. klēt ‘Kleid, Kleidungsstück, Bekleidung’, mnl. cleet ‘Kleid, Kleidungsstück, Lappen, Tuch’, nl. kleed, aengl. clāþ ‘Tuch, Kleid, Segel’, engl. cloth ‘Tuch, Gewebe, Stoff’, clothes Plur. ‘Kleider, Kleidung, Wäsche’, anord. klæði ‘Kleidung’, schwed. kläde ‘Tuch’, afries. klāth, klād, klēth. Anzuschließen ist wohl an aengl. ætclīþan ‘festkleben, anhangen’, (schwundstufig) cliþa ‘Wundpflaster’ und an die unter ↗klettern und ↗Klette (s. d.) dargestellten Wortformen, so daß sich eine Verbindung zu ie. *gleit- herstellen läßt, eine Dentalerweiterung des unter ↗kleben (s. d.) angeführten ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’. Die t-Ableitung könnte partizipialen Sinn haben, Kleid würde danach das beim Walken mit fettem Ton (Walkerde) behandelte Wollgewebe, ‘das gekleite Tuch’ bedeuten und sich zu dem mit ↗kleben (s. d.) verwandten nd. Klei f. m. n. ‘fette Tonerde, schwerer Lehmboden’, asächs. klei, mnd. kley, kleye ‘Lehmboden, fetter, schwerer, fruchtbarer Boden’, mnl. clei, nl. klei, aengl. clǣg, engl. clay ‘Ton, Lehm’ stellen. kleiden Vb. ‘Kleidung anlegen, für Bekleidung sorgen, gut stehen, passen’, mhd. kleiden; dazu ankleiden, auskleiden (beide 15. Jh.), bekleiden (mhd. bekleiden), einkleiden (15. Jh.), entkleiden (mhd. en-, entkleiden), umkleiden (15. Jh.). kleidsam Adj. (18. Jh.). Kleidung f. spätmhd. kleidunge. Beinkleid n. (oft im Plur.) ‘Hose’ (Mitte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Kleidung) tragen · (sich) kleiden · ↗anhaben
Synonymgruppe
(jemandem) stehen · (jemandes) Vorzüge betonen  ●  ↗(jemandem) schmeicheln  geh. · (jemanden) kleiden  geh., veraltend · ↗kleidsam (sein)  geh., veraltend · toll aussehen (in / mit / bei)  ugs., variabel
Assoziationen
  • was hältst du davon?  ●  (na,) was sagst du!?  ugs. · wie findest du's?  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Formel Frageform Gewand Jeans Kostüm Lump Metapher Mode Nackte Seide Tracht Tuch Weiß Wort ankleiden auffällig auskleiden benehmen dezent einkleiden elegant ernähren frisieren leger modisch nähren schminken sexy umkleiden unauffällig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kleiden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte zu unterscheiden gelernt, was schick war und was vulgär, und er kleidete sich nun wie ein wohlhabender Bürger.
Die Welt, 09.11.2002
Und endlich einmal waren wirklich so gut wie alle Damen ebenso geschmackvoll wie ausgefallen gekleidet.
Der Tagesspiegel, 09.12.2000
Er war so einfach gekleidet, daß ich ihn nimmermehr für einen Vornehmen gehalten hätte.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21628
Um sich allgemein beliebt zu machen, erscheine man also höchst unvorteilhaft gekleidet.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19396
Man braucht sich in einem gewissen Alter durchaus noch nicht matronenhaft zu kleiden, um offen zu gestehen, daß man auf jedes Gefallen verzichtet hat.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24575
Zitationshilfe
„kleiden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kleiden>, abgerufen am 17.11.2019.

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