klemmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklem-men
Wortbildung mit ›klemmen‹ als Letztglied: ↗abklemmen · ↗anklemmen · ↗dahinterklemmen · ↗einklemmen · ↗festklemmen · ↗verklemmen
 ·  mit ›klemmen‹ als Grundform: ↗beklemmen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. zwischen, unter etw. drücken, etw. in etw. einzwängen
Beispiele:
er klemmte ein Stück Holz zwischen die Fensterflügel, unter die Tür
er klemmt sich [Dativ] die Mappe, Zeitung, den Hut unter den Arm
der Onkel klemmte sich [Dativ] das Monokel ins Auge
salopp, übertragen sich hinter etw., jmdn. klemmenetw. eifrig betreiben, bei jmdm. sein Ziel zu erreichen suchen
Beispiele:
sich hinter die Arbeit klemmen
er hat sich hinter seinen Freund geklemmt, damit er Hilfe bekommt
2.
zwischen zwei Gegenständen steckenbleiben, sich quetschen
Beispiel:
ich habe mich geklemmt, habe mir den Finger in der Tür geklemmt
3.
etw. klemmt (= etw. bleibt hängen, lässt sich schwer bewegen)
Beispiele:
das Schubfach, Fenster klemmt (= lässt sich nicht leicht öffnen)
Klaus […] drückte die klemmende Balkontür auf [KlugeKortüm632]
4.
salopp stehlen
Beispiel:
der Taschendieb hat sich [Dativ] eine Geldbörse mit 20 Euro geklemmt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klemmen · Klemme · Klemmer
klemmen Vb. ‘festdrücken, einzwängen’, reflexiv ‘sich quetschen’, mhd. klemmen ‘mit den Klauen packen, einzwängen, kneipen’, früher bezeugt in ahd. biklemmen (s. ↗beklommen), ist Kausativum zum starken Verb mhd. klimmen (intransitiv) ‘steigen, klettern’, (transitiv) ‘erklimmen, zwicken, kneifen, packen’ (s. ↗klimmen); dazu vgl. die ablautenden Bildungen ↗klamm, ↗Klamm, ↗Klammer (s. d.). Die Studenten- und Schülersprache hat klemmen zu ‘ausspannen, stehlen’ (um 1900) entwickelt. Klemme f. ‘Gerät zum Zusammendrücken, Festklemmen’, übertragen ‘Notlage, Verlegenheit’, mhd. klemme, klemde ‘Klemmung, Einengung’. Klemmer m. ‘bügelloses, auf die Nase geklemmtes Zweiglas’ (auch Kneifer, Zwicker), gekürzt (2. Hälfte 19. Jh.) aus Nasenklemmer, einer Übersetzung von frz. pince-nez.

Thesaurus

Synonymgruppe
einklemmen · klemmen  ●  einzwicken  österr., bair. · ↗spießen  österr., bair.
Synonymgruppe
(jemanden) bestehlen · (sich) an fremden Sachen vergreifen · (sich) widerrechtlich aneignen · ↗entwenden · ↗ergaunern  ●  das Bezahlen vergessen  ironisch · ↗stehlen  Hauptform · ↗(einfach) mitnehmen  ugs. · ↗(etwas) organisieren  ugs. · ↗(jemanden) beklauen  ugs. · (sich etwas) klemmen  ugs. · ↗(sich) bedienen  ugs., verhüllend, ironisch · (sich) einfach (weg)nehmen (ohne zu bezahlen)  ugs. · böhmisch einkaufen  derb, österr. · ↗klauen  ugs. · lange Finger machen  ugs. · ↗mausen  ugs. · mitgehen lassen  ugs. · ↗mopsen  ugs. · polnisch einkaufen  derb · ↗stibitzen  ugs. · vergessen zu bezahlen  ugs., ironisch, variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) kaum bewegen lassen · (sich) kaum schließen lassen · ↗festhängen · kaum aufzubekommen sein · kein (freies) Spiel haben · klemmen · schwergängig sein
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen
  • (sich) kaum bewegen lassen · (sich) kaum schließen lassen · ↗festhängen · kaum aufzubekommen sein · kein (freies) Spiel haben · klemmen · schwergängig sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achsel Aktentasche Arm Daumen Einglas Gaspedal Gepäckträger Hinterrad Kinn Knöllchen Lenkrad Monokel Mundwinkel Oberlippe Ohr Reißverschluß Scheibenwischer Schenkel Schublade Strafzettel Säge Windschutzscheibe Zahn Zeigefinger Zettel abklemmen anklemmen einklemmen festklemmen haken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klemmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den folgenden Jahren klemmte sie sich hinter diese Art des Trainings.
Der Tagesspiegel, 18.08.2000
Jemand klemmt sie ihm wieder zwischen die Arme, hastig hinkt er davon.
Die Zeit, 20.01.1992, Nr. 03
Sie klappte das Buch wieder zu und klemmte es sich unter den Arm.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 94
Ich klemmte eines unter den Arm und fragte nach dem Preis.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1031
Ich trank, meinen Handkoffer zwischen die Beine geklemmt, einen Kaffee im Stehen.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 33
Zitationshilfe
„klemmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klemmen>, abgerufen am 21.10.2019.

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