klerikal

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung kle-ri-kal
Herkunft Latein
Wortbildung  mit ›klerikal‹ als Letztglied: ↗antiklerikal  ·  mit ›klerikal‹ als Grundform: ↗Klerikale
eWDG, 1969

Bedeutung

geistlich, kirchlich, auf kirchlicher Grundlage beruhend
Beispiele:
eine klerikale Gesinnung, Einstellung
ein klerikaler Verlag
klerikaler Besitz
von klerikaler Seite her erhob sich ein Protest
die Klerikalen beriefen die Synode ein
abwertend den Klerus und seine politischen Machtbestrebungen betreffend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kleriker · Klerus · Klerisei · klerikal
Kleriker m. ‘katholischer Geistlicher’ (19. Jh.) sowie Clericus (bis Anfang 19. Jh.) bzw. ahd. klī̌rih (9. Jh.), mhd. cleric, klerke, frühnhd. Cleric beruhen auf kirchenlat. clēricus ‘Angehöriger der Geistlichkeit, Geistlicher, Priester’, einer Ableitung von kirchenlat. clērus ‘Orden der Geistlichkeit, die Geistlichen in ihrer Gesamtheit’. Zugrunde liegt griech. klḗros (κλῆρος) ‘Los, Anteil, Erbteil, zugeloster Besitz, Grundstück’, kirchensprachlich (nach der Auffassung des Apostelamts als von Gott zugeteiltes Los bzw. Erbteil) ‘Priesterstand, Geistlichkeit, Priesteramt’, eigentlich ‘Steinscherbe, Holzstückchen’ (als Los gebraucht), zu griech. klā́n (κλᾶν) ‘(ab)brechen’. Vgl. auch griech. klērikós (κληρικός) ‘zur Erbschaft gehörig’, kirchensprachlich ‘zur Geistlichkeit gehörig’. Im Dt. auch (seit etwa 1700) Klerus m. ‘Geistlichkeit, Priesterschaft, Gesamtheit der katholischen Geistlichen’, entsprechend kirchenlat. clērus (s. oben). Dafür älter Klerisei f. clerisey (15. Jh.), mnd. kleresye, nach mlat. clericia. klerikal Adj. ‘geistlich, kirchlich, auf kirchlicher Grundlage beruhend, die katholische Geistlichkeit betreffend’ (1. Hälfte 19. Jh.), aus kirchenlat. clēricālis ‘priesterlich’.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
geistlich · ↗kirchlich · klerikal
Assoziationen
  • Klerikalfaschismus · Klerikofaschismus

Typische Verbindungen zu ›klerikal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klerikal‹.

Verwendungsbeispiele für ›klerikal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Erziehung der Töchter lag völlig selbstverständlich in klerikalen Händen.
Die Zeit, 05.01.2009, Nr. 01
Umgekehrt seien Teile der traditionell aggressiv laizistischen FPÖ überraschenderweise auf klerikales Terrain abgedriftet.
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2004
Es war germanisch und römisch, laienhaft und klerikal, unschriftlich und buchgläubig, herrschaftlich und frei.
Heimpel, Hermann: Über die Epochen der mittelalterlichen Geschichte. In: ders., Der Mensch in seiner Gegenwart, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1957 [1947], S. 57
So klein das Männchen körperlich war, so groß war sein klerikaler Fanatismus.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4832
Denn referiert man militaristische und klerikale Neigungen auf einmal oder auch Satz für Satz, Jahr für Jahr?
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 76
Zitationshilfe
„klerikal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klerikal>, abgerufen am 01.10.2020.

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