klimmen

GrammatikVerb · klomm, ist geklommen
Aussprache
Worttrennungklim-men
Wortbildung mit ›klimmen‹ als Erstglied: ↗Klimmzug  ·  mit ›klimmen‹ als Letztglied: ↗aufwärtsklimmen · ↗emporklimmen · ↗heraufklimmen · ↗hinaufklimmen
eWDG, 1969

Bedeutung

mühsam emporklettern
Beispiele:
auf die Spitze des Berges klimmen
Matrosen klommen mit Seilen an Deck
die Soldaten klimmen aus dem Graben
Sie klommen auf Leitern ins Freie [KasackStadt256]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klimmen · erklimmen · Klimmzug
klimmen Vb. ‘mühsam emporklettern’, ahd. klimban ‘(er)steigen’ (9. Jh.), mhd. klimben, (mit Assimilation) klimmen (intransitiv) ‘steigen, klettern’, (transitiv) ‘erklimmen, zwicken, kneifen, packen’, mnd. klimmen, mnl. climmen, clemmen, nl. klimmen, aengl. climban, engl. to climb. Sieht man in den Formen mit mm eine Assimilation aus mb (s. auch ↗beklommen, ↗klemmen), so kann als nah verwandt mhd. klamben ‘fest zusammenfügen, verklammern’, klambe ‘Fessel, Klammer’ sowie ↗Klammer und ↗Klumpen (s. d.) herangezogen werden. Als Ansatz ist ie. *glembh- erschließbar, das als Labialerweiterung einer nasalierten Form ie. *glem- (wozu ↗Klamm f., ↗klamm Adj., s. d.; ferner lat. glomus ‘Kloß, Knäuel’, glomerāre ‘zusammenballen’, air. glomar ‘Zaum, Knebel’) zur Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ aufgefaßt werden kann. Oder ist besser von einer nasalierten Labialerweiterung ie. *glimbh- ‘haften, klimmen’ zu ie. *glei- ‘kleben, schmieren’ (s. ↗kleben), einer anderen Erweiterung der vorgenannten Wurzel, auszugehen und klimmen als ‘sich fest andrückend hinaufsteigen’ zu deuten? erklimmen Vb. ‘durch Klettern ersteigen’, übertragen ‘erreichen’, mhd. erklimmen ‘erklettern’. Klimmzug m. Turnübung an einer Querstange, bei der der an den Händen frei hängende Körper mit Hilfe der Muskelkraft hochgezogen wird (20. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

emporklimmen hinaufklimmen hoch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klimmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und einer nach dem andern klommen sie die eiserne Leiter hinab.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 166
Aber nur im Traum klommen die Bilder zu sich selbst.
Süddeutsche Zeitung, 20.09.1995
So hoch er auf der Karriereleiter geklommen ist, so armselig steht es um seinen Gefühlshaushalt.
Der Tagesspiegel, 24.03.2005
Gegen Morgengrauen klimmen wir in eine von hohen Bergkämmen eingeschlossene fruchtbare Ebene hinab.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Zum Portier murmelt er: "China-Export", verschmäht Aufzug und Paternoster und klimmt eilig die Treppe hinauf.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 380
Zitationshilfe
„klimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klimmen>, abgerufen am 16.06.2019.

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