klingen

GrammatikVerb · klang, hat geklungen
Aussprache
Worttrennungklin-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›klingen‹ als Letztglied: ↗abklingen · ↗anklingen · ↗aufklingen · ↗ausklingen · ↗durchklingen · ↗herausklingen · ↗missklingen · ↗mitklingen · ↗nachklingen · ↗widerklingen · ↗zusammenklingen
 ·  mit ›klingen‹ als Grundform: ↗erklingen · ↗klingend · ↗verklingen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
einen (hellen) Klang von sich geben, mit einem (hellen) Klang zu hören sein, ertönen
Beispiele:
die Glocken klingen
aus dem Wald klang der Ruf des Kuckucks
der Stadtlärm klang bis zu ihrer Wohnung hinauf
mit klingendem Spiel (= mit Marschmusik) zogen die Soldaten durch die Stadt
sie ließen die Gläser klingen (= stießen hell mit den Gläsern an)
umgangssprachlich ihm haben die Ohren geklungen (= von ihm ist gesprochen worden)
Da hört er ein Klingen, / Wie Flöten so süß, / Wie Stimmen der Engel / Im Paradies [SchillerTellI 1]
übertragen
Beispiele:
in jmdm. eine Saite zum Klingen bringen (= ein Gefühl, eine Regung in jmdm. wecken)
mit, in klingender Münze (= bar) zahlen
etw. in klingende Münze (= in Geld) umsetzen
Literaturwissenschaft ein klingender Reim (= ein zweisilbiger, weiblicher Reim)
klingender Vorteil, Gewinnmaterieller Vorteil, Gewinn
Beispiel:
es geht mir nicht um klingenden Gewinn (= nicht um Geld)
2.
etw. klingt gutetw. hört sich gut an, wirkt gut
Beispiele:
der Vers, die Strophe, der Satz klingt gut, schlecht
die Melodie klingt fröhlich, schwermütig
etw. klingt rätselhaft, seltsam, komisch, tröstlich, grausam, hart, zynisch
diese Geschichte klingt unglaubhaft
seine Äußerung klang zurückhaltend
diese Erklärungen klingen wie Ausflüchte
seine Worte klingen wie ein Vorwurf, wie ein Scherz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klingen · abklingen · anklingen · Anklang · erklingen · verklingen · kling · Kling
klingen Vb. ‘einen (hellen) Klang von sich geben, (er)tönen’, übertragen ‘sich gut anhören, gut wirken’, ahd. klingan (8. Jh.), mhd. mnd. klingen, mnl. clinghen ‘hell tönen, erschallen, rauschen, plätschern’, daneben (mit abweichender, wohl expressiver Konsonanz im Inlaut) mnl. clinken, nl. klinken, engl. (aus dem Nl.?) to clink ‘klinken’ (s. ↗Klinke, ↗Klinker). Die Formen führen auf ie. *glengh-, eine nasalierte Erweiterung der unter ↗Klage (s. d.) angegebenen Schallwurzel ie. *gal- ‘rufen, schreien’. Zum Verb sind gebildet ↗Klinge, ↗klingeln, ↗Klang (s. d.). abklingen Vb. ‘leiser werden, verklingen, schwächer werden, nachlassen’ (2. Hälfte 18. Jh.). anklingen Vb. ‘anfangen zu klingen, an etw. erinnern, mit etw. übereinstimmen’ (2. Hälfte 17. Jh.); Anklang m. ‘durch Anschlag hervorgerufener Klang, leichte Ähnlichkeit, Zustimmung, Anerkennung’ (2. Hälfte 18. Jh.). erklingen Vb. ‘hell ertönen, zu klingen beginnen’, mhd. erklingen ‘erklingen (lassen, machen)’. verklingen Vb. ‘immer leiser werden und allmählich aufhören zu klingen’ (2. Hälfte 18. Jh.). kling Interjektion für einen hellen Ton (besonders beim Gläserklang), Schallwort zum Verb, mhd. klingā klinc!, auch in der Doppelung kling kling (17. Jh.), kling ling ling (18. Jh.); mit Sekundärablaut kling klang (Goethe). Substantivisch Kling m. ‘heller Klang’, mhd. klinc. Entsprechend Klingklang m.

Thesaurus

Synonymgruppe
(irgendwie) klingen · ↗(sich irgendwie) anhören · ↗tönen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mund Musik Ohr Stimme Wort abklingen anders anklingen ausklingen banal durchklingen eher einfach es fast harmlos hohl komisch mitklingen nachklingen paradox plausibel schön seltsam so verlockend vertraut zynisch ähnlich überzeugend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie klingt immer schön, egal, in welchem Repertoire, in welcher Sprache, in welchem Alter.
Die Zeit, 09.12.2013, Nr. 49
Dann klingt er so entschlossen wie ein Politiker vor der Wahl.
Der Spiegel, 05.11.1990
Wie kitschig klingt der Titel, aber, wir haben alle nun mal den ernsten Willen zum Kitsch!
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16789
Während das Porzellan beim Anschlagen einen hell klingenden Ton von sich gibt, klingt Steingut, wenn man es anschlägt, dumpf.
Die Landfrau, 15.11.1924
Natürlich war ich auf alle Proben mitgenommen worden; darum klingt mir noch heute jede Note, jeder Rhythmus, jedes Tempo im Ohr wie damals.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„klingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klingen>, abgerufen am 17.09.2019.

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