klopfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungklop-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›klopfen‹ als Erstglied: ↗Klopffechter · ↗Klopffestigkeit · ↗Klopfgeist · ↗Klopfjagd · ↗Klopfmassage · ↗Klopfrhythmus · ↗Klopfsprache · ↗Klopfstange · ↗Klopfzeichen · ↗klopffest
 ·  mit ›klopfen‹ als Letztglied: ↗abklopfen · ↗anklopfen · ↗aufklopfen · ↗ausklopfen · ↗beklopfen · ↗einklopfen · ↗festklopfen · ↗geradeklopfen · ↗gradeklopfen · ↗herausklopfen · ↗herumklopfen · ↗zerklopfen
 ·  mit ›klopfen‹ als Grundform: ↗Geklopfe · ↗Klopfen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mehrere Male leicht an, auf etw. schlagen, pochen
Beispiele:
an die, der Tür, am Fenster klopfen
er klopft an die Wand
an das Glas, Barometer klopfen
der Specht klopft am Baumstamm
auf den Tisch klopfen
jmdn. auf den Rücken, die Schultern klopfen
sie klopft mit der Fußspitze auf den Boden
jmdn. aus dem Schlaf klopfen (= an jmds. Tür pochen, damit er wach wird)
der Motor klopft (= hat Nebengeräusche durch Frühzündungen)
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich(bei jmdm.) auf den Busch klopfen (= durch geschicktes Fragen etw. zu erfahren suchen)
saloppjmdm. auf die Finger klopfen (= jmdn. zurechtweisen)
2.
ununterbrochen im gleichen Takt schlagen, pochen
Beispiele:
das Herz, der Puls, die Schlagader klopft
der Lehrer klopft den Takt
mit klopfendem Herzen
3.
durch leichtes Schlagen
a)
etw. reinigen
Beispiele:
Staub aus dem Mantel, der Decke klopfen
er klopft den Schnee von seinen Schuhen
die Betten, Kissen, Matratzen, den Teppich klopfen
Steine klopfen (= säubern und zerschlagen) (= in den Untergrund der Straße schlagen)
b)
etw. weich und mürbe machen
Beispiele:
Fleisch, ein Kotelett klopfen
Flachs klopfen
c)
einen Nagel in die Wand treiben
Beispiel:
er klopfte den Nagel in die Wand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klopfen · bekloppt · Kloppe · verkloppen · Klopfer
klopfen Vb. ‘leicht schlagen, pochen, rhythmisch schlagen’. Das lautnachahmende Verb, ahd. klophōn (9. Jh.), mhd. klopfen, mnd. mnl. kloppen steht im Ablaut zu ebenfalls lautnachahmendem ↗klaffen und ↗klappen (s. d.). Im Nd. und Md. ist unverschobenes kloppen gebräuchlich; dazu vgl. in der Umgangssprache bekloppt Adj. ‘beschränkt, nicht ganz bei Verstand, verrückt’ (20. Jh.), eigentlich ‘von einem Schlag auf den Kopf benommen’, Kloppe f. ‘Prügel, Schläge’, verkloppen Vb. ‘verprügeln, verhauen’, auch ‘unter der Hand (billig) verkaufen’ (um 1800), wohl nach dem Zuschlagen des Hammers bei Versteigerungen. Klopfer m. ‘Gerät zum Klopfen’ (16. Jh.); vgl. mhd. klopfære ‘Klopfender’.

Thesaurus

Synonymgruppe
hämmern · klopfen · ↗pochen · ↗pulsieren · ↗schlagen  ●  bumpern  ugs. · klopf klopf machen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust Busch Fenster Finger Hammer Haustür Herz Holz Pforte Rücken Scheibe Schenkel Schulter Spruch Takt Tischplatte Tür Türe Wohnungstür Zimmertür abklopfen anerkennend anklopfen aufklopfen ausklopfen dreimal festklopfen herumklopfen hämmern weich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klopfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da heißt es eben auch mal auf die Finger klopfen.
Die Welt, 31.05.2000
Außerdem klopfte er minutenlang mit dem Hammer gegen die Decke.
Der Tagesspiegel, 09.01.1998
Sein Herz klopfte, doch er wagte es nicht, zu rufen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 197
Mein Herz klopfte um eine Spur schneller, als ich ihm das erlaubt hatte.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3033
Jetzt klopft jemand und sagt, der Mann mit den Eiern ist da.
Tucholsky, Kurt: An Lisa von Schönebeck, 1922. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 15979
Zitationshilfe
„klopfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klopfen>, abgerufen am 15.11.2019.

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