klotzen

GrammatikVerb · klotzt, klotzte, hat geklotzt
Worttrennungklot-zen
formal verwandt mitKlotz
Wortbildung mit ›klotzen‹ als Letztglied: ↗hinklotzen · ↗ranklotzen
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich, anerkennend jmd. klotzthart arbeiten, schuften
Synonym zu ranklotzen
Beispiele:
Der neue Chef […] hatte ganz schön geklotzt, um sein Festival wieder in Fahrt zu bringen. [Süddeutsche Zeitung, 13.09.2004]
Auch am 800 Millionen Mark teuren Tiergarten-Autotunnel soll ab 1996 geklotzt werden. [Berliner Zeitung, 29.07.1994]
Seine Frau schämte sich sehr und jammerte über die Schande [der Entlassung ihres Mannes], aber sie musste die Augen auswischen und klotzen […]. [Seghers, Anna, Das siebte Kreuz, Mexico: El libro libre 1942, S. 351]
übertragenEr war ein kluger Spieler, […] technisch begabt[…]. Ein Verteidiger, der Spaß am Spielen hatte, nicht am Klotzen (= am rohen sportlichen Spielen mit hartem körperlichem Einsatz) […]. Ein filigraner Spieler. [Süddeutsche Zeitung, 09.09.2011]
Kollokation:
mit Adverbialbestimmung: ordentlich, richtig klotzen
sich nicht mit Kleinigkeiten abgeben, in großem Maßstab ans Werk gehen
Phrasem:
klotzen, nicht kleckern
Beispiele:
Sie wollen klotzen und nicht kleckern: Gerade erst ins österreichische Parlament gewählt, stellen die Neos schon den Anspruch, mitzuregieren. [Die Zeit, 21.10.2013 (online)]
Denn die Union wolle im Falle eines Wahlsieges »nicht kleckern, sondern wirklich klotzen [Süddeutsche Zeitung 07.12.2004]
Den Erfahrungen angesichts einer übermächtigen Verteidigung entsprang seine Konzeption einer neuen Offensive: zu führen mit Panzern, mit schnellen mechanisierten Verbänden, im Zusammenwirken mit der Luftwaffe, in einer Art, die Guderian mit dem Wort »Klotzen, nicht kleckern« [i. S. v. »wenn schon, denn schon«] so bündig wie befehlswirksam zur operativen Parole machen sollte. [Die Zeit, 02.12.1966, Nr. 49]
2.
abwertend (etw.) an einen bestimmten Ort klotzenetwas unangemessen Großes mit entsprechend hohem Mitteleinsatz wie einen Klotz in die Landschaft stellen
Beispiele:
Russland meint es wirklich ernst beim Wintersport mit Meerblick. Aber auch der wird auf Dauer nur funktionieren, wenn nicht allein Spitzenathleten kommen, sondern Breitensportler für ihren Skiurlaub jene Retortenresorts buchen, die in nur sechs Jahren in und um Krasnaja Poljana in die Berge geklotzt wurden. [Die Zeit, 19.02.2014, Nr. 08]
Unter dem Projektnamen »Atlantis« wollte der Schwabe einen 80 Meter hohen Feriensilo mit 700 Appartements und einer Tiefgarage mit 1300 Stellplätzen direkt an den Strand von Westerland klotzen. [Der Spiegel, 06.02.1984]
3.
etw. klotzt an einem bestimmten Ort(schwer und unbeweglich) wie ein Klotz an einem Ort liegen, stehen
Beispiele:
Auf der Fensterbank picken Vöglein, auf dem Schreibtisch klotzt ein schwerer Elefantenfuß, in der Ecke wartet ein bunt bemaltes Karussellpferd. [Die Zeit, 06.09.2010, Nr. 36]
Mehrere noch aus Führers Zeiten stammende Bunkerbauten, die damals noch auf sicherem Grunde klotzten, liegen längst abgestürzt am Strand[…]. [Die Zeit, 03.06.1966, Nr. 23]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klotz · klotzen · klotzig
Klotz m. ‘großes Stück Holz, besonders Teil eines Baumstamms’, (vgl. Hack-, Hauklotz), übertragen (seit etwa 1500) ‘grober, schwerfälliger, ungeschlachter Mensch’ ahd. kloz ‘Zapfen’ (um 800), mhd. kloz ‘Klumpen, Kugel, Baumstumpf, Kloben’, aengl. clot(t), engl. clot ‘Klumpen, Klümpchen’ stehen (mit Verdoppelung des Dentals) im Ablaut zu dem unter ↗Kloß (s. d.) behandelten Substantiv und gehören wie dieses zu der dort angeführten Dentalerweiterung von ie. *gleu-, damit also zu der verbreiteten Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. ↗kleben). Klotz und Kloß sind in der Bedeutung ursprünglich nicht wesentlich verschieden; in südd. Mundarten steht Klotz noch heute für ‘Klumpen’. Dazu die Wendung einen Klotz am Bein haben ‘belastet, in seinen Bewegungen gehemmt sein’ (18. Jh.; ausgehend von einem mit Ketten angeschmiedeten Klotz zur Behinderung der Bewegungsfreiheit von Sträflingen). klotzen Vb. nur fachsprachlich sowie in neuerer Umgangssprache für ‘unsportlich roh zutreten’ (beim Fußballspiel, 20. Jh.), älter ‘plump, laut auftreten’, auch ‘(be)zahlen’ (18. Jh.), (ran)klotzen ‘hart arbeiten’ (20. Jh.). klotzig Adj. ‘plump, wuchtig, massiv, ungeschlacht’ (15. Jh.), auch klotzicht, klotzecht.

Thesaurus

Synonymgruppe
nicht geizig sein · nicht sparen · sich nicht kleinlich zeigen  ●  in die Vollen gehen  ugs. · klotzen  ugs. · nicht kleckern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Architekt Bühne EZB Gegend Konkurrenz Landschaft Stadtrand Werbung Wiese da gleich hinklotzen kleckern lieber mal mitten ordentlich protzen ran ranklotzen reinklotzen richtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›klotzen‹.

Zitationshilfe
„klotzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/klotzen>, abgerufen am 21.11.2019.

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