knäueln

Grammatik Verb
Nebenform knäulen · Verb
Worttrennung knäu-eln ● knäu-len
Wortbildung  mit ›knäueln‹ als Letztglied: ↗zerknäueln · ↗zerknäulen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
sich zusammenballen und ein unentwirrbares Durcheinander bilden
2.
zu einem Knäuel wickeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knäuel · knäueln
Knäuel m. n. ‘zu einer Kugel aufgewickelter Faden (Garn, Wolle)’, übertragen ‘geballte, formlose Masse, Durcheinander, Gewirr’, mhd. knüel (14. Jh.), durch Dissimilation entstanden aus mhd. kliuwel, kliuwelīn, ahd. kliuwilīn (11. Jh.), dem Deminutivum von ahd. kliuwa (8. Jh.), kliuiwi (um 1000), mhd. kliuwe ‘Knäuel, Kugel, kugelförmige Masse’, das mit asächs. kleuwīn, mnd. klūwen, klǖwen, nl. kluwen, aengl. cliwen, cleowen, engl. clew ‘Knäuel’, anord. klē ‘Webstein’, eigentlich ‘Kugel, Knäuel’, und den unter ↗Klaue (s. d.) genannten Formen an ie. *gleu-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’, angeknüpft werden kann. knäueln Vb. ‘zu einem Knäuel zusammenwickeln’, mhd. kniuwelen (14. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›knäueln‹, ›knäulen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knäueln‹.

Verwendungsbeispiele für ›knäueln‹, ›knäulen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich knäule das Manuskript zu einer Papierkugel, öffne den ungeheizten Ofen und werfe sie hinein.
Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 60
Sie zog die Bettdecke vor ihr Gesicht, knäuelte sie in ihre Augen und begann zu weinen.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 293
Mitten über eine dieser Kreuzungen, auf denen der Verkehr kreischt, sich knäuelt, windet und plötzlich auf unerklärliche Weise verschwunden ist, rennen zwei Kamele.
Die Welt, 27.11.1999
Noch auf den Holzbänken im zweiten Rang der Musikhalle knäuelten sich die Besucher des philharmonischen Sonderkonzerts.
Die Welt, 22.02.2005
Sie rauchen, ringen und raufen miteinander, fahren Rad, spielen und knäueln sich.
Süddeutsche Zeitung, 23.04.1998
Zitationshilfe
„knäueln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kn%C3%A4ueln>, abgerufen am 25.09.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
knäuelig
Knäuelgras
Knäuelbehälter
Knäuelbecher
Knäuel
Knauf
knäulen
Knaupelei
knaupelig
Knaupelknochen