Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

knabbern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung knab-bern
Wortbildung  mit ›knabbern‹ als Erstglied: Knabberei · Knabbergebäck  ·  mit ›knabbern‹ als Letztglied: abknabbern · anknabbern · aufknabbern · beknabbern · herumknabbern
 ·  mit ›knabbern‹ als Grundform: zerknabbern
Mehrwortausdrücke  an etw. zu knabbern haben

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. Hartes in kleinen Bissen essen
  2. 2. ⟨an etw. knabbern⟩ an etw. nagen
    1. [umgangssprachlich, übertragen] sich mit etw. mühen
    2. [häufig] [umgangssprachlich] ⟨an etw. zu knabbern haben⟩
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. Hartes in kleinen Bissen essen
Beispiele:
Süßigkeiten, Kekse, Salzstangen, Erdnüsse knabbern
etwas zum Knabbern anbieten, mitbringen
das Kind knabbert seine Schokolade
2.
an etw. knabbernan etw. nagen
Beispiel:
die Maus hat am Speck, Käse geknabbert
umgangssprachlich, übertragen sich mit etw. mühen
Beispiel:
Da knabbern die Kriminalbeamten daran, was das mit seinem Arm gewesen ist [ DöblinAlexanderpl.479]
häufig, umgangssprachlich an etw. zu knabbern haben
Beispiele:
an der Rechenaufgabe werden die Schüler zu knabbern haben
fast jeder hat (im Leben) an irgend etwas zu knabbern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

knabbern Vb. ‘mit Geräusch nagen, hörbar abbeißen, Hartes in kleinen Bissen essen’, übertragen ‘sich mühen’. Das seit dem 18. Jh. in der Literatursprache belegte, wohl aus dem Omd. kommende Verb ist wie nhd. knappern, knuppern und nd. knabbeln, gnabbeln, nl. knabbelen ‘hörbar nagen’ Iterativbildung zu knappen ‘schnappen, wippend bewegen, wackeln, wanken’, mnd. ‘knacken, knistern’, nd. ‘klatschen, knacken, schnappen, beißen’, nl. ‘knabbern, knacken, prasseln, knistern’. Wohl gleicher Herkunft wie knapp (s. d.). Oder eher lautmalenden Ursprungs?

Thesaurus

Synonymgruppe
etwas Süßes essen · knabbern · naschen · schlecken  ●  knuspern  ugs., regional · schnabulieren  ugs.
Synonymgruppe
knabbern · knuspern · nagen  ●  mummeln  ugs. · mümmeln  ugs. · schnurpseln  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›knabbern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knabbern‹.

Verwendungsbeispiele für ›knabbern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Also Sie sollten, wenn man überhaupt soll – daran knabbere ich noch. [Tucholsky, Kurt: An Walter Mehring, 23.03.1929. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 16191]
Vermutlich hat er in den letzten Tagen schon viel Gebäck geknabbert. [Süddeutsche Zeitung, 25.02.2004]
Erst knabbert er unlustig dran rum, dann hört er ganz auf. [Süddeutsche Zeitung, 28.03.2002]
An der knabbert er nun schon seit Monaten – bisher ohne Erfolg. [Süddeutsche Zeitung, 14.07.1994]
Erst knabberte er an ihrem Essen, dann an ihrem Ohr herum, sie grinste belustigt in die Kameras. [Bild, 11.08.2005]
Zitationshilfe
„knabbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knabbern>.

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