knallen

GrammatikVerb · knallte, hat/ist geknallt
Aussprache
Worttrennungknal-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›knallen‹ als Erstglied: ↗Knaller · ↗Knallerbse · ↗Knallerei
 ·  mit ›knallen‹ als Letztglied: ↗abknallen · ↗anknallen · ↗aufknallen · ↗draufknallen · ↗drauflosknallen · ↗durchknallen · ↗entzweiknallen · ↗herunterknallen · ↗hineinknallen · ↗hinknallen · ↗losknallen · ↗niederknallen · ↗reinknallen · ↗vorbeiknallen · ↗vorknallen · ↗wegknallen · ↗zuknallen · ↗zusammenknallen
 ·  mit ›knallen‹ als Grundform: ↗Geknall · ↗Geknalle · ↗verknallen · ↗zerknallen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
einen Knall, Knalle von sich geben
a)
Beispiele:
Peitschen, Türen, Feuerwerkskörper, Sektkorken, Schüsse knallen
die Stiefel der marschierenden Soldaten knallen (auf dem Pflaster)
mit der Tür, Peitsche knallen
salopp wenn du nicht gleich damit aufhörst, knallt es (= gibt es Schläge, setzt es etwas)
[er] knallte mit den Absätzen (= schlug die Hacken zusammen) und meldete: »Herr Oberst, es ist angerichtet.« [RennKindheit304]
übertragen
Beispiele:
im Kabarett knallten nur so die Pointen
bei dir knallt's wohl? (= du bist wohl verrückt?)
b)
salopp schießen
Beispiele:
an der Front wurde ohne Pause geknallt
wenn Sie nicht sofort öffnen, knallt es (= wird geschossen)
salopp, derb jmdn. über den Haufen knallenjmdn. niederschießen
Beispiel:
Ich kann Sie über den Haufen knallen, Herr, wenn mir eine Regung in Ihrem Gesicht nicht gefällt [R. BartschGeliebt97]
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich hart gegen etw. fallen, stoßen, dass es einen Knall gibt
Beispiele:
das Auto knallt gegen die Hauswand, ist an den Baum geknallt
die Tasse knallt auf den Boden
die Tür knallt ins Schloß
übertragen
Beispiel:
die Mittagssonne knallte (= schien sehr heiß) auf die Straßen, Dächer
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
salopp etw. mit Wucht gegen etw. werfen, schlagen, dass es einen Knall gibt
Beispiele:
er knallte die Tür ins Schloss
Akten auf den Tisch, die Tasche auf den Stuhl knallen
vor Wut knallte er ihr die Briefe vor die Füße
er knallte mit Wucht die Trümpfe auf den Tisch
derb jmdm. eins, eine vor den Latz knallen (= jmdm. von vorn einen kräftigen Schlag versetzen)
jmdm. eine (hinter die Ohren) knallen (= jmdm. eine schallende Ohrfeige geben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knall · knallen · verknallen · verknallt · knallig
Knall m. ‘lautes, kurzes und scharfes Geräusch’, bezeugt seit dem 16. Jh., Rückbildung aus dem im Nhd. untergegangenen starken Verb mhd. -knellen ‘mit einem Knall zerplatzen’ (mhd. erknellen ‘erschallen’, mhd. zerknellen ‘mit Geräusch zerspringen’). Auf eine ähnliche lautnachahmende Grundform gehen zurück nl. knallen, aengl. cnyll ‘Glockenton, -zeichen’, cnyllan ‘läuten’, engl. knell ‘Totenglocke, Grabgeläute’, to knell ‘(besonders die Totenglocke) läuten, einläuten’. Der adverbial gebrauchten Fügung Knall und Fall ‘plötzlich, unerwartet’ (um 1700) geht eine Wendung Knall und Fall war eins, d. h. ‘mit dem Schuß fiel zugleich der Getroffene’ (17. Jh.) vorauf (aus der Jägersprache?). Umgangssprachlich einen Knall haben ‘verrückt sein’ (20. Jh.), wohl vom zu Benommenheit führenden Schlag an den Kopf; dazu das Schimpfwort Knallkopf, meist in nd. Lautung Knallkopp ‘dummer, verrückter Kerl’ (um 1930). knallen Vb. ‘einen Knall erzeugen, schießen, stoßen, fallen, werfen, schlagen, daß es einen Knall gibt’ (16. Jh.), von Knall abgeleitet; jmdm. eine (hinter die Ohren) knallen ‘jmdn. ohrfeigen’ (19. Jh.). verknallen Adj. ‘mit Knall vergehen, verpuffen’, umgangssprachlich ‘wegen einer Straftat gerichtlich verurteilen’ (vgl. verdonnern), reflexiv ‘sich verlieben’ (19. Jh.), verknallt Part.adj. ‘verliebt’. knallig Adj. älter knallicht, ‘auffallend, in die Augen stechend, grell, effektvoll, verblüffend’ (17. Jh.); vgl. knallrot ‘grell, schreiend rot’ (19. Jh., mundartlich wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
knallen · ↗zerplatzen  ●  peng machen  ugs.
Synonymgruppe
knallen · ↗krachen  ●  ↗rumsen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
knallen · ↗platzen
Synonymgruppe
(einen) Unfall geben (es) · knallen (es) (Autounfall o.ä.) · ↗scheppern (es)  ●  ↗krachen (es)  ugs. · rumms machen (es)  ugs. · rums machen (es)  ugs. · ↗rumsen (es)  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
(jemanden) benebeln · ↗(jemanden) beschwipsen · ↗berauschen  ●  betrunken machen (aufgrund des Alkoholgehalts)  Hauptform · knallen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Asphalt Ball Böller Champagner-Korken Champagnerkorken Gabel Korken Latte Latz Leitplanke Peitsche Pflaster Pfosten Schuß Sektkorken Sonne Wucht abknallen aufknallen drauf durchknallen frontal hinknallen krachen losknallen niederknallen weg zischen zuknallen zusammenknallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An der ersten Boje im Meer dann knallt der Korken.
Der Tagesspiegel, 11.08.2002
Der Wagen knallte rechts neben der Straße gegen einen Baum.
Bild, 04.10.2001
Sie knallen an uns vorbei, über die Köpfe weg, wir rasen los.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 79
Er knallte ihn wütend auf das Pflaster, aber das Eisen saß fest.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 31
Und in der Nacht knallt es ab und zu und das gibt Druck.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 15.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„knallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knallen>, abgerufen am 19.07.2019.

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