Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

knauserig

Grammatik Adjektiv
Nebenform knausrig
Aussprache 
Worttrennung knau-se-rig ● knaus-rig
Wortzerlegung knausern -ig
Wortbildung  mit ›knauserig‹ als Erstglied: Knauserigkeit · Knausrigkeit
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend übermäßig sparsam, ein wenig geizig
Beispiele:
er ist manchmal etwas knauserig (mit dem Geld)
sie teilt ihr Geld genau ein, aber knauserig ist sie nicht
sei nicht so knauserig!
Die Kaufleute Ninives wissen mit dem Geld nicht umzugehen. Verschwenderisch im Kleinen, sind sie knauserig im Großen [ DürrenmattEngelI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knauser · knaus(e)rig · knausern · Knauserei
Knauser m. ‘Geizhals’ dringt vom 17. Jh. an aus dem Omd. (Schles.) in die Schriftsprache ein. Vielleicht abgeleitet von dem untergegangenen Adjektiv frühnhd. knaus ‘hochfahrend’, mhd. knūʒ ‘vermessen, waghalsig’, auch ‘hochfahrend gegenüber den Armen’, das im Ablaut zu aengl. cnēatian ‘streiten’ steht, vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 42. Daher wohl zu der unter Knoten (s. d.) angeführten Dentalerweiterung ie. *gneut- der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’. knaus(e)rig Adj. ‘geizig, übertrieben sparsam’, knausern Vb. ‘übertrieben sparsam, geizig sein’, Knauserei f. (alle 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) sparsam · geizig · knauserig  ●  preisbewusst  positiv · filzig  ugs. · knickerig  ugs. · knickrig  ugs. · kniepig  ugs., norddeutsch · schrappig  ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld  ugs. · zugeknöpft  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›knauserig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›knauserig‹ und ›knausrig‹.

Verwendungsbeispiele für ›knauserig‹, ›knausrig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da sie von einer fanatischen Sparsamkeit besessen sind, können sie knauserig oder sogar unangenehm geizig sein. [Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 60]
Und die Banken zeigen sich bei ihren eigenen Angeboten ebenfalls äußerst knauserig. [Die Zeit, 18.07.1997, Nr. 30]
Es kommen weniger Touristen, und die sind noch dazu knauserig. [Die Zeit, 11.09.1981, Nr. 38]
Aber es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, knauserig zu sein. [Bild, 01.04.1998]
Wenn es ums Geld geht, werden dann doch viele knauserig. [Der Tagesspiegel, 23.02.2002]
Zitationshilfe
„knauserig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knauserig>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
knauplig
knaupeln
knaupelig
knattern
knatschig
knausern
knausrig
knautschen
knautschig
knebeln