knausern

GrammatikVerb
Worttrennungknau-sern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›knausern‹ als Erstglied: ↗Knauserei · ↗knauserig · ↗knausrig
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend mit etw. knausernmit etw. übertrieben sparsam umgehen
Beispiele:
mit dem Geld, Lohn, Urlaub, mit Geschenken, Spesen knausern
der Gastgeber knauserte mit dem Wein
Die Musikanten aber knauserten nicht mit ihrer Kunst [CarossaKindheit98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knauser · knaus(e)rig · knausern · Knauserei
Knauser m. ‘Geizhals’ dringt vom 17. Jh. an aus dem Omd. (Schles.) in die Schriftsprache ein. Vielleicht abgeleitet von dem untergegangenen Adjektiv frühnhd. knaus ‘hochfahrend’, mhd. knūʒ ‘vermessen, waghalsig’, auch ‘hochfahrend gegenüber den Armen’, das im Ablaut zu aengl. cnēatian ‘streiten’ steht, vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 42. Daher wohl zu der unter ↗Knoten (s. d.) angeführten Dentalerweiterung ie. *gneut- der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’. knaus(e)rig Adj. ‘geizig, übertrieben sparsam’, knausern Vb. ‘übertrieben sparsam, geizig sein’, Knauserei f. (alle 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Rotstift ansetzen · ↗(jemanden) knapphalten · auf die Kostenbremse treten · ↗einsparen · ↗geizen (mit) · knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · ↗sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · ↗knapsen  ugs.
Unterbegriffe
  • am falschen Ende sparen · da sparen, wo es am Ende keinen Vorteil bringt · da sparen, wo es wenig Sinn macht
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemanden) knapphalten · ↗beschränken · ↗einschränken · knausern  ●  ↗restringieren  geh., bildungssprachlich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Essen Hersteller Investition Kredit Sprit Trinkgeld Verbraucher Zuschuß ausgerechnet knapsen sparen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knausern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf Rückfragen sollte man jedoch gefaßt sein, denn leider knausert der Generator mit erläuternden Beschriftungen.
C't, 1997, Nr. 5
Schließlich knausern die Deutschen nicht mit ihren Ausgaben für ihre letzte Ruhe.
Die Zeit, 17.04.1981, Nr. 17
Ich habe jetzt eine vorzügliche Quelle entdeckt, es darf jedoch nicht wieder geknausert werden.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28790
Nur mit dem Nachtisch sollten Sie nicht knausern, außer der Süßspeise reichen wir stets Käse.
Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 140
Wir haben während und nach dem Kriege mit Geld für die meinungsmäßige Wehr geknausert oder es falsch angelegt.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 30
Zitationshilfe
„knausern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knausern>, abgerufen am 26.03.2019.

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