knauserig

GrammatikAdjektiv
Nebenform knausrig · Adjektiv
Worttrennungknau-se-rig ● knaus-rig
Wortzerlegungknausern-ig
Wortbildung mit ›knauserig‹ als Erstglied: ↗Knauserigkeit · ↗Knausrigkeit
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend übermäßig sparsam, ein wenig geizig
Beispiele:
er ist manchmal etwas knauserig (mit dem Geld)
sie teilt ihr Geld genau ein, aber knauserig ist sie nicht
sei nicht so knauserig!
Die Kaufleute Ninives wissen mit dem Geld nicht umzugehen. Verschwenderisch im Kleinen, sind sie knauserig im Großen [DürrenmattEngelI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knauser · knaus(e)rig · knausern · Knauserei
Knauser m. ‘Geizhals’ dringt vom 17. Jh. an aus dem Omd. (Schles.) in die Schriftsprache ein. Vielleicht abgeleitet von dem untergegangenen Adjektiv frühnhd. knaus ‘hochfahrend’, mhd. knūʒ ‘vermessen, waghalsig’, auch ‘hochfahrend gegenüber den Armen’, das im Ablaut zu aengl. cnēatian ‘streiten’ steht, vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 42. Daher wohl zu der unter ↗Knoten (s. d.) angeführten Dentalerweiterung ie. *gneut- der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’. knaus(e)rig Adj. ‘geizig, übertrieben sparsam’, knausern Vb. ‘übertrieben sparsam, geizig sein’, Knauserei f. (alle 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) sparsam · ↗geizig · knauserig  ●  ↗preisbewusst  positiv · ↗filzig  ugs. · ↗knickerig  ugs. · ↗knickrig  ugs. · ↗kniepig  ugs., norddeutsch · schrappig  ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld  ugs. · ↗zugeknöpft  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • knauserig
Synonymgruppe
dürftig · ↗karg · ↗kläglich · ↗knapp · knausrig · ↗kärglich · ↗kümmerlich · ↗mau · ↗spärlich · ↗ärmlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finanzminister eher umgehen ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knausrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da sie von einer fanatischen Sparsamkeit besessen sind, können sie knauserig oder sogar unangenehm geizig sein.
Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 60
Wenn es ums Geld geht, werden dann doch viele knauserig.
Der Tagesspiegel, 23.02.2002
Aber es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, knauserig zu sein.
Bild, 01.04.1998
Und die Banken zeigen sich bei ihren eigenen Angeboten ebenfalls äußerst knauserig.
Die Zeit, 18.07.1997, Nr. 30
Ein knauseriger Tauscher gab etwas weniger, als er das letzte Mal vom Partner bekommen hatte.
Die Welt, 01.04.1999
Zitationshilfe
„knauserig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knauserig>, abgerufen am 22.05.2019.

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