knebeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkne-beln
Wortbildung mit ›knebeln‹ als Erstglied: ↗Knebelung · ↗Kneblung  ·  mit ›knebeln‹ als Letztglied: ↗Gewissensknebelung · ↗niederknebeln
eWDG, 1969

Bedeutung

einem Überfallenen einen Knebel in den Mund stecken
Beispiele:
die Gangster fesselten den Wächter und knebelten ihn
gefesselt und geknebelt lag er da
Die Henker reißen das geknebelte Weib auf die Tribüne unter ein Holzgerüst [UnruhNike235]
bildlich jmds. Handeln unter seinen Willen beugen
Beispiele:
die Presse, Opposition, ein Land, Volk knebeln
Wir sind in einem Staat groß geworden, in dem rücksichtslos jede freie Meinungsäußerung geknebelt (= unterdrückt) worden ist [A. NeumannEs waren ihrer sechs202]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knebel · knebeln · Knebelbart
Knebel m. ‘Querholz’ (zum Spannen, Festziehen), ‘Holzpflock’ (zum Tragen, als Verschluß), ‘zusammengedrehtes Stoffknäuel’ (um jmdm. den Mund zu verstopfen und ihn am Schreien zu hindern), ahd. knebil ‘Holzstück, Querholz (zum Fesseln), Pferdekummet’ (11./12. Jh.), mhd. knebel ‘Knöchel, Holzstück, Querholz, grober Kerl, Bengel’, asächs. kneƀil, mnd. knēvel ‘Pflock (auch als Mantelverschluß), Querstange, plumper Kerl, Flegel, gedrehte Spitze des Schnurrbarts’, nl. knevel ‘Holzstück, Knebel, Knebelbart’, anord. knefill ‘Baumast, Querstange’, dän. knevel, knebel ‘Mundknebel’ führen auf eine deminutive l-Ableitung von germ. *knab- ‘Pflock, Stock, Klotz’ (wozu auch ↗Knabe, s. d.). Außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten finden sich nicht. knebeln Vb. ‘fesseln, binden, mit einem Knebel den Mund verstopfen’ (17. Jh.). Knebelbart m. ‘gedrehter Schnurrbart’ (16. Jh.).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
kleinhalten · knebeln · ↗knuten · ↗unterdrücken · ↗unterjochen · ↗versklaven  ●  ↗opprimieren  geh., veraltet, lat. · ↗unterbuttern  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gangster Klebeband Medium Mund Presse Täter Unbekannte Zensur Zulieferer ausrauben bedrohen berauben binden einschüchtern erdrosseln erschlagen erstechen fesseln foltern knechten mißhandeln niederschlagen schleppen sperren unterdrücken vergewaltigen würgen zusammenschlagen überfallen überwältigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knebeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die griechische Presse ist geknebelt; manchmal tut sie das sogar selbst.
Die Zeit, 09.12.2012, Nr. 49
Mehrmals habe sie zugeschlagen, den schwer verletzten Mann dann geknebelt.
Der Tagesspiegel, 19.03.2005
Der Mann hatte in beiden Fällen seine Opfer gefesselt und geknebelt.
Die Welt, 17.01.2000
Der Legionär trat die Frau nieder, prügelte, fesselte, knebelte sie.
Bild, 30.07.1997
Ein kommunistischer Matrose, der nichts von Anarchie wissen wollte, wurde rebellisch und mußte gefesselt und sogar geknebelt werden.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 641
Zitationshilfe
„knebeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knebeln>, abgerufen am 24.03.2019.

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