knechten

GrammatikVerb · knechtet, knechtete, hat geknechtet
Aussprache
Worttrennungknech-ten
Wortbildung mit ›knechten‹ als Erstglied: ↗Knechtung  ·  mit ›knechten‹ als Letztglied: ↗verknechten
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. unter seine Herrschaft bringen, unterjochen
Beispiele:
ein Volk, Land knechten
In Erwägung unsrer Schwäche machtet / Ihr Gesetze, die uns knechten solln [BrechtGedichte272]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knecht · knechtisch · Knechtschaft · knechten
Knecht m. ehemals ‘in einem Arbeitsverhältnis bei einem Bauern stehender Landarbeiter’, auch ‘Diener, Untergebener, Unfreier, Unterdrückter’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. kneht ‘Knabe, Jüngling, Bursche, junger Mann in lernender und dienender Stellung, Diener, Knappe, Krieger, Held, Lehrling, Geselle’, mnd. knecht, mnl. cnecht, nl. knecht ‘Diener, Knecht, Geselle’, aengl. cniht ‘Knabe, Jüngling, Diener, Krieger, Held’, engl. knight ‘Ritter’. Herkunft ungewiß. Man sieht darin gewöhnlich eine Bildung mit t-Suffix, die man (im Hinblick auf eine vergleichbare Bedeutungsentwicklung von ‘Stock, Knüppel’ zur männlichen Personenbezeichnung in ↗Knabe, ↗Bengel, s. d.) mit mnd. knagge ‘dickes Holzstück, Pflock’, nd. Knagge ‘Pflock, Knorren im Holz’, engl. knag ‘Knorren, Ast’, schwed. knagg ‘Knoten, Knorren, Höcker’, (mundartlich) ‘untersetzter starker Kerl’, anord. (mit germ. kk) knakkr ‘(Tisch-, Stuhl)bein, Schemel’ verbinden kann. Dann ließe sich ie. *gnegh- erschließen, das als Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ (s. ↗kneipen) angesehen werden kann. In zahlreichen älteren Zusammensetzungen sind frühere Bedeutungen des Wortes noch erkennbar, vgl. Fuß-, Kriegs-, Landsknecht, Brau-, Müllerknecht, Amts-, Stadtknecht, Folter-, Fuhr-, Haus-, Reit-, Ruderknecht; ferner in Gerätebezeichnungen wie Licht-, Stiefelknecht. knechtisch Adj. ‘unterwürfig, kriecherisch, sklavisch’ (um 1500). Knechtschaft f. ‘Unfreiheit, (Leben in) Unterdrückung’ (16. Jh.). knechten Vb. ‘unter seine Herrschaft bringen, unterdrücken’ (um 1830; bei Stieler 1691 als ungebräuchlich angeführt); mhd. knehten (reflexiv) ‘den Knecht spielen’, mhd. beknehten, frühnhd. knechten (reflexiv) ‘sich mit einem Knechte versehen’ sind wohl singuläre Verwendungen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Volk ausbeuten knebeln quälen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knechten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich knechte mich lieber am Berg ab, da bist du irgendwann oben und genießt den Triumph.
Der Tagesspiegel, 15.05.2005
Er knechtet nicht nur, er wirbt auch unablässig für sich selbst.
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2003
Und man weiß doch, wie diese ungebildeten und brutalen Rohlinge das Weib mißhandeln, beschimpfen und knechten!
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18496
Die menschliche Vernunft wird dabei nicht geknechtet, sondern gerade befreit zu guten Taten und mutigen Lösungen.
Schweitzer, W.: Sozialethik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 39856
Die Strenge ihrer Moral knechtet sie unter die Machenschaften der Herren.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 172
Zitationshilfe
„knechten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knechten>, abgerufen am 16.12.2019.

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