knechtisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungknech-tisch (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend unterwürfig, sklavisch
Beispiele:
knechtischer Gehorsam
Knechtisch hat es den Volksgeist gemacht [UnruhNike77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knecht · knechtisch · Knechtschaft · knechten
Knecht m. ehemals ‘in einem Arbeitsverhältnis bei einem Bauern stehender Landarbeiter’, auch ‘Diener, Untergebener, Unfreier, Unterdrückter’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. kneht ‘Knabe, Jüngling, Bursche, junger Mann in lernender und dienender Stellung, Diener, Knappe, Krieger, Held, Lehrling, Geselle’, mnd. knecht, mnl. cnecht, nl. knecht ‘Diener, Knecht, Geselle’, aengl. cniht ‘Knabe, Jüngling, Diener, Krieger, Held’, engl. knight ‘Ritter’. Herkunft ungewiß. Man sieht darin gewöhnlich eine Bildung mit t-Suffix, die man (im Hinblick auf eine vergleichbare Bedeutungsentwicklung von ‘Stock, Knüppel’ zur männlichen Personenbezeichnung in ↗Knabe, ↗Bengel, s. d.) mit mnd. knagge ‘dickes Holzstück, Pflock’, nd. Knagge ‘Pflock, Knorren im Holz’, engl. knag ‘Knorren, Ast’, schwed. knagg ‘Knoten, Knorren, Höcker’, (mundartlich) ‘untersetzter starker Kerl’, anord. (mit germ. kk) knakkr ‘(Tisch-, Stuhl)bein, Schemel’ verbinden kann. Dann ließe sich ie. *gnegh- erschließen, das als Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ (s. ↗kneipen) angesehen werden kann. In zahlreichen älteren Zusammensetzungen sind frühere Bedeutungen des Wortes noch erkennbar, vgl. Fuß-, Kriegs-, Landsknecht, Brau-, Müllerknecht, Amts-, Stadtknecht, Folter-, Fuhr-, Haus-, Reit-, Ruderknecht; ferner in Gerätebezeichnungen wie Licht-, Stiefelknecht. knechtisch Adj. ‘unterwürfig, kriecherisch, sklavisch’ (um 1500). Knechtschaft f. ‘Unfreiheit, (Leben in) Unterdrückung’ (16. Jh.). knechten Vb. ‘unter seine Herrschaft bringen, unterdrücken’ (um 1830; bei Stieler 1691 als ungebräuchlich angeführt); mhd. knehten (reflexiv) ‘den Knecht spielen’, mhd. beknehten, frühnhd. knechten (reflexiv) ‘sich mit einem Knechte versehen’ sind wohl singuläre Verwendungen.

Thesaurus

Synonymgruppe
dienerisch · katzbucklig · knechtisch · ↗kriecherisch · ↗lakaienhaft · ↗servil
Assoziationen
  • (sich) alles gefallen lassen · (sich) nicht wehren · alles mit sich machen lassen · kein Ehrgefühl (im Leibe) haben · keinen Stolz haben
Synonymgruppe
blind ergeben · ↗devot · ↗hörig · ↗hündisch · knechtisch · ↗kriecherisch · ↗sklavisch · ↗speichelleckerisch · ↗untertänig · ↗unterwürfig  ●  ↗(jemandem) untertan  geh. · ↗servil  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Furcht Gesinnung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knechtisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis auf die heutige Zeit zeigte sich dieser knechtische Geist.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 04.03.1934
Selbst das Schlagzeug sucht nach einem inneren Puls, der vergessen macht, daß es so etwas wie einen knechtisch zuliefernden Beat einmal gegeben hat.
Süddeutsche Zeitung, 15.05.1996
Statt einen heroischen Prätendenten zu zeichnen, fleht der Kleistsche Antiheld knechtisch um sein Leben.
Der Tagesspiegel, 04.07.2004
Für einen Venedey war das eine Forderung nach knechtischem Verhalten.
Die Zeit, 09.03.1998, Nr. 10
Die knechtische Furcht wird zur unentbehrlichen Vorstufe für die rechte G.
Iwand, H. J.: Gottesfurcht. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16646
Zitationshilfe
„knechtisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knechtisch>, abgerufen am 07.12.2019.

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