kneipen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungknei-pen
Wortbildung mit ›kneipen‹ als Erstglied: ↗Kneipabend · ↗Kneipbruder · ↗Kneiperei · ↗Kneipkumpan · ↗Kneiptour
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
salopp, abwertend zechen
Beispiel:
er hatte schwer, die ganze Nacht hindurch gekneipt
2.
zu einem studentischen Kneipabend zusammenkommen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kneipe · kneipen1 · Kneipier
Kneipe f. ‘einfaches Wirtshaus, Schenke’. Im 18. Jh. zuerst im Obsächs. aufkommendes Kneipschenke wird in der Studentensprache zu Kneipe verkürzt und bezeichnet eine ‘kleine, schlechte Schenke’ sowie die darin abgehaltene ‘Zusammenkunft zum Zechen’, dann auch das ‘kleine Zimmer eines Studenten’, die ‘Studentenbude’ (Ende 18. Jh.). Das Substantiv gehört wahrscheinlich zu ↗kneipen ‘kneifen, zusammendrücken, klemmen, einengen’ (s. d.), so daß von einer Vorstellung ‘beklemmend enger Raum’ auszugehen ist. Kneipe wird heute meist in abschätzigem Sinne gebraucht, oft aber auch als ‘vertrautes, gemütliches Lokal’ verstanden. kneipen1 Vb. ‘zechen’ (18. Jh.). Kneipier m. ‘Wirt, Inhaber einer Kneipe’, französierende Bildung der Studentensprache (um 1800).

kneipen2 Vb. ‘kneifen, zusammendrücken, klemmen’. Im 15. Jh. entsteht aus mnd. knīpen eine diphthongierte Form md. kneipen, die bis ins 18. Jh. auch in der Literatursprache gilt, dann aber vielfach durch verhochdeutschtes ↗kneifen (s. d.) abgelöst wird. Mnd. knīpen, nl. knijpen (mit germ. p aus ie. b) und verwandtes mnd. knīf ‘Messer’, mnl. cnijf, nl. knijf, anord. knīfr, schwed. kniv (mit germ. aus ie. bh) verbinden sich mit lit. gnýbti ‘kneifen’. gnỹbis ‘Kniff, durch Kneifen entstandener Fleck’, so daß ie. *gneib(h)- erschließbar ist, eine Erweiterung der (nur erweitert darstellbaren) Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’; s. ↗kneten, ↗Knochen, ↗Knolle, ↗Knopf.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder aber, wir rannten in die umliegenden Orte und kneipten.
Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398
Millionen verreckten, er kneipte und skatete sich dem Ende entgegen.
Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19
Denn der Deutsche singt, wenn er fröhlich kneipt, gerne melancholische Lieder.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4851
Zu Hause wurde, nach den Weinlieferungen zu schließen, viel gekneipt.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18311
Wir kneipten abends in der alten Hufschmiede, welche zum Künstlerklub arrangiert war, sehr animiert und sehr eifrig.
Corinth, Lovis: Selbstbiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1926], S. 22305
Zitationshilfe
„kneipen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kneipen#1>, abgerufen am 26.04.2019.

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kneipen

GrammatikVerb · kneipte, hat gekneipt
GrammatikVerb · knipp, hat geknippen
Aussprache
Worttrennungknei-pen
Wortbildung mit ›kneipen‹ als Erstglied: ↗Kneipzange
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich
Synonym zu kneifen (Lesart 1)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kneipe · kneipen1 · Kneipier
Kneipe f. ‘einfaches Wirtshaus, Schenke’. Im 18. Jh. zuerst im Obsächs. aufkommendes Kneipschenke wird in der Studentensprache zu Kneipe verkürzt und bezeichnet eine ‘kleine, schlechte Schenke’ sowie die darin abgehaltene ‘Zusammenkunft zum Zechen’, dann auch das ‘kleine Zimmer eines Studenten’, die ‘Studentenbude’ (Ende 18. Jh.). Das Substantiv gehört wahrscheinlich zu ↗kneipen ‘kneifen, zusammendrücken, klemmen, einengen’ (s. d.), so daß von einer Vorstellung ‘beklemmend enger Raum’ auszugehen ist. Kneipe wird heute meist in abschätzigem Sinne gebraucht, oft aber auch als ‘vertrautes, gemütliches Lokal’ verstanden. kneipen1 Vb. ‘zechen’ (18. Jh.). Kneipier m. ‘Wirt, Inhaber einer Kneipe’, französierende Bildung der Studentensprache (um 1800).

kneipen2 Vb. ‘kneifen, zusammendrücken, klemmen’. Im 15. Jh. entsteht aus mnd. knīpen eine diphthongierte Form md. kneipen, die bis ins 18. Jh. auch in der Literatursprache gilt, dann aber vielfach durch verhochdeutschtes ↗kneifen (s. d.) abgelöst wird. Mnd. knīpen, nl. knijpen (mit germ. p aus ie. b) und verwandtes mnd. knīf ‘Messer’, mnl. cnijf, nl. knijf, anord. knīfr, schwed. kniv (mit germ. aus ie. bh) verbinden sich mit lit. gnýbti ‘kneifen’. gnỹbis ‘Kniff, durch Kneifen entstandener Fleck’, so daß ie. *gneib(h)- erschließbar ist, eine Erweiterung der (nur erweitert darstellbaren) Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’; s. ↗kneten, ↗Knochen, ↗Knolle, ↗Knopf.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder aber, wir rannten in die umliegenden Orte und kneipten.
Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398
Millionen verreckten, er kneipte und skatete sich dem Ende entgegen.
Die Zeit, 04.05.2005, Nr. 19
Denn der Deutsche singt, wenn er fröhlich kneipt, gerne melancholische Lieder.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4851
Zu Hause wurde, nach den Weinlieferungen zu schließen, viel gekneipt.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18311
Zusätzlich verraten wir Ihnen, in welchen Berliner Kneipen Sie die EM live erleben und in den Pausen Skat spielen können.
Der Tagesspiegel, 13.06.2004
Zitationshilfe
„kneipen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kneipen#2>, abgerufen am 26.04.2019.

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