knicken

GrammatikVerb · knickt, knickte, hat/ist geknickt
Aussprache
Worttrennungkni-cken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›knicken‹ als Erstglied: ↗Knickebein2 · ↗Knickebein1 · ↗Knickei · ↗Knickfuß · ↗Knickung · ↗knickbeinig · ↗knickebeinig
 ·  mit ›knicken‹ als Letztglied: ↗abknicken · ↗anknicken · ↗einknicken · ↗umknicken · ↗wegknicken · ↗zerknicken · ↗zusammenknicken
 ·  mit ›knicken‹ als Grundform: ↗geknickt
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw. an einer Stelle so scharf umbiegen, dass es bricht, ohne sich dabei in zwei Stücke zu teilen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
eine Blume, einige Zweige, das Reisig knicken
der Sturm knickte die Bäume wie Streichhölzer
der Vogel hüpfte mit geknickten Flügeln
übertragen
Beispiele:
scherzhaftjmdm. das Herz knicken (= brechen)
sein Stolz, das moralische Rückgrat war geknickt
2.
etw., jmd. knicktetw., jmd. bricht an einer Stelle in sich zusammen, biegt um
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Fuß knickt im Sprunggelenk
sie knickt ins Knie
beim Gehen knickte sie nach vorn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

knicken · Knick · Knicker · knick(e)rig · knickern
knicken Vb. ‘in den Knien wanken, scharf umbiegen, falten, halb durch-, anbrechen, einen Riß, Sprung bekommen’, frühnhd. ‘schwankend gehen’ (15. Jh.), wohl Übernahme von mnd. knicken ‘im Knöchel, im Gelenk einknicken, spreizen, abbrechen, halb durchbrechen’, das mit mnl. cnicken ‘knacken, beugen, halb durchbrechen’, nl. knicken und (ablautend) anord. kneikja ‘biegen, zusammendrücken’, schwed. kneka ‘sich beugen’ an ie. *gneig-, eine Erweiterung der unter ↗kneipen (s. d.) genannten Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken’, angeknüpft werden kann. knicken steht auch, zumal in älterer Sprache, für ‘die Knie beugen, knicksen’ (s. ↗Knicks), für ‘geizen, knausern’ (s. unten knickern), ferner (wohl unter dem Einfluß von lautmalendem ↗knacken, s. d.) ‘einen hellen, kurzen Laut geben, mit leichtem Geräusch zerdrücken’. Knick m. ‘Sprung, feiner Bruch, scharfe Biegung’, auch ‘heller, kurzer Laut’ (17. Jh.), anfangs auch ‘Knicks’, nordd. ‘mit Büschen bepflanzter Erdwall’ (16. Jh.), mnd. knick ‘Hecke auf einem niedrigen Wall’. Knicker m. ‘wer übertrieben sparsam ist, Geizhals, Knauser’ (17. Jh.). knick(e)rig Adj. ‘übertrieben sparsam, geizig, knauserig’, knickern Vb. ‘knickrig sein’ (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
falten · knicken · ↗zusammenklappen
Technik
Synonymgruppe
falten · ↗falzen · ↗fügen · knicken · ↗kniffen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ast Baum Blüte Gras Grashalm Halm Hüfte Knie Mast Streichholz Strohhalm Strommast Sturm Stütze Zweig ab abknicken biegen durch ein einknicken entwurzeln falten innen um umknicken verbiegen wegknicken zusammenknicken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knicken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir jetzt überheblich werden, können wir das ganz schnell knicken.
Bild, 03.02.2006
Einen alten Brauch knickt der neue Denker also erst einmal nicht.
o. A.: WARUM DIESER MANN KEINEN RESPEKT VERDIENT. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1989]
Allein, wir können die Kraft des Windes auch an der Dicke des Zweiges messen, den er geknickt hat.
Simmel, Georg: Philosophie des Geldes. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1900], S. 15071
Es hat seinen Stolz für immer geknickt, die Einbildung, er wäre wer.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 49
So knicken sie das Gebälk ein, schichten Steine über die Leiber.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 45
Zitationshilfe
„knicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knicken>, abgerufen am 18.11.2019.

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