kniefällig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungknie-fäl-lig (computergeneriert)
GrundformKniefall
eWDG, 1969

Bedeutung

mit einem Kniefall
Beispiele:
jmdn. kniefällig um etw. bitten
jmdn. kniefällig beschwören
vor jmdm. kniefällig werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knie · knien · Kniebeuge · Kniefall · kniefällig · Kniescheibe
Knie n. Gelenk zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein, auch ‘Biegung, Krümmung’, ahd. kneo, knio (8. Jh.), mhd. knie, asächs. knio, mnd. knē, mnl. cnie, nl. knie, aengl. cnēo(w), engl. knee, anord. knē, schwed. knä, got. kniu (germ. *knewa-). Außergerm. vergleicht sich aind. jā́nu, griech. góny (γόνυ), lat. genū ‘Knie’, so daß der u-Stamm ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ erschließbar ist, s. auch ↗Kinn. Über Versuche, die hier für Knie genannten ie. Ausgangsformen mit den Wurzeln ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ zu verbinden, s. ↗Kind. knien Vb. ‘mit einem Knie oder beiden Knien auf dem Boden ruhen’, (reflexiv) ‘sich auf ein Knie oder die Knie niederlassen’, ahd. gikniuwen (9. Jh.), kniuwen (11. Jh.), mhd. kniewen, knien; daneben mit ableitendem l schweiz. chnülen, mnd. knēlen, mnl. cnielen, nl. knielen, engl. to kneel. Kniebeuge f. ‘das Beugen der Knie’ (18. Jh.) als ehrerbietiger Gruß, auch als Turnübung (vgl. Kniebeugung 1795, Kniebeugen Jahn 1816), älter, heute unüblich, ‘Kniekehle’ (Anfang 17. Jh.); s. ↗Beuge. Kniefall m. ‘das Niederlassen auf die Knie’ (als Zeichen der Ehrerbietung, Huldigung, des flehentlichen Bittens, der Unterwerfung), zum Verb mhd. knievallen ‘auf die Knie fallen’, wozu auch kniefällig Adj. (beide 18. Jh.). Kniescheibe f. scheibenartiger Knochen an der Vorderseite des Kniegelenks, ahd. knioskība (Hs. 12. Jh.), mhd. knieschībe.

Typische Verbindungen
computergeneriert

bitten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kniefällig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kniefällig bat er meinen Vater, ihn zu retten, aber ich war dagegen.
Friedländer, Hugo: Grete Beier, Tochter des Bürgermeisters Beier zu Brand, wegen Ermordung ihres Bräutigams vor dem Schwurgericht zu Freiberg i. Sa. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4253
Doch die Gäste an diesem Tag erstarren alles andere als in kniefälliger Hingabe.
Süddeutsche Zeitung, 22.06.2002
Diese kniefällige Lüge ist lebensgefährlich, sie muss durch Zauberei in Wahrheit verwandelt werden.
Die Zeit, 21.12.2009, Nr. 51
Kniefällig bat er den Flaucher, ihm seine Fahnenweihe nicht zu verhunzen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 877
Wahrhaftig, zum Sklaven habe es ihn gemacht, zum willenlosen, gekrümmten, kniefälligen Sklaven.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 5217
Zitationshilfe
„kniefällig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kniefällig>, abgerufen am 17.11.2019.

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