knochig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung kno-chig
Wortbildung  mit ›knochig‹ als Erstglied: ↗Knochigkeit  ·  mit ›knochig‹ als Letztglied: ↗feinknochig · ↗spitzknochig · ↗zartknochig
eWDG

Bedeutung

mit starken oder deutlich hervortretenden Knochen
Beispiele:
ein knochiges Gesicht
knochige Hände, Finger
die magere knochige Gestalt des Mannes
Tante Impi war eine große, knochige Klavierlehrerin [ RennKindheit107]
ein ziemlich großes, knochig gebautes Mädchen [ Th. MannBuddenbrooks1,11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knochen · Knöchel · Knöchelchen · knöchern · verknöchern · verknöchert · knochig · Knochenfraß · Knochenmann
Knochen m. ‘Teil des Skeletts’, mhd. knoche ‘Knochen’, mnd. knōke, knāke ‘Knochen, Hirnschale’, mnl. cnōke, nl. knook ‘Knochen, Glied, Gelenkhügel’, schwed. knoge ‘Knöchel’, norw. knoke setzen mit lit. gniáužti ‘(mit der Hand) fest zusammendrücken, quetschen, (aus)pressen’, gniáužta(s) ‘geballte Hand, Pfote, Handvoll’ und wohl auch serbokr. gnjáviti ‘drücken, pressen, quetschen, würgen’, slowen. ‘quälen, belästigen’ ie. *gneug̑- voraus, das sich zusammen mit mehreren anderen Erweiterungen an die Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ anschließt (s. ↗Knopf, ↗Knorren, ↗Knoten, ↗Knust, ↗knabbern, ↗kneipen2). Knochen hat altes ↗Bein (s. d.), das noch Luther bevorzugt, weitgehend zurückgedrängt. Dazu das Deminutivum Knöchel m. ‘Knochenvorsprung an Finger- und Fußgelenken’, mhd. knöchel, knüchel, frühnhd. knöchel, knochel, knuchel, mnd. knȫkel. Mit erneuter Deminuierung (aus dem Md.) Knöchelchen n. ‘kleiner Knochen’ (18. Jh.). knöchern Adj. ‘aus Knochen bestehend’ (18. Jh.). verknöchern Vb. ‘zu Knochen werden, durch Alter oder Mangel an Bewegung steif, unbeweglich werden’ (18. Jh.); verknöchert Part.adj. auch ‘geistig unbeweglich, starr, spießig’ (19. Jh.). knochig Adj. ‘mit starken, sichtbar hervortretenden Knochen ausgestattet, derb, plump, ungeschlacht’ (15. Jh.). Knochenfraß m. (um 1800), älter Beinfraß. Knochenmann m. ‘Tod’, personifiziert vorgestellt als Skelett (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
knochendürr · knochig
Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · knochig · ↗mager · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗schlaksig  abwertend · ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · ↗nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • knochig

Typische Verbindungen zu ›knochig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knochig‹.

Verwendungsbeispiele für ›knochig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit zehn Jahren war er größer als die anderen Kinder, nicht zu dick, nicht zu knochig.
Der Tagesspiegel, 03.05.2001
Wenn man ihn allein läßt, trommelt er mit seinen knochigen Fingern immer den gleichen Rhythmus vor sich hin.
Die Zeit, 14.08.1987, Nr. 34
Ihre Hand war braun und knochig und tat mir weh.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 11
Seine feste, knochige Hand packte den anderen kräftig an und zog ihn zu sich empor.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 194
Er war lang und knochig, hatte sorgfältig gescheiteltes Haar von undefinierbarer Farbe und eine sorgfältig ausgesuchte Frau.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 161
Zitationshilfe
„knochig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knochig>, abgerufen am 01.03.2021.

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