knochig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkno-chig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›knochig‹ als Erstglied: ↗Knochigkeit  ·  mit ›knochig‹ als Letztglied: ↗feinknochig · ↗spitzknochig · ↗zartknochig
eWDG, 1969

Bedeutung

mit starken oder deutlich hervortretenden Knochen
Beispiele:
ein knochiges Gesicht
knochige Hände, Finger
die magere knochige Gestalt des Mannes
Tante Impi war eine große, knochige Klavierlehrerin [RennKindheit107]
ein ziemlich großes, knochig gebautes Mädchen [Th. MannBuddenbrooks1,11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knochen · Knöchel · Knöchelchen · knöchern · verknöchern · verknöchert · knochig · Knochenfraß · Knochenmann
Knochen m. ‘Teil des Skeletts’, mhd. knoche ‘Knochen’, mnd. knōke, knāke ‘Knochen, Hirnschale’, mnl. cnōke, nl. knook ‘Knochen, Glied, Gelenkhügel’, schwed. knoge ‘Knöchel’, norw. knoke setzen mit lit. gniáužti ‘(mit der Hand) fest zusammendrücken, quetschen, (aus)pressen’, gniáužta(s) ‘geballte Hand, Pfote, Handvoll’ und wohl auch serbokr. gnjáviti ‘drücken, pressen, quetschen, würgen’, slowen. ‘quälen, belästigen’ ie. *gneug̑- voraus, das sich zusammen mit mehreren anderen Erweiterungen an die Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ anschließt (s. ↗Knopf, ↗Knorren, ↗Knoten, ↗Knust, ↗knabbern, ↗kneipen). Knochen hat altes ↗Bein (s. d.), das noch Luther bevorzugt, weitgehend zurückgedrängt. Dazu das Deminutivum Knöchel m. ‘Knochenvorsprung an Finger- und Fußgelenken’, mhd. knöchel, knüchel, frühnhd. knöchel, knochel, knuchel, mnd. knȫkel. Mit erneuter Deminuierung (aus dem Md.) Knöchelchen n. ‘kleiner Knochen’ (18. Jh.). knöchern Adj. ‘aus Knochen bestehend’ (18. Jh.). verknöchern Vb. ‘zu Knochen werden, durch Alter oder Mangel an Bewegung steif, unbeweglich werden’ (18. Jh.); verknöchert Part.adj. auch ‘geistig unbeweglich, starr, spießig’ (19. Jh.). knochig Adj. ‘mit starken, sichtbar hervortretenden Knochen ausgestattet, derb, plump, ungeschlacht’ (15. Jh.). Knochenfraß m. (um 1800), älter Beinfraß. Knochenmann m. ‘Tod’, personifiziert vorgestellt als Skelett (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
knochendürr · knochig
Synonymgruppe
formell · ↗förmlich · ↗unpersönlich  ●  ↗hölzern  ugs. · knochig  ugs. · ↗steif  ugs.
Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · knochig · ↗mager · ↗schlaksig · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
  • gertenschlank · rank und schlank · ↗schlank · schlank wie eine Gerte · schlank wie eine Tanne · ↗superschlank  ●  ↗rank  veraltet
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen
  • (stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · ↗halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
  • (kräftig) zulegen · an Gewicht zulegen · ↗ansetzen · dick(er) werden · in die Breite gehen · ↗zunehmen  ●  mehr werden  ironisch · (etwas) auf die Rippen kriegen  ugs.
  • hat ihr Idealgewicht · hat sein Idealgewicht · ↗normalgewichtig
  • feingliedrig · ↗schlankgliedrig · von zartem Körperbau · von zierlichem Körperbau · ↗zart (aufwertend) · zart gebaut · ↗zartgliedrig (aufwertend)  ●  ↗zierlich  Hauptform
  • hoch aufgeschossen · ↗schlaksig  ●  ↗(ein) Schlaks  ugs. · (ein) langes Ende  ugs. · ↗(eine) Bohnenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs.
  • (anderen) auf den Kopf spucken können · ↗(ein) Riese · ↗baumlang · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · ↗lang  ugs.
  • (ein) (ganz) Langer  ugs. · (eine) (ganz) Lange  ugs. · (und) dann kam eine lange Dürre  ugs., Spruch, scherzhaft · ↗Bohnenstange  ugs., fig. · Heugeige  ugs., österr., fig. · ↗Hopfenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs. · langes Elend  ugs., ironisch · langes Gereck  ugs., regional · langes Gestell  ugs.
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · (ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • von zartem Körperbau · zartes Wesen  ●  ↗Elfe  fig. · ↗Reh  fig. · Rehlein  fig. · ätherisches Wesen  geh.
Antonyme
  • knochig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Finger Gesicht Gestalt Hand Hüfte Knie Körper Rücken Schaltung Schulter Schwanz Schädel Typ Wange hager mager schmal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knochig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit zehn Jahren war er größer als die anderen Kinder, nicht zu dick, nicht zu knochig.
Der Tagesspiegel, 03.05.2001
Wenn man ihn allein läßt, trommelt er mit seinen knochigen Fingern immer den gleichen Rhythmus vor sich hin.
Die Zeit, 14.08.1987, Nr. 34
Ihre Hand war braun und knochig und tat mir weh.
Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 11
Seine feste, knochige Hand packte den anderen kräftig an und zog ihn zu sich empor.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 194
Er war lang und knochig, hatte sorgfältig gescheiteltes Haar von undefinierbarer Farbe und eine sorgfältig ausgesuchte Frau.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 161
Zitationshilfe
„knochig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knochig>, abgerufen am 26.03.2019.

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