knoten

GrammatikVerb · knotete, hat geknotet
Aussprache
Worttrennungkno-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›knoten‹ als Letztglied: ↗anknoten · ↗aufknoten · ↗einknoten · ↗festknoten · ↗zuknoten · ↗zusammenknoten
 ·  mit ›knoten‹ als Grundform: ↗entknoten · ↗verknoten
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
einen Faden, ein Band zu einem Knoten schlingen
Beispiele:
eine vorbildlich geknotete Krawatte
Um den hochgeschlagenen Rockkragen hatte er ein buntes Halstuch geknotet [Hausm.Abschied97]
2.
Fäden, Bänder durch einen Knoten verknüpfen
Beispiele:
den gerissenen Faden knoten
wie fein wir das Netz geknotet (= geknüpft) haben [MoloEin Deutscher168]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Knoten · knoten · knotig · Knoten
Knoten m. ‘Verknüpfung von Fäden, Stricken, Bändern’, auch ‘Verdickung, Anschwellung’, ahd. knoto ‘geflochtener Riemen’ (8. Jh.), mhd. knote ‘Verknüpfung, Verdickung’. Daneben steht bereits früh mit grammatischem Wechsel ahd. knodo ‘geflochtener Riemen’ (9. Jh.), ‘Fingerknöchel’ (11. Jh.), mhd. knode ‘Verknüpfung, Verdickung’. Zur t-Form gehört ↗Knüttel (s. d.), zur d-Form ↗Knödel (s. d.). Im Nhd. stehen die Doppelformen Knote, Knoten und Knode, Knoden lange nebeneinander, bis sich im 18. Jh. Knoten (mit auslautendem -n aus den obliquen Kasus) durchzusetzen beginnt. Auch die nächsten germ. Verwandten zeigen unterschiedlichen Auslaut der Wurzelsilbe. Zusammen gehören mhd. knotze ‘Knorren’, aengl. cnotta ‘Verdickung’, engl. knot ‘Knoten’, aengl. cnyttan ‘verknüpfen’, engl. to knit ‘stricken’, mnl. cnutten ‘knoten, festmachen’, mnd. knütten ‘zusammenknüpfen, -knoten, knüpfen, stricken’. Eine andere Gruppe bilden anord. knūtr ‘Knoten’ (s. ↗Knute), schwed. knut ‘Knoten’, anord. knūta ‘Knochenkopf, Knöchel’. Außergerm. Verwandte finden sich im Balt., vgl. lit. gniùsti ‘drücken’, gniùtulas ‘Ballen, Knollen, Klumpen’, gnùtulas ‘(faustgroßer) Klumpen’. Erschließbar ist eine Erweiterung ie. *gneut- (wozu auch ↗knutschen, s. d.) der Wurzel ie. *gen- ‘zusammendrücken, kneifen, zusammenknicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’, die in einer Vielzahl von (oft nur im Germ. vertretenen) Erweiterungen begegnet (s. ↗Knopf, ↗Knorren, ↗Knust). knoten Vb. ‘verschlingen, verknüpfen’, mhd. knoten. knotig Adj. (15. Jh.). Knoten m. meist im Plur., in der Seemannssprache Maßeinheit für die Schiffsgeschwindigkeit (Seemeilen pro Stunde), entlehnt (Anfang 18. Jh.) aus gleichbed. engl. knot, Plur. knots, eigentlich die Knoten in der Logleine zum Messen der Fahrgeschwindigkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
knoten · ↗knüpfen
Synonymgruppe
durchschlingen · knoten · ↗weben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Baum Brust Haar Hals Hüfte Krawatte Luftballon Nacken Schlinge Schnur Seil Strick Taschentuch Tuch auf binden falten fest festknoten schlingen wickeln zuknoten zusammenknoten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knoten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann knotet sie mich mit entschlossener Hand an meinen Sitz fest.
Die Zeit, 17.09.1993, Nr. 38
Ihre schönen, langen Haare musste sie zu einem Zopf knoten.
Bild, 24.08.2001
Er knotete fröstelnd den Schal fester und zog seinen Mantel über.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 271
Der junge Mann trug einen Kapuzensweater um die Hüften geknotet.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 8
Und wir fingen dann hier an, im Fischkombinat auf dem Netzboden Netze zu knoten.
Kursbuch, 1971, Bd. 24
Zitationshilfe
„knoten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knoten>, abgerufen am 16.10.2019.

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