kochen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung ko-chen
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 ·  mit ›kochen‹ als Binnenglied: Stahlkocher  ·  mit ›kochen‹ als Grundform: Koch2 · verkochen
Mehrwortausdrücke  vor Wut kochen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in reichlich Flüssigkeit auf Siedetemperatur erhitzen und dadurch
a)
eine rohe, unfertige Speise gar werden lassen
Beispiele:
Gemüse, Eier kochen
Kartoffeln in der Schale kochen
das Fleisch auf kleiner Flamme weich kochen
den Reis körnig kochen
gekochtes Obst
sprichwörtliches wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird (= das Gefürchtete wird nicht so schlimm werden)
sprichwörtlichwoanders wird auch nur mit Wasser gekocht (= woanders geht es auch nicht anders zu als überall)
es gibt Steckrüben […] in Wasser gekocht [ RemarqueIm Westen190]
b)
aus Wäsche den Schmutz lösen und vorhandene Bakterien abtöten
Beispiel:
die Wäsche soll man etwa zehn bis fünfzehn Minuten leicht kochen
2.
Beispiel:
Teer, Leim kochen (= so lange erhitzen, bis er flüssig und dadurch verwendbar wird)
3.
etw. kochtetw. befindet sich in Siedetemperatur
Beispiele:
das Kaffeewasser, die Milch kocht, hat gekocht
die Kartoffeln, Eier kochen schon
Erbsen müssen lange kochen
die Nudeln in sprudelnd kochendes Salzwasser geben
Mußt du ihr das Essen kochend hinstellen? [ BrechtMutter8 b]
bildlich etw. ist wild bewegt, aufgewühlt
Beispiele:
die See kochte
das Schiff versank in den kochenden Fluten
noch immer kochte die Luft (= war sie unerträglich heiß) [ RinserRinge154]
umgangssprachlich, übertragen jmd., etw. kocht, es kocht bei, in jmdm.jmd., etw. ist sehr erregt, wütend
Beispiele:
er kochte innerlich
sie kochte vor Wut, Eifersucht
Die Stadt kochte in dumpfer Empörung [ Feuchtw.Jüd. Krieg94]
Wie lange brauche es noch, bis auch ihm das Blut koche (= bis auch er koche)? [ BredelEnkel462]
etw. kocht in jmdm.etw. erregt jmdn. sehr
Beispiel:
Wut, Ärger kochte in ihm, seinem Innern, Herzen
4.
Speisen, die durch Hitze gar gemacht werden, zubereiten
Beispiele:
das Essen, den Kaffee kochen; Diät kochen
sie kocht sich [Dativ] eine Suppe
kochen lernen
sie, er kann gut kochen, kocht gern, versteht sich auf das Kochen
sie muss täglich für acht Personen kochen
ein schmackhaft, gut gekochtes Essen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Koch1 · Köchin · kochen · Koch2 · Kocher
Koch1 m. ‘wer Speisen zubereitet bzw. sich berufsmäßig damit befaßt’, ahd. kohho (9. Jh.), koh (11. Jh.), mhd. koch, asächs. mnd. kok, mnl. coc, nl. kok werden im Zusammenhang mit der verfeinerten römischen Kochkunst aus lat. cocus (Nebenform von lat. coquus) ‘Koch’ ins Germ. entlehnt. Aengl. cōc, engl. cook setzt dagegen sekundäre Dehnung des Vokals voraus (ähnliche Entwicklungen zeigen die unter Brief, Schule, s. d., behandelten Entlehnungen). Abgeleitet Köchin f. spätmhd. köchinne (14. Jh.) neben dem zum Verb gebildeten kocherīn. kochen Vb. ‘sieden, wallen, brodeln, Speisen zubereiten’, ahd. kohhōn (10. Jh.), mhd. kochen, mnd. kōken, mnl. cōcen, nl. koken, afries. koka sind (parallel zum Substantiv) frühe Entlehnungen aus lat. cocere (Nebenform von lat. coquere) ‘kochen, sieden’. Ahd. kohhōn stellt sich neben einheimisches ahd. siodan (nhd. sieden, s. d.), das noch heute im Süden des dt. Sprachgebietes für ‘den Siedepunkt erreichen, gar kochen’ gilt. Abgeleitet vom Verb Koch2 n. obd. öst. ‘Gekochtes, Brei’, mhd. koch. Kocher m. ‘Gerät zum Kochen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik, Technik
Synonymgruppe
aufbrühen · brauen · brodeln · kochen · sieden · wallen
Synonymgruppe
dämpfen · dünsten · garen · kochen · schmoren
Synonymgruppe
(Essen) zubereiten · kochen  ●  (Essen) machen  ugs. · am Herd stehen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›kochen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kochen‹.

Verwendungsbeispiele für ›kochen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je nach Größe des Tieres 10 bis 15 Minuten kochen lassen. [Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 141]
Die Eier vorsichtig hineingeben und etwa 8 Minuten kochen lassen. [o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 125]
Ich habe zwar innerlich gekocht, aber gesagt habe ich nichts. [Der Spiegel, 20.06.1994]
So kocht die Küche des nächsten Jahrhunderts auch ohne Koch, aber natürlich kann der Besitzer weiterhin selbst Hand anlegen. [Die Zeit, 09.03.2000, Nr. 11]
Sie ist bereit, in einem Restaurant zu kochen, Kochen ist auch eine Kunst. [Die Zeit, 01.10.1998, Nr. 41]
Zitationshilfe
„kochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kochen>.

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