kokeln

GrammatikVerb
Worttrennungko-keln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kokeln‹ als Letztglied: ↗ankokeln
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

norddeutsch, ostmitteldeutsch
Synonym zu gokeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

gaukeln · gokeln · kokeln · Gaukler · Gaukelei · Gaukelspiel
gaukeln Vb. ‘flattern, schwankend fliegen, auf spielerische Art täuschen, Zauberei treiben’, ahd. gougalōn (10. Jh.), mhd. gougeln, jünger goukeln ‘Zauberei, Taschenspielerkünste, Possen treiben’, mnd. gȫkelen, nl. goochelen gehören zu einem Substantiv, das in ahd. gougal (11. Jh.), mhd. gougel, goukel ‘Zauberei, Taschenspielerei, närrisches Treiben’ belegt ist. Nebenformen begegnen in omd. nordd. gokeln, kokeln Vb. ‘unvorsichtig mit Licht und Feuer spielen’. Die Herkunft ist unbekannt. Als wahrscheinlich verwandte Formen (teilsweise ablautend) können verglichen werden mnl. gūchelen, nl. guichelen ‘spotten’, guich ‘Grimasse’, ferner ahd. gougarōn (um 800), mhd. gougern ‘umherschweifen’, mhd. gogel Adj. ‘ausgelassen, lustig’, Subst. ‘ausgelassener Scherz, Possen’, gogen, gogelen ‘sich ausgelassen gebärden, hin und her gaukeln, flattern’, giege(l) ‘Narr, Betörter’ (öst. Gigerl ‘Kleidernarr’). Gaukler m. ‘Taschenspieler, Zauberkünstler, wer einem anderen etw. vormacht’, ahd. gougalāri (9. Jh.), mhd. gougelære, goukelære; vgl. auch aengl. gēog(e)lere, das allerdings von afrz. jogleor ‘Spaßmacher’ (s. ↗Jongleur) beeinflußt sein kann. Gaukelei f. ‘Taschenspielerei, Vorspiegelung, Vortäuschung’ (Anfang 16. Jh.), vgl. mnd. gōkelīe (1. Hälfte 14. Jh.). Gaukelspiel n. ‘Vorspiegelung, Vortäuschung’, mhd. gougel-, goukelspil.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausglühen · ↗brennen · ↗glimmen · ↗glühen · ↗rösten · ↗schmoren  ●  kokeln  ugs.
Synonymgruppe
herumkokeln · kokeln · mit Feuer spielen · ↗zündeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feuerzeug Junge ankokeln hin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kokeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte gekokelt, inzwischen einen Laden geplündert, Mädchen angefallen, alles im Namen der Freiheit.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 666
Nur, wenn hier einer direkt auf dem Rasen kokele, dann schreite man ein.
Die Welt, 06.08.2003
Nach ersten Ermittlungen hatte eines der kleinen Kinder in seinem Zimmer gekokelt.
Bild, 07.06.1999
Oder er wirft sie achtlos noch kokelnd in den Abfallbehälter einer Toilette.
Die Zeit, 20.04.1984, Nr. 17
Zwei 14 Jahre alte Knaben haben an einem Seiteneingang der Kirche mit Zeitungspapier gekokelt und den Brand nicht mehr unter Kontrolle bringen können.
o. A. [mh]: Canisius-Kirche in Berlin. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1995]
Zitationshilfe
„kokeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kokeln>, abgerufen am 19.03.2019.

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