kokettieren
GrammatikVerb · kokettierte, hat kokettiert
Aussprache
Worttrennungko-ket-tie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›kokettieren‹ als Letztglied: herumkokettieren
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
durch kokettes Benehmen das Gefallen eines Mannes zu erregen suchen, einen Mann erotisch zu reizen suchen
Beispiele:
sie hat mit ihm kokettiert
während sie mit ihm tanzte, kokettierte sie mit einem anderen
sie kann das Kokettieren nicht lassen
2.
mit etw. gefallen, auf andere wirken wollen
Beispiele:
er kokettierte mit seinem Alter, seinen grauen Schläfen
die Schauspielerin gefiel, weil sie nicht kokettierte
das kleine Mädchen begann schon zu kokettieren
Die Baronin ließ ihre Ringe funkeln und kokettierte mit ihren schmalen Händen [Kellerm.Totentanz168]
übertragen mit etw. ein wenig spielen
Beispiel:
er kokettiert mit dem Gedanken, ein Grundstück zu kaufen, bald in den Ruhestand zu gehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kokett · Kokette · Koketterie · kokettieren · Kokotte
kokett Adj. ‘gefallsüchtig’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. coquet, fem. coquette, das zu frz. coq ‘Hahn’ gebildet ist, also eigentl. ‘hahnenhaft, eitel wie ein Hahn’ bedeutet (s. auch ↗Kokarde). Früher (Anfang 17. Jh.) ist das entsprechende Substantiv Kokette f. ‘gefallsüchtige Frau’ bezeugt, frz. coquette. Weitere Entlehnungen (18. Jh.) sind Koketterie f. frz. coquetterie, und kokettieren Vb. frz. coqueter. Ebenfalls zu frz. coq ‘Hahn’ gehört die deminutive Ableitung frz. cocotte ‘Huhn, Hühnchen’, dann ‘artiges, galantes junges Mädchen’; auf dessen abschätzigem Gebrauch ‘gefallsüchtiges, leichtfertiges Mädchen’ beruht die Entlehnung Kokotte f. ‘(elegante) Dirne, Halbweltdame’ (19. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
bebalzen · beturteln · flirten · herummachen mit  ugs. · herumschäkern · herumturteln · liebäugeln · liebeln  ugs. · poussieren · rummachen mit  ugs. · schäkern · scharmutzieren · tändeln · turteln
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal kokettiert er auch damit, ein »verkappter Konservativer« zu sein.
Die Zeit, 12.12.2012, Nr. 49
Ich habe nie mit dem Image kokettiert, provokant zu sein.
Der Tagesspiegel, 07.11.2001
Als die sofort mit ihm zu kokettieren begann, zeigte er zwar, daß ihn die Auszeichnung freute, wahrte aber Distanz.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 120
Sie ist schlimmer als die Bühlerin, denn diese kokettiert wenigstens nicht erotisch.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 211
Er kokettiert mit seinem Unwert und geht unbehelligt an den Gefahren vorbei.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 335
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschied Ahnungslosigkeit Amtsmüdigkeit Attitüde Aura Aussehen Bescheidenheit Charme Dilettantismus Etikett Herkunft Image Karriereende Naivität Rücktritt Schwarz-Grün Unzulänglichkeit Vereinswechsel Wechsel Weggang bisweilen damit flirtet gelegentlich gern gerne munter schamlos ungeniert zuweilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kokettieren‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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