kullern

GrammatikVerb · kullert, kullerte, ist/hat gekullert
Nebenform landschaftlich kollern · Verb · kollert, kollerte, ist/hat gekollert
Worttrennungkul-lern ● kol-lern
Wortbildung mit ›kullern‹ als Erstglied: ↗Kullerauge · ↗Kullerpfirsich · ↗Kullerträne
 ·  mit ›kullern‹ als Letztglied: ↗herunterkullern · ↗hinabkullern · ↗runterkullern
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
(mit Geräusch) rollen, kugeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
Geldstücke, Erbsen kullern auf den Boden
der Ball ist unter den Tisch, Schrank gekullert
ein paar Kartoffeln waren aus dem Sack gekullert
ein Stein kullerte in die Tiefe
dicke Tränen kullern über ihr Gesicht
bildlich
Beispiel:
Da begannen Wörtchen aus meinem Mund zu kullern [GrassKatz142]
2.
etw. (mit Geräusch) rollen lassen, kugeln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
einen Ball kullern
Murmeln über den Tisch kullern
Sie kullern mit einer hölzernen Kugel [StrittmatterOchsenkutscher310]
übertragen
Beispiel:
saloppsich (vor Lachen) kullern (= sehr lachen)
3.
mit den Augen kullernmit den Augen rollen
Schreibung ‘kullern’
Beispiel:
Während sie das sagte, kullerte sie so scheinheilig mit ihren runden, schwarzen Augen [HartungWunderkinder215]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kollern2 · kullern · Kuller · Kulleraugen
kollern2, kullern Vb. ‘rollen, purzeln’ gelangt im 18. Jh. aus md. und nd. Mundarten ins Hd. Das auch in der Variante md. kullen vorkommende Verb (vgl. mhd. kūlen neben kugelen ‘mit Kugeln spielen’) ist abgeleitet von ebenfalls mundartlichem (md.) Kulle ‘Kugel’, dieses mit Vokalkürzung hervorgegangen aus mhd. kūle, der kontrahierten md. Form von mhd. kugel(e) (s. ↗Kugel); vgl. zum Verb gebildetes omd. Kuller f. ‘Kugel’. Kulleraugen Plur. ‘staunend aufgerissene (eigentlich kugelförmige) Augen’ (20. Jh.).

kollern1 Vb. landschaftlich auch kullern, ‘rollende, gurgelnde Laute ausstoßen’, besonders vom Truthahn (16. Jh.), auch ‘glucksen, knurren’ in Magen und Gedärm (19. Jh.). Vermutlich lautnachahmende Bildung zu den Schreien des Truthahns. Aber auch Anschluß an ↗Koller ‘Zorn, Wut’ (s. d.) ist möglich, da die Laute des Truthahns allgemein als zornig, wütend erachtet werden; vgl. kollern ‘von Sinnen sein, wüten, lärmen, närrisch, wunderlich sein’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kugeln · kullern · ↗rollen  ●  kollern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
balzen · ↗girren · ↗gockeln · ↗gurren · kollern · ↗rucken · ↗rucksen
Assoziationen
Synonymgruppe
kollern  ●  ↗purzeln  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Stein herunterkollern hinab hinunterkollern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kollern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Völlig verunsichert kullerte ihm mehrfach der Ball über den Fuß ins Aus.
Die Welt, 23.09.2005
Der rutschte 1991 aus, der Ball kullerte nur einen Meter weit.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2004
Christa ließ den kleinen Ilja nicht los und kullerte mit ihm lautlos die Böschung hinunter.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 71
Ich werfe mich auf den Bauch und kullere seitwärts nach rechts ab.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 331
Der Kopf des Hahnes war auf den Boden gefallen und neben sein Lager gekullert.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 469
Zitationshilfe
„kullern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kullern#1>, abgerufen am 08.12.2019.

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kollern

Alternative Schreibungkullern
GrammatikVerb
Worttrennungkol-lern ● kul-lern
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Beispiele:
der Truthahn kollert (= lässt seine Stimme mehrmals hintereinander rollend ertönen)
ein kollernder Puter
das Kollern der Schneehühner
die Truthähne ... ihre unordentlichen Tonleitern kollernd [BobrowskiLevin9]
bildlich
Beispiel:
ein kollerndes Lachen
umgangssprachlich, übertragen hohle, rollende, glucksende Geräusche hören lassen
Beispiele:
es kollert in den Gedärmen, Eingeweiden
es kollert mir im Bauch
ich hörte jenes kollernde Geräusch im Magen der Dickhäuter [SchomburgkAfrika357]
Einschläge rumsten und kollerten [ApitzNackt113]
2.
übertragen etw. schimpfend, polternd sagen
Schreibung ‘kollern’
Beispiele:
»Ich verstehe nichts davon«, kollerte der alte Mann
ich hörte kaum auf die kollernden Worte des Bischofs [C. F. Meyer4,124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kollern2 · kullern · Kuller · Kulleraugen
kollern2, kullern Vb. ‘rollen, purzeln’ gelangt im 18. Jh. aus md. und nd. Mundarten ins Hd. Das auch in der Variante md. kullen vorkommende Verb (vgl. mhd. kūlen neben kugelen ‘mit Kugeln spielen’) ist abgeleitet von ebenfalls mundartlichem (md.) Kulle ‘Kugel’, dieses mit Vokalkürzung hervorgegangen aus mhd. kūle, der kontrahierten md. Form von mhd. kugel(e) (s. ↗Kugel); vgl. zum Verb gebildetes omd. Kuller f. ‘Kugel’. Kulleraugen Plur. ‘staunend aufgerissene (eigentlich kugelförmige) Augen’ (20. Jh.).

kollern1 Vb. landschaftlich auch kullern, ‘rollende, gurgelnde Laute ausstoßen’, besonders vom Truthahn (16. Jh.), auch ‘glucksen, knurren’ in Magen und Gedärm (19. Jh.). Vermutlich lautnachahmende Bildung zu den Schreien des Truthahns. Aber auch Anschluß an ↗Koller ‘Zorn, Wut’ (s. d.) ist möglich, da die Laute des Truthahns allgemein als zornig, wütend erachtet werden; vgl. kollern ‘von Sinnen sein, wüten, lärmen, närrisch, wunderlich sein’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
kugeln · kullern · ↗rollen  ●  kollern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
balzen · ↗girren · ↗gockeln · ↗gurren · kollern · ↗rucken · ↗rucksen
Assoziationen
Synonymgruppe
kollern  ●  ↗purzeln  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Stein herunterkollern hinab hinunterkollern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kollern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Weggehen hören wir es noch lange hinter uns dröhnend kollern.
Die Zeit, 22.08.1997, Nr. 35
Eine verschimmelte Orange kollerte über die Mole der eisernen Stadt.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 230
Es klirrt wieder, es prasselt, man hört, wie der Stein dumpf hinten im Dunkel des Ladens irgendwo aufschlägt, noch einmal kollert, und es ist still.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 168
Statt des erwarteten Blutes sieht und hört man einen hölzernen Kopf über den Boden kollern.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Man meint ein Kichern zu hören, hämisch und verschmitzt kollert es aus den feisten Mönchen heraus.
Süddeutsche Zeitung, 13.09.2004
Zitationshilfe
„kollern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kollern#2>, abgerufen am 08.12.2019.

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