kollidieren

Grammatik Verb · kollidiert, kollidierte, ist/hat kollidiert
Aussprache 
Worttrennung kol-li-die-ren
Herkunft aus collīderelat ‘zusammenschlagen, -stoßen’ < col‑lat ‘zusammen-’ (kon-) + laederelat ‘verletzen, beschädigen’ (lädieren)
eWDG

Bedeutungen

1.
zusammenstoßen, aufeinanderprallen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
bei dichtem Nebel ist vor der Küste ein schwedischer Frachter mit einem dänischen Motorschiff kollidiert
ein Schnellzug kollidierte mit einem Güterzug
zwei Flugzeuge sind in der Luft kollidiert und abgestürzt
in der Hauptstraße kollidierten ein Lastwagen und ein Motorroller
bildlich
Beispiel:
Mit ihnen [den Arbeitern] kollidiert dauernd ein Rudel von Kameramännern [ F. HartlaubVon unten gesehen66]
2.
in Kollision kommen, sich überschneiden, sich kreuzen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
ihre Absichten, Meinungen, Forderungen kollidieren miteinander
kollidierende Interessen
diese Maßnahme kollidiert mit den Bestimmungen (= verstößt gegen die Bestimmungen)
die beiden Vorlesungen kollidieren (miteinander) (= fallen zeitlich zusammen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kollision · kollidieren
Kollision f. ‘Zusammenstoß’, übertragen ‘Konflikt, Auseinandersetzung’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. lat. collīsio (Genitiv collīsiōnis), einer Ableitung von lat. collīdere (collīsum) ‘zusammenschlagen, -stoßen’ (vgl. lat. laedere ‘verletzen, beschädigen’, s. ↗lädieren, und s. ↗kon-), woraus kollidieren Vb. ‘zusammenstoßen, -prallen, in Konflikt kommen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(einer Sache) zuwiderlaufen · ↗(sich) widersprechen · ↗entgegenstehen · in Konflikt geraten (mit) · in Konflikt stehen (mit) · kollidieren (mit)  ●  ↗konfligieren  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›kollidieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kollidieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›kollidieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei dichtem Nebel kollidierte er daraufhin mit einem voll besetzten Taxi.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004
Doch viel mehr kollidieren wir mit der Wirklichkeit des Jahres 1999.
Die Zeit, 15.04.1999, Nr. 16
Mit dem üblichen Sprachgebrauch kollidiert diese Terminologie weit weniger als mit dem leider mehrfach wissenschaftlich üblich gewesenen, freilich in sich bei weitem nicht einheitlichen.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 43
Die formale Frage und die »Frage« der Schuld können sehr wohl zugleich gestellt werden, ohne miteinander zu kollidieren oder einander auszuschließen.
Lindström, V.: Motivforschung. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12553
Auf der anderen Seite kollidiert das Medium des Rechts mit der Form des pädagogischen Handelns.
Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 918
Zitationshilfe
„kollidieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kollidieren>, abgerufen am 08.03.2021.

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