kommentieren

GrammatikVerb · kommentierte, hat kommentiert
Aussprache
Worttrennungkom-men-tie-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›kommentieren‹ als Erstglied: ↗Kommentierung
eWDG, 1969

Bedeutung

etw. erklären, erläutern
a)
etw. mit einem wissenschaftlichen Kommentar versehen, etw. auslegen
Beispiele:
ein Gesetzeswerk, einen literarischen Text kommentieren
eine kommentierte Ausgabe der »Göttlichen Komödie«
Robert las in alten Handschriften ... die von ehemaligen Gehilfen des Archivs übertragen und vielfach kommentiert waren [KasackStadt186]
b)
in Presse, Funk oder Fernsehen einen Kommentar zu aktuellen (politischen) Ereignissen geben
Beispiel:
der Staatsbesuch, Wahlausgang wurde unterschiedlich, ausgiebig, von allen Blättern kommentiert
c)
Bemerkungen zu etw. machen
Beispiele:
Gallasch führte uns durch die Halle, zeigte und kommentierte [S. LenzBrot106]
[eine Dame] kommentierte diese ... Bemerkung mit dem albernen Ausdruck: »Kindermund!« [HildesheimerParadies17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kommentar · kommentieren · Kommentator
Kommentar m. ‘Erläuterung, Erklärungsschrift, Anmerkung’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh., zuerst in lat. Form) aus lat. commentārius bzw. commentārium ‘Notizbuch, Niederschrift, Denkwürdigkeit, gesammelte Beispiele, Auszüge, Auslegung’, zu lat. commentus, Part. Perf. von lat. comminīscī ‘sich etw. ins Gedächtnis zurückrufen, sich auf etw. besinnen, aus-, ersinnen’. Die Eindeutschung Commentarien Plur. erfolgt im 16., Commentar Sing. im 18. Jh. In älterer Zeit auch Comment ‘Erklärung, Erläuterung’ (16./17. Jh.), aus lat. commentum ‘etw. Ausgesonnenes, Erfindung, Einfall’, spätlat. ‘Erklärung’. kommentieren Vb. ‘erläutern, besprechen, auslegen’ (17. Jh.), aus lat. commentārī bzw. spätlat. commentāre ‘überdenken, erläutern, auslegen’. Kommentator m. (16. Jh.), aus spätlat. commentātor ‘Erfinder, Erklärer, Ausleger’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Anmerkung machen · Stellung nehmen (zu) · einen Kommentar abgeben · kommentieren  ●  ↗orchestrieren  geh., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(etwas) kommentieren · (seine Meinung) zum Ausdruck bringen · ↗(sich) artikulieren  ●  (seine) Meinung sagen  Hauptform · (den) Mund aufmachen  ugs., auch figurativ · (etwas) sagen zu  ugs. · (seinen) Senf dazugeben  ugs., fig.
Oberbegriffe
  • (sich) äußern zu · reden über · sprechen von
Assoziationen
  • (etwas) klar aussprechen · (ganz) offen sein · (jemandem) nichts vormachen · (mit etwas) nicht hinterm Berg halten · (mit jemandem) Fraktur reden · (sich) unmissverständlich ausdrücken · auf den Punkt bringen · auf den Punkt kommen · deutlich werden · deutliche Worte finden · deutlicher werden · klare Worte finden · offen reden · offen und ehrlich seine Meinung sagen · unbeschönigt seine Meinung äußern · unverblümt benennen  ●  böse Zungen behaupten  Redensart, variabel · die Karten offen auf den Tisch legen  fig. · kein Blatt vor den Mund nehmen  fig. · offen aussprechen  Hauptform · (eine) klare Ansage (machen)  ugs. · (etwas) auf gut Deutsch sagen  ugs. · ↗Klartext (reden)  ugs. · Klartext reden  ugs. · Tacheles reden  ugs. · aus seinem Herzen keine Mördergrube machen  ugs. · das Kind beim Namen nennen  ugs. · nicht (lange) um den heißen Brei herumreden  ugs. · nicht drumherum reden  ugs. · reinen Wein einschenken  ugs., fig. · zur Sache kommen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Analyst Anfrage Bemerkung Bericht Bundestrainer Entscheidung Gerücht Geschehen Händler Meldung Pariser Presse Satz Spekulation Sprecher Sprecherin Tageszeitung Trainer Vorgang Wort Zeitung bissig ironisch lakonisch nicht sarkastisch süffisant trocken zurückhaltend Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kommentieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist eben wie im ganz normalen Leben, kommentiert einer der Kombattanten.
Die Welt, 23.09.2005
Deshalb kommentiert er sie, macht sich lustig darüber oder tut verwundert.
Der Tagesspiegel, 29.11.2003
Ich will das nicht kommentieren, weil ich es selbst nicht gehört habe.
Der Spiegel, 29.05.2000
Auch andere Bücher des Alten Testamentes hat er auf diese Weise kommentiert.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 28826
Es ist unnötig, sie alle zu erklären und zu kommentieren.
o. A.: Einhundertsechsundfünfzigster Tag. Montag, 17. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 24191
Zitationshilfe
„kommentieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kommentieren>, abgerufen am 17.10.2019.

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