kommissarisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkom-mis-sa-risch
HerkunftLatein
eWDG, 1969

Bedeutung

vertretungsweise mit der Wahrnehmung eines Amtes beauftragt
Beispiele:
der kommissarische Leiter, Direktor
eine Leitung kommissarisch einsetzen
er bekleidet diesen Posten nur kommissarisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kommissar · kommissarisch · Kommissariat
Kommissar m. ‘vom Staat, von einer Behörde Beauftragter’, vgl. besonders Kriminal-, Polizeikommissar (19. Jh.). Commissari, Plur. Commissarien begegnet bereits im 15. Jh. als Entlehnung aus spätlat. commissārius ‘mit der Erledigung eines Geschäftes Beauftragter’, abgeleitet von lat. committere (commissum) ‘zusammenbringen, anvertrauen, anheimgeben’ (vgl. lat. mittere ‘schicken, senden’ und s. ↗kon-). Die lat. Wortform Commissarius bleibt bis ins 19. Jh. in Gebrauch. kommissarisch Adj. ‘durch einen Beauftragten. einen Vertreter verwaltet, vorübergehend, einstweilig’ (19. Jh.). Kommissariat n. ‘Amt, Dienstbereich eines Kommissars, Behörde, Amtszimmer’, im 16. Jh. nlat. commissariatus.

Thesaurus

Synonymgruppe
für den Übergang · in Vertretung · kommissarisch · ↗stellvertretend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

BA-Chef Ballettdirektorin Bezirksamtsleiter Bundesgeschäftsführer Direktorin Geschäftsführerin Gesundheitsreferent IWF-Chef IWF-Direktor Intendant Landesgeschäftsführer Landesvorsitzende Leiter Leiterin Leitung Polizeipräsident SPD-Bundesgeschäftsführer Sachgebietsleiter Schulleiter Schulleiterin Vernehmung Verwalter Verwaltungsdirektorin amtieren amtierend eingesetzt innehaben leiten vernommen weiterführen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kommissarisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und auch die dritte freie Stelle liegt derzeit in kommissarischer Hand.
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2004
Kommissarisch sollte er sogar schon einmal einen Zug führen, doch daraus wurde nichts.
Die Zeit, 28.06.1991, Nr. 27
Er kann hier nicht erscheinen, aber er könnte kommissarisch vernommen werden.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 3973
Vogt ist bis Ende Sechsunddreißig kommissarischer Direktor des Hirnforschungsinstitutes geblieben.
Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 177
Damit ist die letzte kommissarische Regierung in Deutschland ihres Amtes enthoben.
o. A.: 1933. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 20809
Zitationshilfe
„kommissarisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kommissarisch>, abgerufen am 22.10.2019.

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