kommunistisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungkom-mu-nis-tisch
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›kommunistisch‹ als Letztglied: ↗antikommunistisch · ↗prokommunistisch
eWDG, 1969

Bedeutung

den Grundsätzen des Kommunismus entsprechend
Beispiele:
die kommunistische Idee, Weltanschauung, Gesellschaft(sordnung)
seine kommunistische Gesinnung beweisen
ein kommunistischer Staat
die kommunistischen Parteien
historischdie Kommunistische Partei Deutschlands
historischdie Kommunistische Partei der Sowjetunion
das Kommunistische Manifest (= programmatisches Dokument des Marxismus, das von Marx und Engels im Auftrag des Bundes der Kommunisten ausgearbeitet und 1848 erstmals veröffentlicht wurde)
die Kommunistische Internationale (= von Lenin 1919 begründete, bis 1943 tätige Internationale der kommunistischen Parteien und Organisationen)
kommunistisch denken, handeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kommunismus · Kommunist · kommunistisch
Kommunismus m. Gesellschaftsformation, die auf dem gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln beruht, sowie die Lehre vom Aufbau, den Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten dieser Gesellschaftsordnung; Kommunist m. ‘wer für den Kommunismus eintritt, für ihn kämpft’. Von vereinzelten Frühbelegen abgesehen (vgl. engl. communists or socialists ‘Personen, die sich für Gemeinbesitz des Kapitals einsetzen’, 1827, frz. communiste ‘Person, die das Weiderecht auf dem Gemeindeland hat’, 18. Jh., bei Mirabeau), beginnt die zusammenhängende Geschichte der hier behandelten Wortgruppe im Frz., Engl. und Dt. um 1840. Frz. communiste, seit 1834 (Lamennais) nachzuweisen, wird vor allem mit É. Cabets Schrift Comment je suis communiste (verfaßt 1840) geläufig, frz. communisme ist seit 1840 belegt. Die frühesten Nachweise für engl. communist, communism stammen von 1843 (engl. communist Adj. bereits 1841, s. unten), der Engländer Barmby hat allerdings nachträglich (1848) für sich in Anspruch genommen, bei einem Besuch in Frankreich 1840 als erster die Bildung auf -ism geschaffen zu haben. In Deutschland werden die Termini Kommunisten und Kommunismus durch Heines Berichte aus Paris (1841) bekannt. Da die Wortprägungen (samt den zugehörigen Begriffen) dem Kreis der französischen und englischen utopischen Sozialisten entstammen, werden Kommunismus bzw. engl. communism zunächst (1843) von Marx und (in einer engl. Veröffentlichung) von Engels noch unterschiedlich akzentuiert gebraucht, von Marx negativ in der Polemik gegen falsche, einseitige Auffassungen, von Engels dagegen positiv als Ausdruck der Erkenntnis von der Notwendigkeit entscheidender gesellschaftlicher Veränderungen. Dazu kommunistisch Adj. Vorauf gehen adjektivisches frz. communiste (1840), engl. communist (1841 gründet Barmby The London Communist Propaganda Society). Danach erscheint das dt. Adjektiv in Weitlings Schrift Die Regierungsform des kommunistischen Prinzips (1842) und bei Marx und Engels in der programmatischen Darstellung Manifest der Kommunistischen Partei (1847/48). Zugrunde liegt der gesamten hier behandelten Wortgruppe lat. commūnis ‘gemeinsam, gemeinschaftlich, allgemein’, dazu das substantivierte Neutrum lat. commūne ‘gemeinschaftlicher Besitz, gemeinschaftliches Vermögen’ (auch ‘Gemeinwesen’, s. ↗Kommune), etymologisch verwandt mit ↗gemein, ↗gemeinsam (s. d.). Die Wortschöpfungen des 19. Jhs. heben also das Gemeineigentum als das entscheidende Moment der künftigen Gesellschaftsordnung hervor. Dazu bereits (doch ohne Auswirkung auf die vorgenannte Entwicklung) nlat. communistae Plur. als Bezeichnung der Angehörigen einer religiösen Gemeinschaft (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bolschewistisch · kommunistisch
Synonymgruppe
links · ↗linksgerichtet · ↗linksorientiert · politisch links stehend · ↗rot · ↗sozialistisch  ●  kommunistisch (sein)  Hauptform · (eine) rote Socke (sein)  ugs., fig., abwertend · vaterlandslose Gesellen  derb, politisch, abwertend, historisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiterpartei Bewegung Block Diktator Diktatur Funktionär Führung Gewaltherrschaft Herrschaft Ideologie Infiltration Internationale Jugendverband Landtagsabgeordnete Machthaber Machtübernahme Manifest Partei Partisan Plattform Propaganda Regime Schlegelberger System Volksrepublik Weltbewegung ehemals nationalistisch regiert sozialistisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kommunistisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das berichteten am Montag die staatlichen Medien des kommunistischen Landes.
Die Zeit, 19.12.2011 (online)
Wenigstens gegenüber diesen Interessen sollten die kommunistischen Kräfte, der Doktrin zufolge, auch wachsam sein.
konkret, 1994
Das Ritual der langen Reden, die die Diskussion ersetzten, beherrschte er wie alle kommunistischen Führer.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 179
Unter kommunistischen Führern ist dies schon seit langem ein unumstößliches Ritual.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 74
Anders als in einigen anderen kommunistischen Ländern geht es auch nicht um personelle Alternativen im Rahmen eines einheitlichen politischen Programms.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - W. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21546
Zitationshilfe
„kommunistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kommunistisch>, abgerufen am 09.12.2019.

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