Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

konfessionell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung kon-fes-si-onell · kon-fes-sio-nell
Wortzerlegung Konfession -ell
Wortbildung  mit ›konfessionell‹ als Letztglied: interkonfessionell · überkonfessionell
Herkunft vgl. gleichbedeutend confessionnelfrz
eWDG

Bedeutung

Religion entsprechend der Bedeutung von Konfession (1 a)
Beispiele:
konfessionelle Schulen
eine konfessionelle Partei
jmd. ist konfessionell gebunden
In dem werdenden Deutschland fragt man … nicht nach konfessionellen und Stammesverschiedenheiten [ MommsenReden411]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Konfession · konfessionell
Konfession f. ‘Glaubensbekenntnis, Gesamtheit der Angehörigen einer (christlichen) Glaubensgemeinschaft’. Lat. cōnfessio (Genitiv cōnfessiōnis) ‘Ein-, Zugeständnis, Geständnis, Bekenntnis’, zu lat. cōnfitērī (cōnfessum) ‘eingestehen, zugestehen, zu erkennen geben’ (vgl. lat. fatērī ‘bekennen, gestehen, einräumen, zu erkennen geben’), erhält im Kirchenlat. die Bedeutung ‘Bekenntnis des Glaubens’, woran sich die protestantische Verwendung Confessio Augustana, Augspurgische Confession (1530) anschließt. Noch im 16. Jh. wird der Gegenbegriff römische Confession üblich. Später wird der Ausdruck verallgemeinert (‘religiöses Bekenntnis’) und auch auf nichtchristliche Glaubensrichtungen (z. B. jüdische Konfession) übertragen. Der heute seltene Gebrauch im Sinne von ‘persönliches Geständnis, Bekenntnis’ begegnet bereits in der Entlehnung mhd. confession. Zur Bezeichnung der Gesamtheit der Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft entwickelt sich Konfession im 18. Jh. (vgl. die von der Augspurgischen oder die von der Reformierten Confession, 1722). – konfessionell Adj. ‘eine Konfession betreffend, auf ihr beruhend’ (19. Jh.), wohl unter Einfluß von frz. confessionnel.

Typische Verbindungen zu ›konfessionell‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›konfessionell‹.

Verwendungsbeispiele für ›konfessionell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir verlangen die konfessionelle Schule gerade um des konfessionellen Friedens Willen. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.03.1903]
Das konfessionelle Moment berührte mich so gut wie gar nicht. [Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070]
Ich sage ausdrücklich »konfessionelle Spannung«; denn mit der Religion hat diese Bewegung, die tief zu beklagen ist, absolut nichts zu tun. [Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28756]
Störungen des konfessionellen Friedens werde die Regierung mit der erforderlichen Energie entgegentreten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1936]]
Wir verlangen die konfessionelle Schule gerade um des konfessionellen Friedens Willen. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.03.1903]
Zitationshilfe
„konfessionell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/konfessionell>.

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