konter-

GrammatikAffix
Wortbildung mit ›konter-‹ als Erstglied: ↗Konteradmiral · ↗Konterbande · ↗Konterbier · ↗Kontermutter · ↗Konterrevolution · ↗Konterrevolutionär · ↗Kontertanz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kontra · Kontra · kontra- · konter-
kontra Adv. ‘dagegen’, Präp. ‘gegen’ ist in beiden Verwendungen gelehrte Übernahme von lat. contrā Adv. ‘gegenüber, dagegen, umgekehrt’, Präp. ‘gegenüber, gegen, abweichend von’ (der Form nach Ablativ Sing. Fem. des Komparativstammes italisch *comtro-, gebildet zu dem in lat. cum, com- vorliegenden Wort, s. ↗kon-). Es erscheint seit dem 16. Jh. in dt. Texten, bewahrt jedoch bis in neueste Zeit die lat. Schreibung. Aus der Sprache der Juristen und Philosophen (hier häufig in der Gegenüberstellung pro und contra ‘dafür und dagegen’) gelangt es bald in den allgemeineren Sprachgebrauch, besonders als Ausdruck des Kartenspiels (18. Jh.; vgl. frz. faire contre ‘beim Spiel dagegenhalten’, 17. Jh.) sowie der Fechtkunst. Die Substantivierung Kontra n. ‘das Wider, Widerstand, Gegenansage im Kartenspiel’ wird im 18. Jh. üblich, vgl. das Pro und das Kontra einer Sache ‘für eine Sache und gegen sie sprechende Gründe’. Der modernen Alltagssprache angehörende Wendungen sind jmdm. Kontra (auch kontra) geben ‘sich jmdm. widersetzen’ (wohl aus dem Skatspiel) und kontra sein ‘sich ablehnend verhalten’. kontra- Präfix ‘gegen-, wider-’ findet sich entsprechend lat. contrā- (Kompositionsform des Adverbs lat. contrā, s. oben) und dem daraus hervorgehenden ital. contra- vom Frühnhd. an in meist terminologisch gebrauchten Entlehnungen aus dem Lat. bzw. Mlat. (z. B. Kontraindikation, Kontrapunkt, Kontrazeption, kontradiktorisch, kontrasignieren) oder dem Ital. (z. B. Kontrabaß, Kontrafagott). Zu lat. contrō- (in lat. contrōversia, contrōversus) s. ↗Kontroverse. Neben kontra- steht gleichbed. konter- (vereinzelt schon mhd. kunter-, s. ↗Konterfei) für frz. contre- (dieses ebenfalls aus lat. contrā-) in Bildungen, die dem Frz. entstammen (z. B. Konteradmiral, Konterbande, Konterrevolution), in der Fachsprache gelegentlich auch vor dt. Substantiven (z. B. Kontermutter; dagegen ↗Konterschlag zu ↗kontern, s. d.). Verwandt sind ferner ↗Kontrast, ↗Kontrolle, ↗konträr (s. d.).
Zitationshilfe
„konter-“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/konter->, abgerufen am 18.08.2019.

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