kopulieren

Grammatik Verb · kopuliert, kopulierte, hat kopuliert
Aussprache 
Worttrennung ko-pu-lie-ren
Wortbildung  mit ›kopulieren‹ als Erstglied: Kopulation
Herkunft aus cōpulārelat ‘verknüpfen, zusammenbringen, vereinen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Landwirtschaft ein Edelreis auf einen Baum, Strauch, der veredelt werden soll, übertragen, wobei die schrägen Schnittflächen von Reis und Unterlage aneinandergefügt werden
Beispiel:
der Gärtner wendet bei der Veredelung der Obstbäume die Methode des Kopulierens an
2.
Biologie die geschlechtliche Vereinigung, Begattung vollziehen
Beispiel:
daß sie [die Männchen bestimmter Bienen] sich an den Blüten so benehmen, als ob sie mit einem Weibchen kopulieren wollten [ Natur u. Heimat1961]
3.
veraltet jmdn. verheiraten, trauen
Beispiele:
das Brautpaar wurde kopuliert, ließ sich kopulieren
er wurde mit dem Mädchen kopuliert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kopulieren · Kopulation
kopulieren Vb. ‘ehelich zusammenfügen, verheiraten, sich begatten’, dann (Gehölze) ‘veredeln, pfropfen’, entlehnt (zunächst in die Kirchen- und Rechtssprache, 16. Jh.) aus lat. cōpulāre ‘verknüpfen, zusammenbringen, vereinen’. Kopulation f. ‘eheliche Verbindung, Trauung, Pfropfung’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. cōpulātio (Genitiv cōpulātiōnis) ‘Verbindung’.

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
(seinen) ehelichen Pflichten nachkommen · (sich) lieben · Geschlechtsverkehr haben · Verkehr haben · verkehren  ●  (mit jemandem) intim werden  verhüllend · (sich) vergnügen (mit)  verhüllend · (sich) verlustieren (mit)  verhüllend · Sex haben  Hauptform · mit jemandem schlafen  verhüllend · (den) Lachs buttern  derb · (ein) Rohr verlegen  derb · (eine) Nummer schieben  ugs. · (es) treiben (mit)  ugs. · (jemanden) flachlegen  ugs. · (jemanden) knallen  derb · (jemanden) vernaschen  ugs. · Liebe machen  ugs. · Sex machen  ugs. · begatten  fachspr. · bimsen  derb · bumsen  ugs. · den Beischlaf vollführen  fachspr., Amtsdeutsch · einen wegstecken  ugs. · erkennen  geh., biblisch · es kommt zum Geschlechtsverkehr  fachspr., Amtsdeutsch · ficken  derb · im Bett landen (mit)  ugs., verhüllend · in die Kiste gehen  ugs. · knattern  ugs. · kohabitieren  geh. · koitieren  geh. · kopulieren  fachspr. · nageln  derb · pimpern  derb · poppen  ugs. · pudern  ugs., österr. · rammeln  ugs. · schnackseln  ugs. · vögeln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • nehmen, was übrig bleibt (für Sex)  ●  Reste ficken  vulg., abwertend
Assoziationen
  • Sex zu dritt  ●  Dreier  ugs. · Ménage-à-trois  geh., franz. · Sandwich  ugs. · flotter Dreier  ugs.
  • Missionarstellung  ●  Sex (liegend) von vorne  ugs. · ventro-ventrale Kopulation (wiss.)  fachspr.
  • Akt · Geschlechtsakt · Sex · körperliche Liebe · sinnliche Liebe  ●  (die) schönste Nebensache der Welt  fig., verhüllend · GV  Abkürzung · Geschlechtsverkehr  Hauptform · Verrichtung  Amtsdeutsch, verhüllend · Vollzug  verhüllend · (das) Bumsen  ugs. · Begattung  fachspr. · Beilager  geh., veraltet · Beischlaf  geh. · Beiwohnung  geh., veraltet · Coitus  fachspr. · Fick  vulg. · Geficke  vulg. · Gevögel  vulg. · Kohabitation  fachspr. · Koitus  fachspr. · Kopulation  fachspr. · Liebesakt  geh. · Matratzensport  ugs. · Nummer  ugs. · Schäferstündchen  ugs., verhüllend · Verkehr  geh. · fleischliche Beiwohnung  geh., veraltet
  • (ein) Verhältnis haben  ●  (noch) aktuell sein  fig. · (et)was haben mit (jemandem)  ugs., Hauptform · (et)was läuft (zwischen)  ugs. · (et)was miteinander haben  ugs.
  • (sich) ganz hingeben · (sich) verschenken (emphatisch) · (sich) verschwenden (emphatisch) · (sich) verströmen (emphatisch)  ●  (sich) vergeuden (an)  geh.

Typische Verbindungen zu ›kopulieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kopulieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›kopulieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihre Opfer, reiche ältere Herren, kopuliert sie schlicht zu Tode.
Die Zeit, 28.05.2001, Nr. 22
Je öfter die Tiere miteinander kopulieren, desto eher sterben sie.
Süddeutsche Zeitung, 20.02.1999
Einige Tage streifen die beiden gemeinsam durch den Wald, fressen zusammen, beschnuppern sich und kopulieren.
o. A.: Kauzige Verwandte. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]
Man kopuliert Wildstämmchen von der Dicke eines Federkiels, oder an älteren Bäumen entsprechend dünne Zweige.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 313
Im Falle des Malariaparasiten sind die beiden Zellen, die miteinander kopulieren, sehr verschieden.
Buddenbrock, Wolfgang von: Das Liebesleben der Tiere, Bonn: Athenäum 1953, S. 3
Zitationshilfe
„kopulieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kopulieren>, abgerufen am 19.10.2021.

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