kosen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungko-sen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›kosen‹ als Erstglied: ↗Koseform · ↗Kosename · ↗Koserei · ↗Kosewort
 ·  mit ›kosen‹ als Letztglied: ↗umkosen  ·  mit ›kosen‹ als Grundform: ↗kosig
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft, spöttisch Zärtlichkeiten, zärtliche Worte miteinander tauschen
Beispiele:
man sah die beiden miteinander kosen
ein kosendes junges Paar
»Nein, mein Bär«, koste Elisabeth, »pflegen werde ich dich, füttern ...« [BrodTycho Brahe86]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kosen · liebkosen · Kosename
kosen Vb. ‘zärtlich sein, streicheln’. Aus lat. causārī, spätlat. auch causāre ‘einen Grund vorbringen, vorschützen, ablehnen, Klage führen’ (mit volkstümlicher Aussprache des au als ō) wird ahd. kōsōn ‘sprechen, reden, erzählen’ (9. Jh., bikōsōn, 8. Jh.), mhd. kōsen ‘sprechen, plaudern’ entlehnt. Dieser Vorgang muß sich vor den Erstbezeugungen vollzogen haben, da sich das ahd. Verb semantisch weit vom lat. Ausgangswort entfernt hat; aus ‘bei einer Streitsache gewandt reden, argumentieren’ wird bloßes ‘reden, erzählen’ (wozu mehrere Zusammensetzungen und Ableitungen). Das selten bezeugte Substantiv ahd. kōsa ‘Gespräch, Erzählung’ (9. Jh.) steht semantisch unter dem Einfluß des Verbs; nur einmal entspricht es mit der Bedeutung ‘Rechts-, Streitsache’ der Bedeutung von lat. causa, aus dem es wie aengl. cēas(t), afries. kāse ‘Streit, Zwist, Schlägerei, Gefecht’ entlehnt ist, allerdings auch hier der monophthongischen Aussprache folgend, während die anglofries. Formen auf lat. au weisen. Frühnhd. kosen erhält auch den Sinn ‘liebhaben, streicheln’, wird jedoch im 17./18. Jh. selten. Daneben steht die Zusammenrückung liebkosen Vb. ‘streicheln, zärtlich sein’, mhd. liepkōsen ‘jmdm. zuliebe sprechen, traulich, liebevoll reden’, dann auch ‘schmeicheln’, aus der im 18. Jh. einfaches kosen in seiner heutigen Bedeutung neu belebt bzw. rückgewonnen wird. Kosename m. ‘liebevolle, vertrauliche Anrede’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufpreis DM Dollar Doppelzimmer Eintrittskarte Euro Flug Geld Halbpension Karte Liter Mark Pfennig Quadratmeter Rückflug Schnitt Steuerzahler Ticket an auskosen etwa extra je jeweils jährlich rund umgerechnet viel weniger Übernachtung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kosen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er massiert ihre Arme, als wollte er sie abtrocknen, nicht kosen.
Süddeutsche Zeitung, 03.04.2001
Er tat es trotz seines rauhen Tobens kosend und streichelnd.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 241
Nun wird gekost, geküßt, der Pintscher behauptet allein das Feld.
Haluschka, Helene: Noch guter Ton? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 3056
Und hier darf ungestraft gekost, geraubt, entführt, verführt, geliebt, umarmt, entjungfert, betrogen werden.
Die Zeit, 17.06.1988, Nr. 25
Eine zweite Jungfrau kost einen Raubvogel; er frißt aus der Hand.
Kerr, Alfred: Wo Bismarck ging und Tietz erschien. In: ders., Mein Berlin, 2002 [30.09.1900], S. 105
Zitationshilfe
„kosen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kosen>, abgerufen am 23.10.2019.

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