Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

krähen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung krä-hen
Wortbildung  mit ›krähen‹ als Letztglied: herumkrähen · loskrähen · mitkrähen · nachkrähen · zukrähen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
    1. [salopp, bildlich] ⟨nach etw., jmdm. kräht kein Hahn mehr⟩ niemand fragt mehr danach, nach jmdm.
  2. 2. [übertragen] in hoher Tonlage und unschön sprechen, singen oder schreien
    1. mit heller Stimme vergnügt schreien
eWDG

Bedeutungen

1.
Beispiele:
der Hahn kräht (= lässt seine Stimme ertönen)
man diskutierte, bis die Hähne krähten (= bis in den frühen Morgen hinein)
salopp, bildlich nach etw., jmdm. kräht kein Hahn mehrniemand fragt mehr danach, nach jmdm.
Beispiele:
damals war das Ereignis in aller Munde, heute kräht kein Hahn mehr danach
so viele sterben, nach denen kein Hahn kräht [ J. RothRechts und links156]
2.
übertragen in hoher Tonlage und unschön sprechen, singen oder schreien
Beispiele:
hell, durchdringend, misstönend, heiser krähen
eine krähende Stimme haben
mit seiner hohen, scharfen Stimme krähte er dem andern ins Gesicht [ Feuchtw.Tag243]
mit heller Stimme vergnügt schreien
Beispiel:
der Säugling krähte zufrieden im Kinderwagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krähen · Krähe · Krähenfüße · Krähwinkel
krähen Vb. ‘gellende Schreie von sich geben’ (besonders vom Hahn), übertragen ‘unschön singen, sprechen’, auch (vom Säugling) ‘vergnügt schreien’, ahd. krāen (um 800), mhd. kræ(je)n, asächs. krāen, mnd. kreyen, mnl. craeyen, crāyen, nl. kraaien und (stark flektierend) aengl. crāwan, engl. (auch schwach) to crow. Außergerm. vergleichbar sind russ.-kslaw. grajati, russ. (landschaftlich) grájat’ (граять) ‘krächzen, krähen’, lit. gróti ‘krächzen, brüllen, weinen’. Auszugehen ist von der Schallwurzel ie. *ger- bzw. (erweitert) *grā- ‘heiser schreien’, deren lautnachahmender ā-Laut im Germ. beibehalten wird (s. auch krachen, Kranich). – Krähe f. Name für den mittelgroßen schwarzen Rabenvogel, eigentlich ‘Krächzerin’, ahd. krā, krāha, krāja (9. Jh.), krāwa (10. Jh.) ‘Krähe, Kranich, Star’, mhd. krā(e), krāwe, kreie, auch ‘Star’, asächs. krāia, mnd. krā, kreye, mnl. craeye, crāye, nl. kraai, aengl. crāwe, engl. crow. Krähenfüße Plur. ‘krakelige Schrift’ (16. Jh.), ‘kleine Falten in den äußeren Augenwinkeln’ (19. Jh.). Krähwinkel Ortsname, auch Kra-, Kreh-, Kran-, Kram-, Grauwinkel, eigentlich ‘Ort, wo Krähen nisten’, übertragen ‘provinzielle, spießbürgerliche, schwatzhafte Kleinstadt’; literarisch zuerst bei Jean Paul (1801), dann bei Kotzebue (1803).

Thesaurus

Synonymgruppe
rufen · schreien  ●  brüllen  ugs. · krakeelen  ugs. · kreischen  ugs. · krähen  ugs.
Synonymgruppe
mit heiserer Stimme rufen  ●  krähen  fig.

Typische Verbindungen zu ›krähen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krähen‹.

Verwendungsbeispiele für ›krähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es muß wahr sein, denn es ist gedruckt; Denn ich höre den Hahn auf seinem Miste krähen. [Röhrich, Lutz: wahr. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 21598]
Er krähte schon, als Gott den ersten Tag erschaffen hat. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 330]
Sie planscht zu gern, und sie kräht vor lauter Vergnügen. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.08.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Denn es kräht schon heute so mancher Hahn nach ihm. [Die Zeit, 07.01.1999, Nr. 2]
Und obgleich es gerade die heiße Zeit am Nachmittag ist, kräht auch noch der Hahn. [Die Zeit, 20.12.1996, Nr. 52]
Zitationshilfe
„krähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kr%C3%A4hen>.

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