krähen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkrä-hen
Wortbildung mit ›krähen‹ als Letztglied: ↗herumkrähen · ↗loskrähen · ↗mitkrähen · ↗nachkrähen · ↗zukrähen
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Beispiele:
der Hahn kräht (= lässt seine Stimme ertönen)
man diskutierte, bis die Hähne krähten (= bis in den frühen Morgen hinein)
salopp, bildlich nach etw., jmdm. kräht kein Hahn mehrniemand fragt mehr danach, nach jmdm.
Beispiele:
damals war das Ereignis in aller Munde, heute kräht kein Hahn mehr danach
so viele sterben, nach denen kein Hahn kräht [J. RothRechts und links156]
2.
übertragen in hoher Tonlage und unschön sprechen, singen oder schreien
Beispiele:
hell, durchdringend, misstönend, heiser krähen
eine krähende Stimme haben
mit seiner hohen, scharfen Stimme krähte er dem andern ins Gesicht [Feuchtw.Tag243]
mit heller Stimme vergnügt schreien
Beispiel:
der Säugling krähte zufrieden im Kinderwagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krähen · Krähe · Krähenfüße · Krähwinkel
krähen Vb. ‘gellende Schreie von sich geben’ (besonders vom Hahn), übertragen ‘unschön singen, sprechen’, auch (vom Säugling) ‘vergnügt schreien’, ahd. krāen (um 800), mhd. kræ(je)n, asächs. krāen, mnd. kreyen, mnl. craeyen, crāyen, nl. kraaien und (stark flektierend) aengl. crāwan, engl. (auch schwach) to crow. Außergerm. vergleichbar sind russ.-kslaw. grajati, russ. (landschaftlich) grájat’ (граять) ‘krächzen, krähen’, lit. gróti ‘krächzen, brüllen, weinen’. Auszugehen ist von der Schallwurzel ie. *ger- bzw. (erweitert) *grā- ‘heiser schreien’, deren lautnachahmender ā-Laut im Germ. beibehalten wird (s. auch ↗krachen, ↗Kranich). Krähe f. Name für den mittelgroßen schwarzen Rabenvogel, eigentlich ‘Krächzerin’, ahd. krā, krāha, krāja (9. Jh.), krāwa (10. Jh.) ‘Krähe, Kranich, Star’, mhd. krā(e), krāwe, kreie, auch ‘Star’, asächs. krāia, mnd. krā, kreye, mnl. craeye, crāye, nl. kraai, aengl. crāwe, engl. crow. Krähenfüße Plur. ‘krakelige Schrift’ (16. Jh.), ‘kleine Falten in den äußeren Augenwinkeln’ (19. Jh.). Krähwinkel Ortsname, auch Kra-, Kreh-, Kran-, Kram-, Grauwinkel, eigentlich ‘Ort, wo Krähen nisten’, übertragen ‘provinzielle, spießbürgerliche, schwatzhafte Kleinstadt’; literarisch zuerst bei Jean Paul (1801), dann bei Kotzebue (1803).

Thesaurus

Synonymgruppe
rufen · ↗schreien · ↗skandieren  ●  ↗brüllen  ugs. · ↗krakeelen  ugs. · ↗kreischen  ugs. · krähen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
mit heiserer Stimme rufen  ●  krähen  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Frühe Gockel Hahn Henne Knirps Mikrofon Mist Misthauf Wette Zapfhahn alsbald bellen danach dazwischen dreimal fröhlich gackern herauskrähen irgendwo kichern kreischen krächzen krähen laut lauter los meckern morgens nach wiehern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krähen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um sechs Uhr morgens am nächsten Tag krähte der Hahn.
Die Welt, 04.03.2003
Vermutlich würde kein Hahn danach krähen, was die Herren zu bereden haben, wäre da nicht die kleine Dame.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.2001
Es muß wahr sein, denn es ist gedruckt; Denn ich höre den Hahn auf seinem Miste krähen.
Röhrich, Lutz: wahr. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 21598
Er krähte schon, als Gott den ersten Tag erschaffen hat.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 330
Sie planscht zu gern, und sie kräht vor lauter Vergnügen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 26.08.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„krähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krähen>, abgerufen am 07.12.2019.

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