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kränken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung krän-ken
Wortbildung  mit ›kränken‹ als Grundform: gekränkt
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdn. in seinen Gefühlen, seinem Selbstgefühl verletzen
Beispiele:
jmdn. mit Worten, einer Handlung kränken
durch diesen Betrug hat er mich tief gekränkt
das hat mich gekränkt
es hat mich schwer gekränkt, wie er das sagte
jmdn. in seiner Ehre kränken
jmds. Ehre, Eitelkeit kränken
eine kränkende Äußerung, Antwort
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
gekränkt sein
sich gekränkt zeigen, fühlen
er wandte sich gekränkt von ihm ab
gekränkte Eitelkeit
gekränkter Stolz
ein gekränktes Gesicht machen
salopp, scherzhaftdie gekränkte Leberwurst sein, spielen (= sich ohne zureichenden Grund gekränkt fühlen)
2.
sich über etw., jmdn. kränkensich grämen, Kummer empfinden
Beispiele:
du solltest dich über seine Bosheit, über ihn nicht kränken
erzählte die … Geschichte zweimal hintereinander und kränkte sich beim zweiten Male noch bitterer als beim ersten [ Th. MannKönigl. Hoheit7,304]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krank · Kranker · kranken · erkranken · kränkeln · krankhaft · Krankheit · kränklich · kränken · Kränkung
krank Adj. ‘nicht gesund, leidend’, ahd. kranc ‘schwach’ (Hs. 13. Jh.), mhd. kranc ‘schwach, kraftlos, klein, schmal, gering, schlecht’, spätmhd. ‘leidend, nicht gesund’ (und daraufhin älteres siech, s. d., verdrängend), mnd. krank, mnl. cranc, nl. krank gehen wie ahd. krankolōn ‘straucheln’ (9. Jh.), aengl. cranc in crancstæf ‘gekrümmtes, beim Weben gebrauchtes Instrument’, engl. crank ‘Kurbel’, ablautend aengl. crincan ‘im Kampfe fallen’ (eigentlich ‘sich hoch- oder aufbiegen, krümmen’) und vielleicht auch lit. grę̃žti ‘wenden, drehen, bohren’ zurück auf eine nasalierte Gutturalerweiterung ie. *greng- bzw. *greng̑- der verbreiteten, vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (s. krumm). Für krank ist von einer Bedeutung ‘durch Schwäche krumm, gekrümmt, gebogen’ auszugehen. – Kranker m. ‘wer krank ist’ (15. Jh.). kranken Vb. ‘an etw. erkrankt sein’, mhd. kranken ‘schwach werden, krank sein’; erkranken Vb. ‘krank werden’ (16. Jh.); kränkeln Vb. ‘ständig, immer wieder ein wenig krank sein’ (17. Jh.). krankhaft Adj. ‘von einer Krankheit herrührend’ (17. Jh.), übertragen ‘wie eine Krankheit sich äußernd’ (19. Jh.). Krankheit f. ‘das Kranksein, körperliche bzw. seelische Störung, Leiden’, mhd. krancheit ‘Schwäche, Dürftigkeit, Not’. kränklich Adj. ‘ein wenig leidend, krankheitsanfällig’, mhd. kranclich, krenclich ‘schwächlich, armselig, schlecht’. kränken Vb. ‘jmdn. in seinem Selbstgefühl verletzen’, mhd. krenken ‘schwächen, erniedrigen, schädigen, zunichte machen’; Kränkung f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(emotional) verletzen · (jemandem) weh tun · (jemandem) wehtun · (jemanden) treffen · im Innersten treffen  ●  ins Herz treffen  fig. · ins Mark treffen  fig. · kränken  Hauptform
Synonymgruppe
aufbringen · entrüsten · erbittern · erbosen · erzürnen · kränken · schmerzlich berühren · verärgern  ●  verdrießen  geh.

Typische Verbindungen zu ›kränken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kränken‹.

Verwendungsbeispiele für ›kränken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das wäre kränkend für etwaige an unserem Tisch sitzende fremde Gäste. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 280]
Kränke sie nie durch ein rücksichtsloses Wort, sondern bemühe dich stets, ihr Freude zu machen. [Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 64]
Was sein Herz kränkte, bis es krank war, kann man benennen. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Kritik kränkt ihn bisweilen, aus der Bahn wirft sie ihn nicht. [Die Zeit, 29.04.1998, Nr. 19]
Hat sie die Mutter nur angerufen, um sie zu kränken? [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 342]
Zitationshilfe
„kränken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kr%C3%A4nken>.

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