Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

krötig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung krö-tig
Wortzerlegung Kröte -ig
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

frech, unverschämt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kröte · krötig
Kröte f. Nur dt. und (teilweise) nl. Name für kurzbeinige Froschlurche mit plumpem Körper und warziger Haut. Der Stammvokal zeigt unterschiedliche Ablautformen, vgl. ahd. kreta (9. Jh.) und krota (10. Jh.), mhd. krot, krote, krotte, krete, kröte, mnd. krōde, krāde, krȫde, mnl. crode, crade, südnl. krodde, frühnhd. krot, krotte, krut; in den Mundarten obd. Krott, rhein. Krat, Krade, Krede, nd. (selten) Krot, Krode, schles. Kräte, Kröte. Heute übliches Kröte setzt eine im Omd. entstandene, von Luther aufgenommene Mischform fort. Die Herkunft des Namens ist ungeklärt. Der Plural Kröten steht umgangssprachlich für ‘Geld’, namentlich in den Wendungen ein paar Kröten, meine letzten Kröten (19. Jh.). Nach dem Bild der Schildkröte auf altgriechischen Münzen? Oder nach der Vorstellung des Kleinen, Geringen, Unbedeutenden, auf der Erde Laufenden wie in Kröte ‘kleines Kind’ (falls hier nicht ein anderes, aus nd. Mundarten stammendes Wort zugrunde liegt)? – Abgeleitetes krötig Adj. ‘frech, bösartig, giftig’ (19. Jh.) beruht vielleicht auf der irrigen Annahme, daß die Kröte Gift speie. Oder zu mnd. krōde, krade Adj. ‘giftig, bösartig, schlimm, böse, übel’ mit nachträglicher Anlehnung an Kröte?

Verwendungsbeispiele für ›krötig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwar macht er sich krötig an den güldenen Schatz heran, greift ihn sich und entsagt dabei noch der Minne. [Die Zeit, 07.08.1970, Nr. 32]
Dem Märchenprinzen, der seine Frau wegen einer krötigen Emanze verlassen hat, steht Unheil ins Haus. [Die Zeit, 01.11.1985, Nr. 45]
Gleich wird die Breckwoldt krötig am Boden hocken und "La Paloma" auf dem Akkordeon spielen. [Süddeutsche Zeitung, 28.10.2002]
Der breite Kopf, das wülstige Maul und die Glubschaugen wirken äußerst krötig. [Die Zeit, 19.09.2012, Nr. 15]
Jetzt wurden die Grünen, die zu sechs Frau und Mann hoch im Stuttgarter Landtag sitzen, krötig. [konkret, 1982]
Zitationshilfe
„krötig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kr%C3%B6tig>.

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