krümmen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung krüm-men
Wortbildung  mit ›krümmen‹ als Letztglied: ↗einkrümmen · ↗verkrümmen · ↗zusammenkrümmen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw., sich krumm machen, biegen, zusammenziehen
    1. [umgangssprachlich, bildlich] ...
  2. 2. ...
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
etw., sich krumm machen, biegen, zusammenziehen
Beispiele:
die Finger, Zehen, den Arm, Rücken krümmen
sich vor Schmerzen, Qualen, Kälte krümmen
sich krümmen wie ein Wurm
umgangssprachlichsich krümmen wie ein Fragezeichen
das Blech, Fleisch krümmt sich in der Hitze
sein Rücken krümmte sich mit den Jahren (= sein Rücken wurde allmählich krumm)
ein gekrümmter Rücken
Mathematik, Physikeine gekrümmte (= gewölbte) Fläche
Mathematik, Physikder gekrümmte Raum
Er streckte die Finger, krümmte sie, griff zu [ Feuchtw.Jefta120]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
jmdm. kein Haar, Härchen krümmen (= jmdm. nicht das geringste zuleide tun)
sich vor Lachen krümmen (= heftig lachen)
sprichwörtlichfrüh krümmt sich, was ein Häkchen werden will
2.
Beispiel:
ein Weg, Fluss krümmt sich (= beschreibt einen Bogen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krumm · krümmen · Krümmung
krumm Adj. ‘nicht gerade, bogen-, wellenförmig’, übertragen ‘unehrlich’, ahd. krumb (8. Jh.), mhd. krump, asächs. krumb, mnd. krum, aengl. crumb, mnl. crom(b), nl. krom, mit intensivierender Konsonantendoppelung ahd. -krumph ‘gekrümmt, gewunden’ (in sītakrumph, 11. Jh.), mhd. krumpf stellen sich als schwundstufige Bildungen mit den ablautenden, unter ↗Krampf (s. d.) behandelten Formen sowie mit lit. grubùs (aus *grumbùs) ‘holprig, hart’ und möglicherweise aslaw. grǫbъ ‘einfach, ungelehrt, ungebildet’, russ. grúbyj (грубый) ‘rauh, roh, grob’ zu ie. *gremb(h)-, *gremp-, einer nasalierten Labialerweiterung der Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (zu der auch ↗Kringel, ↗Kranz, ↗Krapfen, ↗Krume, ↗kriechen, ↗krauchen, ↗Krücke, ↗Krüppel, ↗Kropf und, falls nicht entlehnt, ↗Krug1 gehören). krümmen Vb. ‘biegen, wölben, eine Biegung machen, sich zusammenziehen, sich wellen’, ahd. krumben (9. Jh.), mhd. krümben. Krümmung f. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anwinkeln · ↗biegen · krümmen · ↗wölben
Synonymgruppe
krümmen · ↗verdrehen · ↗verzerren

Typische Verbindungen zu ›krümmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krümmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›krümmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die zersetzende Wirkung hatte schon eingesetzt, denn es gelang mir nicht, auch nur einen Finger zu krümmen.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 265
Jeder weiß, was um ihn herum geschieht, aber keiner krümmt einen Finger.
Der Tagesspiegel, 19.01.1999
Sie krümmte sich in ihrem Blut, auch ihr wurde ein Bein abgerissen.
Bild, 17.08.1998
Eines der Kinder liegt seitlich gekrümmt im Bett, es wächst Tag für Tag enger zusammen, unaufhaltsam.
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 79
Nur die Zehen konnte er nach Belieben rollen und krümmen.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 339
Zitationshilfe
„krümmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kr%C3%BCmmen>, abgerufen am 29.11.2020.

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