krass

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Ungültige Schreibungkraß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›krass‹ als Erstglied: ↗Krassheit
eWDG, 1969

Bedeutung

sehr, auffällig stark oder hart ausgeprägt, extrem
Beispiele:
ein krasser Gegensatz, Unterschied
das ist ein besonders krasser Fall, krasses Beispiel
sein krasser Egoismus
ein krasser Außenseiter
etw. mit krassen Worten, in krasser Form sagen
etw. steht in krassem Widerspruch zu etw.
sich krass ausdrücken
etw. unterscheidet sich krass von etw.
sich etw. krass vor Augen führen
das Missverhältnis wurde immer krasser
Das ... wäre ein Unrecht, ein krasses und offenes Unrecht [FrischAndorra8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kraß Adj. ‘stark, grob, extrem’, entlehnt aus lat. crassus ‘dick, grob, derb, plump’, zunächst in dt. Texten in der Verbindung lat. ignorantia crassa ‘grobe, extreme Unwissenheit’ (Anfang 17. Jh.). Im 18. Jh. wird das inzwischen eingedeutschte Wort mit graß ‘schrecklich, fürchterlich’, auch (steigernd) ‘heftig, stark’ (s. ↗gräßlich) vermengt, so daß beide Wörter infolge gegenseitigen Einflusses in den Schreibvarianten graß und kraß belegt sind (vgl. grasser Ignorant, Anfang 18. Jh.). Die studentensprachliche Fügung krasser Fuchs ‘junger Student ohne Lebensart’ (Ende 18. Jh.) mag zur allgemeinen Verbreitung des Adjektivs beigetragen haben.

Typische Verbindungen zu ›krass‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abwehrfehler Außenseiter Außenseiterin Benachteiligung Egoismus Einkommensunterschied Fehlbesetzung Fehleinschätzung Fehlentscheidung Fehlleistung Fehlurteil Fehlverhalten Gegensatz Gegenteil Kontrast Materialismus Mißachtung Mißverhältnis Preissteigerunge Realismus Selbstsucht Ungerechtigkeit Ungleichbehandlung Ungleichgewicht Ungleichheit Unterschied Widerspruch besonders derart sportwidrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kraß‹.

Verwendungsbeispiele für ›krass‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der krasse Wechsel von der grenzenlosen Freiheit in die geschlossene Abteilung ist nicht gerade leicht.
Süddeutsche Zeitung, 18.07.1998
Freilich kann man der Regierung in Bonn auch kein besonders krasses Versagen vorwerfen.
Der Tagesspiegel, 27.04.1998
Züge ähnlicher Art finden wir übrigens, wenn auch nicht in so krasser Weise, auch in der ägyptischen Kunst.
Schachermeyr, Fritz: Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 23084
Wie ich hier so liege und es von weitem sehe, kommt es mir kraß vor.
Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 245
Das sehe ich nicht so krass und nicht so deutlich.
Der Spiegel, 19.03.2001
Zitationshilfe
„krass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krass>, abgerufen am 18.01.2020.

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