Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

krachen

Grammatik Verb · kracht, krachte, hat/ist gekracht
Aussprache 
Worttrennung kra-chen
Wortbildung  mit ›krachen‹ als Erstglied: Kracher · Krachmandel · Krachsalat · krachengehen · krachledern
 ·  mit ›krachen‹ als Letztglied: Gekrach · Gekrache · aufkrachen · einkrachen · herunterkrachen · herüberkrachen · hinunterkrachen · niederkrachen · verkrachen · wegkrachen · zukrachen · zusammenkrachen · übereinanderkrachen
 ·  mit ›krachen‹ als Grundform: zerkrachen
Mehrwortausdrücke  es krachen lassen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
    1. a) ⟨etw. kracht⟩ etw. verursacht lauten, polternden, donnernden Lärm von kurzer Dauer
    2. b) ⟨etw. kracht⟩ etw. knackt laut
    3. c) [umgangssprachlich, bildlich] ⟨etw. kracht⟩ etw. ist von inneren Widersprüchen zerrissen
    4. d) [salopp] ⟨dass es kracht⟩ drückt ein großes Ausmaß aus
    5. e) [übertragen] ⟨es kommt zum Krachen⟩
  2. 2. krachend aufprallen
  3. 3. ...
    1. a) [salopp] ⟨jmdm. eine krachen⟩
    2. b) ⟨es kracht⟩
  4. 4. [umgangssprachlich] ⟨sich krachen⟩ sich streiten, sich zanken
eWDG

Bedeutungen

1.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
etw. krachtetw. verursacht lauten, polternden, donnernden Lärm von kurzer Dauer
Beispiele:
der Donner kracht
Schüsse, Explosionen, Salven krachten
das Eis hat im Frost gekracht
es herrschte krachender Frost
eine Granate schlug krachend ein
ein lautes, fürchterliches, ohrenbetäubendes Krachen war zu hören
b)
etw. krachtetw. knackt laut
Beispiele:
der Stuhl krachte unter seinem Gewicht
die Dielen knarren und krachen unter den Stiefeln
die Treppe kracht bei jedem Tritt
das alte Bett hat in allen Fugen gekracht
die Nähte der zu engen Jacke krachen
das Hemd kracht in allen Nähten
er reckte sich, dass die Gelenke krachten
saloppgestern hat es auf unserer Straße wieder mal gekracht (= hat es einen Zusammenstoß von Fahrzeugen gegeben)
der Unterstand kracht in allen Fugen unter einem Treffer [ RemarqueIm Westen113]
c)
umgangssprachlich, bildlich etw. krachtetw. ist von inneren Widersprüchen zerrissen
Beispiele:
das Reich, Wirtschaftssystem krachte in allen Fugen
Anzeichen, daß es auch hier im Gebäude der öffentlichen Sicherheit zu krachen beginnt [ DürrenmattRichter17]
d)
salopp dass es krachtdrückt ein großes Ausmaß aus
Beispiele:
er arbeitet, schuftet, dass es (nur so) kracht, dass die Schwarte kracht
sie wurden verprügelt, dass die Schwarte krachte
e)
übertragen es kommt zum Krachen (= es kommt zum Äußersten)
Beispiele:
wenn es zum Krachen kommt, wirst du mir dann beistehen?
die erste Septemberwoche 1939, in der es dann doch zum Krachen (= zum Kriegsausbruch) kam [ Weiskopf4,292]
2.
krachend aufprallen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Tür kracht ins Schloss
saloppder Wagen krachte gegen einen Baum
salopper stolperte und krachte gegen den Schrank
saloppder schwere Kronleuchter krachte zu Boden
3.
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
salopp jmdm. eine krachen (= jmdm. eine Ohrfeige versetzen)
Beispiele:
wenn du das noch mal machst, krach ich dir eine!
du kriegst gleich eine von mir gekracht!
Vater hat ihm eine gekracht
b)
es kracht (= es gibt Ohrfeigen, Prügel)
Beispiele:
halt den Mund, oder es kracht gleich!
geh endlich, sonst kracht's!
als er seine Frechheit wiederholte, hat es bei ihm gekracht
4.
umgangssprachlich sich krachensich streiten, sich zanken
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
nebenan krachen sich die Leute schon wieder
hast du dich mit ihm gekracht?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krachen · Krach · Kracher · Kracke
krachen Vb. ‘laut und polternd schallen, tönen, lärmen’, ahd. krahhen (um 800), krahhōn (10. Jh.), mhd. krachen, mnd. krāken, kracken, krachen, mnl. crāken, nl. kraken, aengl. cracian, engl. to crack. Vergleichbar sind aind. gárjati ‘brüllt, brummt, tobt, tost’, aruss. grochotati ‘laut lachen’, russ. grochotát’ (грохотать) ‘lärmen’, ferner krächzen, krähen, Kranich (s. d.), die unterschiedlichen Erweiterungen der Schallwurzel ie. *ger- bzw. *grā- ‘heiser schreien’ folgen. Krach m. ‘Lärm, Getöse, polternder Schlag’, ahd. krah, krac (10. Jh.), mhd. krach, Rückbildung aus dem Verb. Auch ‘Zusammenbruch eines Unternehmens, Bankrott’ (Mitte 19. Jh.), als Wiedergabe von engl. crash. Kracher m. ‘alter, gebrechlicher Mann’ bei dem man die Knochen krachen hört (17. Jh.; s. auch Knacker), ‘Knall’ (19. Jh.), ‘Feuerwerkskörper’ (20. Jh.). Entsprechend nd. md. Kracke f. ‘altes, elendes Pferd’ (17. Jh.), zu mnd. krāken, nd. kraken (s. oben). Verallgemeinert als Schimpfwort ‘ungezogenes Kind’.

Thesaurus

Synonymgruppe
knallen · krachen  ●  rumsen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
(einen) Unfall geben (es) · knallen (es) (Autounfall o.ä.) · scheppern (es)  ●  krachen (es)  ugs. · rumms machen (es)  ugs. · rums machen (es)  ugs. · rumsen (es)  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
donnern · krachen · poltern · rumpeln · rumsen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›krachen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›krachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuerst krachte es zwischen den beiden nur von Zeit zu Zeit, später sollen sie bloß noch schriftlich miteinander verkehrt haben. [Die Zeit, 25.03.1999, Nr. 13]
Wann kracht es richtig, und wie stark werden die Zinsen klettern? [Die Zeit, 10.05.1996, Nr. 20]
Das englische Volk hat darunter schwer zu leiden, und das britische Empire kracht in allen Fugen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]]
In Wirklichkeit jedoch hat es seit Jahren gekracht, sind sie eine ganze Zeit lang schon verstritten. [Die Zeit, 09.08.2013 (online)]
Vermutlich krachte zunächst der Wagen der späteren Opfer in ein Auto. [Die Zeit, 29.10.2012 (online)]
Zitationshilfe
„krachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krachen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
krach
krabblig
krabbenartig
krabben
krabbeln
krachengehen
krachledern
kracken
kraft
krafterfüllt