krakeelen

GrammatikVerb · krakeelte, hat krakeelt
Aussprache
Worttrennungkra-kee-len
GrundformKrakeel
Wortbildung mit ›krakeelen‹ als Erstglied: ↗Krakeeler · ↗Krakeelerei  ·  mit ›krakeelen‹ als Letztglied: ↗herumkrakeelen
eWDG, 1969

Bedeutung

umgangssprachlich schreien, laut und unschön singen, sich geräuschvoll streiten
Beispiele:
ein Betrunkener krakeelt auf der Straße
die Feiernden krakeelten und sangen bis in den Morgen
das Krakeelen der Kinder auf dem Hof stört die Mieter
Bevor er verschwand, krakeelte er ... noch: »Das werde ich euch eintränken« [RemarqueIm Westen31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Krakeel · krakeelen · Krakeeler
Krakeel m. ‘Lärm, lärmender Streit’, mnd. krakēl(e), mnl. nl. krakeel. Die Etymologie ist nicht gesichert. Wahrscheinlich ist die Herkunft des Substantivs im nd.-nl. Sprachraum zu suchen, wo es bereits im 15. Jh. bezeugt ist. Man kann darin eine Streckform von westfläm. kreel ‘Lärm’ sehen, das auf mfrz. frz. querelle ‘Streit’ beruht. Oder die Hinzufügung des pejorativen Präfixes ka-, kra- führt zu *kakreel, *krakreel, woraus mit Umsprung bzw. mit Ausfall des zweiten r mnl. krakeel entstanden wäre. Ein im Obd. (Ende des 16. Jhs.) bezeugtes gregell ‘Bauernkrawall’ wird mit ital. gorgogliare, älter gargagliare ‘gurgeln, lärmen’ in Verbindung gebracht und als von den Landsknechten verbreitet angesehen (vgl. Kluge ²¹399), ist jedoch eher eine der verschiedenen Formen, in denen Krakeel vom Nd. aus in das übrige Sprachgebiet eindringt. Die Studentensprache nimmt es im 17. Jh. auf und fördert seine Verbreitung. krakeelen Vb. ‘lärmen, laut streiten, schreien’ (17. Jh.), mnd. krakēlen, nl. krakelen. Krakeeler m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
rufen · ↗schreien · ↗skandieren  ●  ↗brüllen  ugs. · krakeelen  ugs. · ↗kreischen  ugs. · ↗krähen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

herum herumkrakeeln laut los schreien

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krakeelen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am nächsten Abend um 22 Uhr krakeelten sie zum ersten Mal.
Die Zeit, 09.10.2006, Nr. 41
Alle drei Personen sollen zuvor stark getrunken und krakeelt haben.
Der Tagesspiegel, 09.02.2001
Dinge, über die er nicht schimpfen und krakeelen konnte, mochte er nicht.
Matthiessen, Wilhelm: Das Rote U. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1932], S. 69
Sonst würden Sie hier nicht so krakeelen ", ruft er den Demonstranten zu.
Die Welt, 22.07.2002
Nein, Pedro mußte sich aufspielen, mußte krakeelen und sein Schmähgewieher noch steigern.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 143
Zitationshilfe
„krakeelen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krakeelen>, abgerufen am 15.02.2019.

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