krauchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungkrau-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›krauchen‹ als Letztglied: ↗herumkrauchen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
landschaftlich kriechen
2.
umgangssprachlich sich nur mit gewisser Mühe fortbewegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kriechen · Kriecher · Kriecherei · kriecherisch · Kriechtiere · krauchen · kreuchen
kriechen Vb. ‘sich dicht am Boden fortbewegen’, übertragen ‘sich sehr langsam fortbewegen’, ahd. kriohhan (8./9. Jh.), mhd. kriechen führt mit ablautendem ↗krauchen und verwandtem ↗Krücke (s. d.) auf ie. *greug-, *grūg-, eine Erweiterung der verbreiteten Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (wozu auch ↗Kringel, ↗Krippe, ↗Kraft, ↗Krume, ↗krumm, s. d.). Einer zur gleichen Wurzel gebildeten, aber auf Labial ausgehenden Erweiterung ie. *greub-, *grūb- folgen die (im Nhd. nicht vertretenen) Verben mhd. (md.) krūfen, mnd. krūpen, mnl. crūpen, nl. kruipen sowie aengl. crēopan, engl. to creep, anord. krjūpa ‘kriechen’ (wozu auch ↗Kropf und ↗Krüppel, s. d.). Übertragener Gebrauch von kriechen im Sinne von ‘unterwürfig schmeicheln’ entwickelt sich im 18. Jh. Dazu Kriecher m. ‘unterwürfiger Schmeichler’, Kriecherei f. ‘unterwürfiges Benehmen’, kriecherisch Adj. ‘unterwürfig-schmeichlerisch’ (18. Jh.). Kriechtiere Plur. in dt. zoolog. Fachsprache für Reptilien (19. Jh.). Eine ablautende omd. Variante zu kriechen ist krauchen Vb. ‘sich kriechend fortbewegen’ (16. Jh.), älteres md. krūchen voraussetzend. Die Wendung was kreucht und fleucht folgt einer Nebenform kreuchen, mhd. kröuchen, die, da schwach flektierend, von einem Kausativum zu krauchen beeinflußt sein dürfte.

Thesaurus

Synonymgruppe
gleiten · ↗krabbeln · ↗kriechen · ↗robben  ●  (die) tiefste Gangart  ugs., Jargon, militärisch, sarkastisch · (sich) auf allen Vieren (bewegen)  ugs. · krauchen  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Zahnfleisch herum herumkrauchen hervor zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krauchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie geben nicht auf; sie krauchen und krabbeln und krakeelen.
Süddeutsche Zeitung, 12.09.1994
Sie lässt den Mann, ihren Stöckelschuh im aufsässigen Maul, im Slip zu ihren Füßen krauchen.
Die Welt, 18.09.1999
Irgendwann, denkt man, krauchen sie rücklings hängend wie Affen, an den überhängenden Felsen entlang.
Die Zeit, 03.11.1978, Nr. 45
Immer wieder kraucht die Angst hoch, dass ihr Baby hungert, friert.
Bild, 28.09.1999
Du siehst den kleinen Tierchen nach, wie sie im Sande krauchen, Gottes Wunder!
Tucholsky, Kurt: Leere. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930]
Zitationshilfe
„krauchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krauchen>, abgerufen am 05.12.2019.

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