kredenzen

Grammatik Verb · kredenzt, kredenzte, hat kredenzt
Aussprache 
Worttrennung kre-den-zen
Herkunft Italienisch
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben einen Trunk darreichen
Beispiele:
jmdm. ein Glas Sekt, Rheinwein kredenzen
Wir genossen den Trunk, den ein Frater kredenzte [G. Hauptm.4,550]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kredenz · kredenzen
Kredenz f. ‘Anrichte’, entlehnt (15. Jh.) aus gleichbed. ital. credenza, auch ‘das Vorkosten von Speisen’, eigentlich ‘Glauben, Vertrauen, Glaubwürdigkeit, Zuversichtlichkeit’, das aus vlat. *crēdentia (vgl. mlat. credentia ‘Glauben, Zuversicht, Vertrauen’, auch ‘Anrichte’) hervorgegangen ist; zu lat. crēdere ‘(ver)trauen, glauben’. Vgl. die Wendung ital. fare la credenza ‘vorkosten’, eigentlich ‘eine Probe der Glaubwürdigkeit vornehmen’; diese Probe war Aufgabe des Mundschenks, der für die fürstliche Tafel bestimmte Speisen und Getränke auf ihre Unschädlichkeit (Giftlosigkeit) zu kosten und auf einen besonderen Tisch (daraufhin credenza genannt) zu stellen hatte. Wohl in Anlehnung an die genannte Wendung auch schon früher bezeugtes kredenzen Vb. ‘(Speise) darreichen, anbieten’ (14. Jh.), auch ‘vorkosten’ und damit als unvergiftet bezeugen (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem mit etwas) aufwarten · ↗anbieten · ↗anrichten · auf den Tisch bringen · ↗auftafeln · ↗auftischen · ↗auftragen · kredenzen · ↗servieren · ↗vorsetzen  ●  ↗auffahren  ugs. · ↗hinstellen  ugs. · jemanden traktieren mit  geh., veraltend

Typische Verbindungen zu ›kredenzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kredenzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›kredenzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie stehen herum und siehe da: Sie kredenzen extrem leckeren Kuchen.
Die Zeit, 15.10.2012, Nr. 42
Der zögerte nicht lange, ließ sich reichlich davon kredenzen, rief alle seine Frauen herbei.
Die Welt, 29.10.2005
Und das Tag für Tag, bis sie so voll waren, als sollten sie dem »von Rothenstein« kredenzt werden.
Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1353
Ja, hier war der Heiltrank zu nehmen, hier wurde er kredenzt.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 633
Wenn sie Salzstangen anbot, kredenzte sie die Schale mit trainierter Anmutigkeit, Wirkung.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 907
Zitationshilfe
„kredenzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kredenzen>, abgerufen am 09.08.2020.

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