Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

kregel

Grammatik Adjektiv · Komparativ: kregeler · Superlativ: am kregelsten, Komparativ ungebräuchlich, Superlativ selten
Aussprache  [ˈkʀeːgl̩]
Worttrennung kre-gel
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

veraltend, besonders D besonders von Menschen   gesund und mit viel Energie
Beispiele:
Wie Jungbrunnen funktionieren, wissen wir aus Lucas Cranachs d. Ä. (= des Älteren) wohlbekanntem Gemälde. Man steigt auf der linken Seite alt, faltig und klapprig ins Bassin und kommt auf der rechten jung, straff und kregel wieder heraus. [Süddeutsche Zeitung, 13.09.2011]
Auch in Sängerkreisen wird ja oft und oft nach ihm gerufen, nach [Chorleiter] Gotthilf Fischer, der als einer der kregelsten Greise der Republik gilt und jetzt wieder zu einer nationalen Tat angesetzt hat. [Süddeutsche Zeitung, 01.04.2014]
Es ist so, als würde einer der behandelnden Ärzte in der Notaufnahme den Hauptschalter abdrehen, alle lebenserhaltenden Maschinen herunterfahren und erwarten, dass der Patient munter und kregel weiterlebt. [Der Standard, 29.09.2013]
Der 65‑jährige Christdemokrat im Rentenalter, der sich bei der jüngsten Landtagswahl als Spitzenkandidat der Senioren‑Union ein Landtagsmandat über die Reserveliste sicherte, ist ungemein kregel. [Welt am Sonntag, 02.12.2012]
Die Nacht verbringt [der Patient] G[…] auf der Intensivstation, sicherheitshalber. Sein Herz ist mit Überwachungsmonitoren verkabelt. Er schläft fest. Am nächsten Tag wird er wieder nach Bonn verlegt, liegend noch, begleitet von Ärzten, doch schon recht kregel. [Der Spiegel, 31.07.1989]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kregel Adj. ‘körperlich und geistig beweglich, munter, lebhaft’, über nd. md. krēgel in die Literatursprache aufgenommen (19. Jh.). Herkunft unsicher. Vielleicht, bei eigenwilliger Bedeutungsentwicklung (ausgehend von ‘kampflustig’), mit mnd. krēgel ‘widerspenstig’, nl. kregel ‘reizbar, launisch’, nordfries. krigel ‘tapfer, tüchtig’ und mit ahd. widarkriegelīn ‘halsstarrig’ (9. Jh.), einkrieglīh ‘sehr zäh, langausdauernd, -anhaltend, halsstarrig’ (8. Jh.), mhd. einkriegec ‘widerspenstig, zänkisch’ zu verbinden mit ahd. krieg ‘Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Rechthaberei’ (s. Krieg).

Thesaurus

Synonymgruppe
aktiv · in Bewegung · lebendig · lebenskräftig · lebhaft · munter · quicklebendig · quirlig · rege · sanguin · springlebendig · tätig · umtriebig · vital  ●  kregel  regional · wach  fig. · nicht kaputt zu kriegen  ugs. · putzmunter  ugs. · quietschlebendig  ugs. · rührig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(noch) unternehmungslustig · agil · junggeblieben · munter · rüstig · vital  ●  kregel  ugs.
Zitationshilfe
„kregel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kregel>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
kreditär
kreditwürdig
kreditunwürdig
kreditpolitisch
kreditieren
kreideblass
kreidebleich
kreidehaltig
kreiden
kreideweiß