kreieren

GrammatikVerb · kreiert, kreierte, hat kreiert
Aussprache
Worttrennungkre-ie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›kreieren‹ als Erstglied: ↗Kreierung
eWDG, 1969

Bedeutung

gehoben
1.
eine neue Mode schaffen
Beispiele:
als Neuigkeit der Frühjahrsmode wurde der kniefreie Rock kreiert
[Modellkleider] der Haute Couture, die kaum, daß sie kreiert wurden, in die Konfektion abwandern [KornSprache178]
2.
etw. schaffen
Beispiele:
»Weltliteratur« – dies Wort, das er [Goethe] kreiert [Th. Mann11,523]
mit Vitalität würde er Politik machen, einen neuen Stil der politischen Laufbahn kreieren [M. WalserEhen259]
3.
Theater eine Rolle als erster spielen
Beispiele:
der bekannte Schauspieler N kreierte die Titelrolle in dem neuen Bühnenstück
Es war zur Zeit des Caino, der letzten Rolle, die ich kreierte [H. Mann3,286]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kreieren · Kreation · kreativ · Kreativität · Rekreation
kreieren Vb. ‘ernennen, erwählen’, entlehnt (15. Jh.) aus lat. creāre ‘(er)schaffen, (er)zeugen, (er)wählen’. In seinen jüngeren Bedeutungen dagegen ist das Verb eine Entlehnung aus (ebenfalls auf lat. creāre beruhendem) frz. créer ‘(er)schaffen, erfinden’, z. B. ‘eine Rolle auf dem Theater erstmals (in bestimmter Weise) gestalten’ (19. Jh., frz. créer un rôle), als Begriff der Haute Couture ‘eine neue Mode, ein Modell entwerfen und erstmals vorstellen’, allgemein ‘eine persönliche Eigenart oder Besonderheit hervorbringen’ (20. Jh.) Kreation f. ‘Modeschöpfung, Modell, künstlerische Schöpfung, Erschaffenes’ (20. Jh.), aus frz. création ‘Erschaffung, Schöpfung, Kunstwerk, Erfindung’; älter ‘göttliche Schöpfung’ (17. Jh.), aus lat. creātio (Genitiv creātiōnis) ‘das Erschaffen, Erzeugen, Erwählen’. kreativ Adj. ‘schöpferisch’, Entlehnung (19. Jh.) von gleichbed. engl. creative, zu engl. to create ‘erschaffen’, aus lat. creātum, Part. Perf. von lat. creāre (s. oben). Entsprechend Kreativität f. ‘schöpferische Kraft’, engl. creativity. Rekreation f. ‘Wiederherstellung, Erholung, Erfrischung’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. lat. recreātio (Gen. recreātiōnis), zu lat. recreāre ‘wiederherstellen, erfrischen’, aus lat. creāre (s. oben) und ↗re- (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anfertigen · ↗entwerfen · ↗entwickeln · ↗erschaffen · ↗erstellen · ↗erzeugen · ↗gestalten · ↗hervorbringen · kreieren · ↗produzieren · ↗realisieren · ↗schaffen · ↗schöpfen  ●  ↗formen  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballett Chefkoch Choreograph Designer Designerin Duft Eissorte Event Frisur Image Koch Küchenchef Logo Look Mademoiselle Menü Mode Mythos Parfum Parfüm Rolle Slogan Sound Spitzenkoch Stardesigner Starkoch Sternekoch Stil Torchance Typus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kreieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wie das heute üblich ist, wird zuerst ein neues Label kreiert.
Der Tagesspiegel, 05.05.2000
Die Nummer ließe sich dann zwar immer noch abschleifen, es wäre aber schwieriger, neue unverfängliche Nummern zu kreieren.
C't, 1994, Nr. 6
Und ein denkendes Element zu erfinden, das hieß, den Stein der Weisen zu kreieren!
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 1009
Sie kreiert ihren Typ, der in den Grenzen vorgeschriebener Gesetze bleiben muß, nicht ausarten, nicht auffallen darf.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 15582
Auch dieser vierte Kanzler ist in Todfeindschaft geraten mit dem Manne, der ihn kreiert hatte.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4060
Zitationshilfe
„kreieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kreieren>, abgerufen am 13.12.2019.

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