krepieren

Grammatik Verb · krepiert, krepierte, ist krepiert
Aussprache 
Worttrennung kre-pie-ren
Wortbildung  mit ›krepieren‹ als Binnenglied: ↗Rohrkrepierer
Herkunft aus crepareital ‘verrecken’, eigentlich ‘reißen, platzen, explodieren’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. zerplatzen, bersten
  2. 2. verenden, sterben
    1. [vulgär] vom Menschen
    2. [salopp, derb] unter elenden Bedingungen sterben
eWDG

Bedeutungen

1.
zerplatzen, bersten
Beispiele:
die Bomben, Granaten krepierten
der Splitter einer krepierenden Mine verletzte ihn schwer
2.
verenden, sterben
Beispiele:
das Schwein war an Rotlauf krepiert
die krepierten Rinder wurden in die Abdeckerei gebracht
Die Färse ist beim Kalben krepiert [ StrittmatterBienkopp402]
vulgär vom Menschen
Beispiel:
ist er endlich krepiert?
salopp, derb unter elenden Bedingungen sterben
Beispiel:
Stündlich krepieren an den Fronten Tausende und aber Tausende [ BredelSöhne149]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

krepieren Vb. ‘elend umkommen’, (von Tieren) ‘verenden, sterben’, entlehnt (17. Jh. in die Soldatensprache des Dreißigjährigen Krieges) aus ital. crepare ‘verrecken’ (von Tieren und dann auch von Menschen), eigentlich ‘reißen, platzen, explodieren’. Anfangs durchweg vom Sterben der Soldaten gebraucht, zu Anfang des 18. Jhs. auch vom Verenden der Tiere und (als Neuentlehnung) in der ital. crepare gleichfalls zugehörigen Bedeutung ‘bersten, platzen’ (von Geschossen). Zugrunde liegt lat. crepāre ‘kurz abgebrochene Laute von sich geben, bersten, platzen, zugrunde gehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abkratzen  derb · ↗abnippeln  derb · elendig sterben  derb · elendig verrecken  derb · ↗hopsgehen  derb · krepieren  ugs. · ↗verrecken  derb
Oberbegriffe
  • das Zeitliche segnen · ↗davongehen · den Löffel abgeben · ↗entschlafen · ↗sterben · ↗umkommen · ↗verenden · ↗verscheiden · ↗versterben · von uns gehen · zu Ende gehen  ●  ↗abnippeln  ugs. · ins Gras beißen  ugs.
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ↗ableben · ↗das Zeitliche segnen · ↗erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · ↗heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · ↗dahinscheiden  geh., verhüllend · ↗den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Assoziationen
  • (den) Tod erleiden · (den) Tod finden · ↗(ein) Opfer (des / der ...) werden · (jemanden) das Leben kosten · (sein) Leben lassen · (sein) Leben verlieren · es gibt (...) Tote · getötet werden · tödlich verunglücken · ↗umkommen · ums Leben kommen  ●  draußen bleiben  veraltend, historisch · zu Tode kommen  Hauptform · ↗(jemanden) dahinraffen  geh. · dahingerafft werden  geh. · ↗draufgehen  ugs., salopp · ↗hopsgehen  ugs., salopp · tot bleiben  ugs., regional, veraltet · vor die Hunde gehen  ugs., sprichwörtlich · über den Deister gehen  ugs., salopp, norddeutsch · über den Jordan gehen  ugs., salopp · über die Wupper gehen  ugs., regional, salopp
Synonymgruppe
eingehen (Tiere) · krepieren · ↗sterben · ↗verenden
Assoziationen
  • (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · (seinen) letzten Atemzug tun · ↗ableben · ↗das Zeitliche segnen · ↗erlöschen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Augen für immer schließen  verhüllend · (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · ↗heimgehen  fig., verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne (des Lebens) abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · ↗dahinscheiden  geh., verhüllend · ↗den Geist aufgeben  ugs. · den Weg allen Fleisches gehen  geh. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Ewigkeit abberufen werden  geh., fig. · in die Grube fahren  ugs., fig. · in die Grube gehen  ugs. · ins Grab sinken  geh., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · sein Leben aushauchen  geh. · seinen Geist aufgeben  ugs. · seinen Geist aushauchen  geh. · vor seinen Richter treten  geh., religiös, fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.

Typische Verbindungen zu ›krepieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›krepieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›krepieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Film dehnt die Zeit nicht, er lässt sie krepieren, er macht sie kalt.
Die Zeit, 19.03.2012, Nr. 12
In seine ehemalige Stube war eine Granate eingeschlagen und in seinem Bette krepiert.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Aber manche Patienten krepieren, sterben kümmerlich, so wie sie gelebt haben.
Der Spiegel, 16.02.1987
Wer von den beiden zuerst »krepiert«, hat den Kampf verloren.
Würz, Anton u. Schneider, Marius: Tarantella. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 7673
Wer nicht arbeitet, krepiert oder kann die Miete nicht bezahlen.
Müller, Heiner: Dem Terrorismus die Utopie entreißen. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1989], S. 14
Zitationshilfe
„krepieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/krepieren>, abgerufen am 05.03.2021.

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