kreuzweise

GrammatikAdverb
Worttrennungkreuz-wei-se (computergeneriert)
WortzerlegungKreuz-weise
eWDG, 1969

Bedeutung

über Kreuz, gekreuzt
Beispiele:
vulgär du kannst mich mal kreuzweis! (= drückt eine starke Ablehnung aus)
sie hatten Patronengurte kreuzweise um die Brust geschlungen [H. KantAula10]
Er schlug kreuzweis die Hände über die Brust [Wasserm.Junker Ernst223]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kreuz · Kreuzgang · Kreuzfahrer · Kreuzritter · kreuzdonnerwetter · kreuzweise · Kreuzspinne · Kreuzotter · kreuzlahm · Kreuzfeuer · kreuzigen · Kreuzigung
Kreuz n. ‘aus zwei sich rechtwinklig oder schräg schneidenden Balken oder Linien bestehendes Gebilde’. Lat. crux (Genitiv crucis) ‘Balken (mit Querholz), Marterpfahl (als Hinrichtungsgerät, an den Verbrecher geschlagen werden)’, übertragen ‘Marter, Qual’ wird im Zuge der Christianisierung der Germanen aus der lat. Kirchensprache zunächst als Bezeichnung für das ‘Kreuz Christi’ entlehnt in ahd. krūzi (8. Jh.), mhd. kriuz(e), asächs. krūci, krūzi, mnd. krǖze, mnl. crūce, nl. kruis, aengl. crūc, mengl. crouch. Der Ausdruck löst die im Germ. dafür übliche ältere, unter ↗Galgen (s. d.) dargestellte Bezeichnung ab. Bald wird in Anlehnung an die lat. Vorlage und im Hinblick auf das Leiden Christi der Verwendungsbereich erweitert zu ‘Mühsal, Not’ und zu ‘Zeichen des Kreuzes’ sowie ‘Kruzifix’ (mhd.), danach (an das Symbol des Christentums anknüpfend) ‘Ordenskreuz’ (15. Jh.), ferner ‘unterer Teil des Rückgrates’ (17. Jh., vgl. Kreuzbein) und (hinsichtlich der figürlichen bzw. graphischen Darstellung) ‘Notenzeichen’ (wohl 18. Jh.), ‘Spielkartenfarbe’ (19. Jh.). Dazu Wendungen wie zu Kreuze kriechen ‘sich demütigen, unterwerfen’, eigentlich zum Kreuz (‘Altarkreuz, Kruzifix’) kriechen (16. Jh.) als Teil der Kirchenbuße, besonders am Karfreitag; sein Kreuz auf sich nehmen, mhd. daʒ kriuze nemen ‘sich in sein Schicksal fügen’; sein Kreuz (‘Schicksal’) tragen, vgl. wer nicht tregt seyn kreutz vnnd folgt myr nach, der kan nit meyn iunger seyn (Luk. 14, 27, Luther), mhd. du solt dīn kriuze hān enbor (nach Mark. 8, 34). Kreuzgang m. ‘zu einem Klosterhof hin offener Bogengang’, mhd. kriuz(e)ganc, eigentlich ‘Bittgang, Umgang mit dem Kreuz, Prozession’, dann auch auf die mit bildlichen Darstellungen der Kreuzstationen Christi versehenen Säulengänge der Klöster und Kirchen übertragen. Kreuzfahrer m. Kreuzritter m. (18. Jh.) ‘Teilnehmer an einem Feldzug (mhd. kriuzevart, nhd. Kreuzzug, 18. Jh.) zur Eroberung Palästinas, des (als Wirkungsstätte Christi) heiligen Landes, und des Grabes Christi’. Aus Fluchwörtern wie kreuzdonnerwetter u. dgl. entwickeln sich das Grundwort verstärkende Bildungen wie kreuzgut (16. Jh.), kreuzbrav (18. Jh.), kreuzfidel (19. Jh.). kreuzweise Adv. ‘in Form eines Kreuzes’, mhd. kriuzewīse. Kreuzspinne f. Spinne mit hellem Kreuz auf dem Hinterleib (17. Jh.). Kreuzotter f. Giftschlange mit dunkler, kreuzähnlich verschlungener Rückenzeichnung (19. Jh.). kreuzlahm Adj. ‘an freier Bewegung durch Schmerzen am unteren Rückgrat gehindert, hüftlahm, erschöpft’ (18. Jh.). Kreuzfeuer n. ‘Beschuß von mehreren Seiten’ (19. Jh.). kreuzigen Vb. ‘ans Kreuz schlagen’, ahd. krūzigōn (um 1000), mhd. kriuzigen, auch ‘peinigen, plagen’, nach lat. cruciāre ‘kreuzigen, martern’; dazu Kreuzigung f. ahd. krūzigunga (11. Jh.), mhd. kriuzigunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
kreuzweise · ↗quer · ↗überquer
Synonymgruppe
(jemandem) (mal) gestohlen bleiben (sollen) · (jemandem) den Buckel (he)runterrutschen (können / sollen) · (jemandem) gestohlen bleiben (können) · (jemanden) (doch) kreuzweise (sollen) · (jemanden) (mal) kreuzweise (können) · (jemanden) gerne haben (können)  ●  (jemanden) mal können  ugs. · (sich) ins Knie ficken  vulg.
Assoziationen
  • (nicht die gewünschte) Wirkung haben (bei) · keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei)  ●  (nicht) ziehen (bei)  ugs.
  • (mit jemandem) fertig sein  ●  (bei jemandem) ausgespielt haben  fig. · es sich mit jemandem verscherzt haben  variabel · (bei jemandem) abgemeldet sein  ugs., fig. · (bei jemandem) unten durch sein  ugs., fig. · (bei jemandem) verschissen haben  derb
  • keine gute Meinung haben (von) · nicht gut zu sprechen sein (auf)

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kann auch zwei Stangen kreuzweise zusammennageln und diese unterschieben.
Die Landfrau, 06.09.1924
Mir wurden die Hände auf dem Rücken zusammengebunden in der Weise, daß die Handgelenke kreuzweise aufeinandergelegt wurden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1942]
Dank der kreuzweise angeordneten vier Taster läßt sich der Monitor gut bedienen.
C't, 1998, Nr. 17
Es wird über die Schultern gelegt und mit kreuzweise geführten Bändern über Brust und Rücken nach vorn gebunden.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18234
Der Kreuzschnabel besitzt in seinen kreuzweise übereinanderliegenden Schnabelhälften ein praktisches Instrument zum Öffnen der Tannenzapfen.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 118
Zitationshilfe
„kreuzweise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kreuzweise>, abgerufen am 16.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
kreuzweis
Kreuzwegstation
Kreuzweg
Kreuzverhör
Kreuzungszüchtung
Kreuzwirbel
Kreuzworträtsel
Kreuzzeichen
Kreuzzug
Kreuzzugsdichtung