kriecherisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung krie-che-risch
Wortzerlegung Kriecher -isch
eWDG

Bedeutung

abwertend vor dem Vorgesetzten unterwürfig
Beispiele:
ein kriecherischer Mensch
er ist von kriecherischer Unterwürfigkeit
die schuldbeladenen Deserteure, die sich in kriecherischer Dienstwilligkeit überboten [ WerfelMusa Dagh751]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kriechen · Kriecher · Kriecherei · kriecherisch · Kriechtiere · krauchen · kreuchen
kriechen Vb. ‘sich dicht am Boden fortbewegen’, übertragen ‘sich sehr langsam fortbewegen’, ahd. kriohhan (8./9. Jh.), mhd. kriechen führt mit ablautendem krauchen und verwandtem Krücke (s. d.) auf ie. *greug-, *grūg-, eine Erweiterung der verbreiteten Wurzel ie. *ger- ‘drehen, winden’ (wozu auch Kringel, Krippe, Kraft, Krume, krumm, s. d.). Einer zur gleichen Wurzel gebildeten, aber auf Labial ausgehenden Erweiterung ie. *greub-, *grūb- folgen die (im Nhd. nicht vertretenen) Verben mhd. (md.) krūfen, mnd. krūpen, mnl. crūpen, nl. kruipen sowie aengl. crēopan, engl. to creep, anord. krjūpa ‘kriechen’ (wozu auch Kropf und Krüppel, s. d.). Übertragener Gebrauch von kriechen im Sinne von ‘unterwürfig schmeicheln’ entwickelt sich im 18. Jh. Dazu Kriecher m. ‘unterwürfiger Schmeichler’, Kriecherei f. ‘unterwürfiges Benehmen’, kriecherisch Adj. ‘unterwürfig-schmeichlerisch’ (18. Jh.). Kriechtiere Plur. in dt. zoolog. Fachsprache für Reptilien (19. Jh.). Eine ablautende omd. Variante zu kriechen ist krauchen Vb. ‘sich kriechend fortbewegen’ (16. Jh.), älteres md. krūchen voraussetzend. Die Wendung was kreucht und fleucht folgt einer Nebenform kreuchen, mhd. kröuchen, die, da schwach flektierend, von einem Kausativum zu krauchen beeinflußt sein dürfte.

Thesaurus

Synonymgruppe
kriecherisch · schmeichlerisch  ●  byzantinisch  veraltet
Synonymgruppe
dienerisch · katzbucklig · knechtisch · kriecherisch · lakaienhaft · servil
Synonymgruppe
devot · hörig · untertänig  ●  blind ergeben  abwertend · hündisch  stark abwertend · knechtisch  abwertend · kriecherisch  stark abwertend · sklavisch  stark abwertend · speichelleckerisch  stark abwertend · unterwürfig  abwertend · (jemandem) untertan  geh. · servil  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›kriecherisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›kriecherisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›kriecherisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kriecherisch scharen sie sich um ihn, und er lässt sie um seine Gunst winseln. [Die Zeit, 18.07.2011, Nr. 29]
Das Volk auf Staatsbesuch ist höflich, aber nicht kriecherisch, neugierig, aber nicht wirklich argwöhnisch. [Die Welt, 18.08.2003]
Seine Regierung werde zwar einen auf dem Verhandlungsweg erreichbaren Frieden annehmen, wünsche aber keine kriecherische Kapitulation. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1949]]
Die Hyänen nähern sich in kriecherischer Haltung, schnappen nervös nach den Brocken, zucken zurück, schleppen das Fleisch davon. [Die Zeit, 14.03.2011, Nr. 11]
Sie will ihn, was Bangemann „pharisäerhaft und kriecherisch“ nannte, nicht stürzen, sondern erhofft von ihm einen freiwilligen Verzicht. [Die Zeit, 15.10.1982, Nr. 42]
Zitationshilfe
„kriecherisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/kriecherisch>.

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